Bestechend riskant: Piercings im Sportunterricht
Unfallkasse Sachsen empfiehlt Ablegen oder Abkleben
Meißen, im Februar 2004
Vor dem Tragen von Piercings im Sportunterricht warnt die Unfallkasse Sachsen. Grund ist die hohe Verletzungsgefahr. An den Ringen und Kettchen können Schülerinnen und Schüler leicht hängen bleiben und sich schwer verletzen. Vor allem bei Ball- und Kampfsportarten ist auch eine Gefährdung der Mitschüler nicht ausgeschlossen. Gepiercte sollten deshalb im Sportunterricht ihren Schmuck entweder abnehmen oder überkleben. Das gilt vor allem für Bauchnabel- und Kopfpiercings sowie für Ohrringe.
"Grundsätzlich", so Unfallkassen-Geschäftsführer Günther Schön, "müssen Schülerinnen und Schüler während des Sportunterrichts Uhren und Schmuck ablegen, um Verletzungen zu verhindern." Weigert sich ein Schüler, den Schmuck abzulegen, kann der Sportlehrer ihn vom Unterrricht ausschließen. Das Tragen von Piercings sollte für Schüler allerdings kein Anlass sein, auf eine gänzliche Befreiung vom Sportunterricht zu spekulieren.
"Wir sind noch nicht so weit, Piercings im Sportunterricht völlig zu verbieten, wie es das Österreichische Unterrichtsministerium im letzten Herbst getan hat. Vielmehr setzen wir noch auf die Einsicht der jungen Leute, sich durch modische Erscheinungen nicht in Gefahr bringen zu wollen", erläutert Schön. Sollte jedoch die Zahl von Unfällen im Sportunterricht steigen, deren Mit-Ursache Piercings sind, müsse neu über ein Verbot nachgedacht werden.
Die Unfallkasse Sachsen ist Trägerin der gesetzlichen Schülerunfallversicherung in Sachsen mit rund 860.000 versicherten Schülerinnen und Schülern. Der Unfallkasse wurden 2003 rund 67.000 Unfälle gemeldet. Davon entfielen mehr als 60 Prozent auf den Schulsport.
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