Wenn häusliche Pflege der Haut schadet
Meißen, im März 2007
Rund 980.000 Menschen in Deutschland pflegen zu Hause einen Angehörigen. An die eigene Gesundheit denken viele Pflegende dabei oft zuletzt. Ein Beispiel ist die Haut: Trockene, juckende und spröde Hände gehören häufig zum sowieso schon anstrengenden Pflege-Alltag. Eine dauerhaft gestresste Haut reagiert darauf nicht selten mit Entzündungen oder Allergien. Darauf weist die Unfallkasse Sachsen (UKS) hin. Bei ihr sind rund 48.000 pflegende Angehörige beitragsfrei gesetzlich unfallversichert.
Schon das tägliche Waschen, Baden und Eincremen des Pflegebedürftigen mit speziellen Salben und Cremes greift die Haut an. Kommen alltägliche Arbeiten wie Geschirr spülen oder Hausputz hinzu, hat die Haut es immer schwerer, ihre natürliche Schutzfunktion aufrecht zu erhalten.
Trockene, schuppige Stellen und Rötungen sind dann Warnzeichen dafür, dass Wasser und Tenside (in Seifen und Shampoos) den Säureschutzmantel der Haut auflösen und damit ihre einzige Barriere gegen Schadstoffe, die dann fast ungehindert tief in die Haut eindringen können. Mögliche Folgen sind langwierige Entzündungen und unheilbare Allergien.
Pflegende Hände brauchen Pflege
Gerade pflegende Hände brauchen also eine gute Pflege. "Dafür muss immer Zeit sein", ermuntert UKS-Geschäftsführer Günther Schön pflegende Angehörige, öfter an sich selbst zu denken - im eigenen, aber auch im Interesse des Menschen, der die Pflege braucht. "Das hat", ist Schön überzeugt, "mit Egoismus nichts zu tun."
Gut sein zur Haut:
- Vor Beginn einer hautbelastenden Tätigkeit die Hände mit Hautschutzcreme pflegen.
- Bei Dauerbelastung alle zwei bis drei Stunden eincremen.
- Hautschutzcreme ohne Duft- oder Konservierungsstoffe verwenden.
- Den Hautarzt um Rat fragen, wenn handelsübliche Handcremes nicht ausreichen.
- Zusätzlich Schutzhandschuhe tragen, wenn die Haut in Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Blut, Urin) kommt. Sie schützen auch vor Infektionen. Geeignet sind flüssigkeitsdichte Einmalhandschuhe.
- Vorsicht: Schutzsalben oder so genannter "flüssiger" oder "unsichtbarer" Handschutz in Form von Sprays oder Schäumen schützt nicht vollständig.
Weitere Infos zum Hautschutz bietet die Hautschutz-Kampagne der gesetzlichen Unfall- und Krankenkassen unter: www.2m2-haut.de.
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