Bewegung fürs Gedächtnis

i-Punkt Ausgabe 01/2005
Gesundheit
So bringen Sie Ihre grauen Zellen auf Trab.
Keine Sorge! Was wir unter „frühzeitiger Verkalkung“ kennen, ist fast immer die Folge einer geistigen Unterforderung. Wer körperlich und geistig aktiv bleibt, wird aller Voraussicht nach weder mit seiner Kondition noch mit seiner Denkfähigkeit Probleme bekommen.
Fast jeder, der die 50 überschritten hat, kennt Probleme mit dem Gedächtnis. Es fällt nicht nur schwerer als früher, sich an Namen, Telefonnummern oder Geheimzahlen von Kreditkarten zu erinnern. Typisch sind auch kleine Alltagstücken wie diese: Man findet einen verlegten Gegenstand einfach nicht wieder. Oder man vergisst, was man im Supermarkt alles einkaufen wollte oder woran man gerade gedacht hatte, bevor man unterbrochen wurde.
„Flüssige“ und „kristallisierte“ Intelligenz
Die Forschung unterscheidet zwischen „flüssiger“ und „kristallisierter“ Intelligenz. Mit der „flüssigen“ Intelligenz orientieren wir uns in neuen Situationen, sind geistig wendig und kombinationsfähig. Die „kristallisierte“ Intelligenz ist dagegen vor allem für die Abrufbarkeit von Lebenserfahrung und die Sicherheit im sprachlichen Ausdruck zuständig. Das Besondere am Älterwerden (das schließlich ab der Geburt beginnt) besteht nun darin, dass die kristallisierte Intelligenz zunimmt, während die „flüssige“ im höheren Erwachsenenalter etwas zurückgeht. Deshalb benötigt das Gehirn für bestimmte Denkvorgänge etwas mehr Zeit.
Auch das Kurzzeitgedächtnis lässt nach – wenn es nicht vermehrt trainiert wird. Etwas Neues zu lernen (etwa eine Fremdsprache oder eine komplizierte Sportart), ist deshalb zwar noch gut möglich, es dauert bloß ein bisschen länger. Das gilt auch für die Geschwindigkeit, mit der man Informationen verarbeiten kann.
Mit unserem Gehirn ist es wie mit einem Muskel: Gut trainiert bleibt beides bis ins hohe Alter leistungsfähig. Leichtes körperliches Training hält dabei nicht nur Ihre Muskeln in Schwung. Es verbessert auch nachweislich die geistige Leistungsfähigkeit. Mit dem Älterwerden setzt keineswegs automatisch eine „Verkalkung“ des Gehirns ein.
Zwar können sich die Hirngefäße mit fortschreitendem Lebensalter verändern, sich zum Beispiel durch Ablagerungen verengen und in ihrer Elastizität nachlassen. Es werden auch weniger Übertragungsstoffe (Transmitter) produziert, wodurch die Informationsübertragung langsamer werden kann. Doch viel entscheidender als das Lebensalter und die damit verbundenen physiologischen Veränderungen ist der Trainingszustand. Er bestimmt, ob die Denkfähigkeit und das Gedächtnis nachlassen, auf gleichem Niveau wie in jüngeren Jahren erhalten bleiben oder gar besser werden.
Wollen Sie wissen, wie fit Ihre grauen Zellen sind? Hier eine Übung für Ihre geistige Vitalität.
Fitnessparcours fürs Gehirn

Fingerlauf
Legen Sie beide Hände mit den Handrücken nach oben flach auf den Tisch. Belegen Sie in Gedanken Ihre Finger mit den Buchstaben, wie Sie es in der Abbildung sehen. „Schreiben“ Sie nun die folgenden Worte, indem Sie möglichst zügig nacheinander die entsprechenden Finger kurz anheben und wieder ablegen.
SPORT – LAUFEN – WANDERN – TANZEN – KLETTERN
Auszugsweiser Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des DSB (Quelle: www.richtigfit-ab50.de)
Mehr davon finden Sie unter:
www.richtigfit-ab50.de (Stichwort: Gehirnsport).
