Gesundheitsschutz im Rettungsdienst

i-Punkt Ausgabe 01/2006
Information
Projekt: Rückengerechter Patiententransfer
Rückenschmerzen sind oft Folge langjähriger Über- oder Falschbelastung beim Heben oder Tragen. Häufig betroffen sind die Mitarbeiter der Pflege- und Rettungsdienste. Unser Präventionsprojekt „Rückengerechter Patiententransfer“ führten wir gemeinsam mit der Landesrettungsschule Riesa durch.

Das Heben und Tragen schwerer Lasten kann bei langjähriger Einwirkung zu einer bandscheibenbedingten Erkrankung der Lendenwirbelsäule führen und damit zur Entstehung einer Berufskrankheit beitragen (BK 2108 nach BK-Verordnung). Für das Rettungsdienstpersonal gehört das Bewegen von Patienten zum Alltag. Patientengewicht, beengte Treppenhäuser und Flure charakterisieren den typischen Krankentransport oder Rettungseinsatz. Eine Belastungsreduzierung durch Verringerung des Lastgewichtes ist schwer zu realisieren. Damit verbleiben für den vorbeugenden Gesundheitsschutz die Anwendung von Tragetechniken und Tragehilfen und der gelernte richtige Umgang mit diesen.
Im letzten Jahr boten wir dazu zwei Veranstaltungen im Oktober und Dezember an.
Seminarinhalt
- Einführung und Informationen über Berufskrankheiten als Versicherungsfall
- Anatomie der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates
- Rückenschule
- Hilfsmittel und Techniken zum Heben und Tragen im Rettungsdienst
Empfehlungen zum rückengerechten Arbeiten:
- Räumlichkeiten vorbereiten, Bewegungsraum schaffen
- Hindernisse beseitigen
- Arbeits- und Hilfsmittel einsetzen (Stecklaken, Patientengurt, Gleitmatte ...)
- Patienten zur Mithilfe veranlassen, Patient aktivieren
- günstige Position zum Patienten einnehmen
- rutschfeste, haltgebende Schuhe tragen
- Zusammenarbeit mit Kollegen
