Hautschutz in der Kranken- und Altenpflege

i-Punkt Ausgabe 02/2007
Gesundheit
Ist die Hautbarriere geschädigt, steigt die Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu gesunder Haut, an einem Kontaktekzem zu erkranken. Ursachen für eine Hautschädigung sind insbesondere häufiges Händewaschen – eventuell kombiniert mit flüchtigem Abtrocknen er Hände –, die Benutzung von entfettenden Substanzen, wie beispielsweise Seife, Tenside oder Alkohol, und das Aufquellen der Haut durch eine Feuchtigkeitskammer unterhalb von Handschuhen.
Das Risiko zu erkranken, lässt sich durch vorbeugende Maßnahmen vermindern. Zunächst sollten technische und organisatorische Maßnahmen getroffen werden. Sind diese ausgeschöpft, muss ein Hautschutzplan erstellt werden, in dem vorbeugende Maßnahmen vor und nach der Arbeit festgelegt sind.
Vor der Arbeit
Sofern das Tragen von Handschuhen über einen längeren Zeitraum erforderlich ist, sollten Haushaltshandschuhe mit einer dicken Baumwollbeflockung oder Baumwollunterziehhandschuhe getragen werden. Ist eine Hornhautaufquellung zu befürchten, empfiehlt es sich, hornhautfestigende Präparate auf die Hände aufzutragen.
Nach der Arbeit
Die Hautreinigung sollte so mild wie möglich sein. Eine Händedesinfektion belastet die Haut weniger als ein Händewaschen. Werden die Hände gewaschen, so reicht bei normal verschmutzten Händen i. d. R. eine etwa erbsengroße Menge einer Waschlotion aus. Je geringer die Menge an verwendeter Waschsubstanz, desto besser für die Haut. Nach dem Waschen ist es sinnvoll, sich die Hände sehr sorgfältig mit einem möglichst weichen Papier abzutrocknen. Für die Pflege trockener Haut sind Wasserin-Öl-Emulsionen (W/O) i. d. R. den Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W) vorzuziehen. Werden O/W-Emulsionen benutzt, sollten diese einen hohen Anteil an Wasser bindenden Substanzen und einen Fettgehalt von mehr als 20 Prozent (ideal: >25 Prozent) enthalten.
Als Faustregel lässt sich sagen: Zieht ein Hautpflegepräparat schlecht ein, handelt es sich um ein Produkt mit einem hohen Fettanteil. Ein solches Präparat pflegt trockene Haut lang anhaltend. Zieht ein Präparat schnell ein, enthält es einen hohen Wasseranteil. Dieser kann auf der Haut schnell verdunsten und sie – je nach Zusammensetzung der Lotion – austrocknen, statt sie zu pflegen.
Tipp: Empfindet der Anwender das fettige Gefühl als zu unangenehm, um sich „zwischendurch“ einzucremen, empfehle ich, nur den Handrücken einzucremen. Die Handinnenseite, die weniger Fett braucht, bleibt dann fettfrei und behindert nicht die Ausübung der gewünschten Tätigkeit.
Dr. Juliane Steinmann
Die Autorin ist Aufsichtsperson beim Rheinischen Gemeindeunfallversicherungsverband.
