Langjähriger Trend gebrochen. Die Unfallzahlen steigen.

i-Punkt Ausgabe 01/2009
Information
2008 – Das Jahr in Zahlen
Die Bilanzen der Unfallkasse Sachsen für 2008 sind nicht so erfolgreich wie in den Vorjahren. Seit fast zehn Jahren war der Trend bei den Unfällen rückläufig. Das Wichtigste finden Sie hier übersichtlich aufbereitet: Eckwerte, Veränderungen, Trends. Detailliertes Zahlenmaterial, untersetzt mit umfangreichen Erläuterungen, können Sie demnächst unserem Verwaltungsbericht entnehmen. Quelle: www.unfallkassesachsen.de in der Rubrik „Zahlen, Zahlen“.
Allgemeine Unfallversicherung
Mit fast 1,4 Millionen Versicherungsverhältnissen gehört die Unfallkasse Sachsen zu den mitgliederstärksten Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand. Der Rückgang der Schülerzahlen, der fortschreitende Personalabbau im öffentlichen Dienst und der Einwohnerschwund im Freistaat führten auch 2008 erneut zu einer Verminderung der Versicherungsverhältnisse.
2008 wurden der Unfallkasse Sachsen etwas mehr als 17.000 Arbeits- und Wegeunfälle angezeigt. Damit blieb in etwa das Niveau des Vorjahres erhalten. Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle (Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen) stieg zwar um 2,8 Prozent, jedoch ist das statistisch bei einem Zuwachs von fast 15.000 Versicherten kaum relevant. Damit liegt ihre Zahl zwar wieder ganz knapp über dem historischen Tiefststand vom Vorjahr, jedoch ging die absolute Zahl seit 2000 um mehr als die Hälfte zurück. Dass dies so ist, ist zu einem großen Teil den Präventionsaktivitäten unserer Mitglieder zu verdanken und den vielfältigen Anstrengungen der Unfallkasse Sachsen.
Meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle
Die Entwicklung der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle basiert auf jeweils tausend Versicherten. Damit lässt sich der Trend unabhängig von der Anzahl der Versichertenverhältnisse ablesen. Erlitten 1999 noch 21 von tausend Versicherten einen Arbeitsunfall, waren dies im Vorjahr nur noch acht Insgesamt ein schöner Erfolg!

Tödliche Unfälle
Leider mussten wir 2008 auch drei tödliche Arbeits- und Wegeunfälle registrieren.
Berufskrankheiten
Die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit stieg 2008 nach dem leichten Rückgang im Vorjahr wieder etwas an. Das hohe Niveau basiert auf der Änderung einer statistischen Größe: Stichverletzungen im medizinischen Umfeld werden nicht mehr als Unfall, sondern nunmehr als Berufskrankheit registriert. Damit stieg wie in den beiden Vorjahren der Anteil der Anerkennungen sprunghaft. Nach den Stichverletzungen stellen Hauterkrankungen den größten Anteil sowie Erkrankungen aufgrund mechanischer Einwirkungen, insbesondere Wirbelsäulenerkrankungen. Weitere Schwerpunkte bilden Infektionen und Lärm.

Berufskrankheiten-Anzeigen

Rentenbestand am Ende des Jahres
Der Rentenbestand betrug zum Ende des Jahres 4.559 Renten. Damit bleibt das Niveau der Vorjahre in etwa konstant.

Entschädigungsausgaben
Schüler-Unfallversicherung
Dieser Versichertengruppe werden außer Schülern der allgemein- und berufsbildenden Schulen auch Kinder beim Besuch von Kindertageseinrichtungen zugerechnet sowie Kinder in Tagespflege und Studenten.
2008 wurden der Unfallkasse Sachsen rund 72.500 Schul- und Wegeunfälle gemeldet und damit 5,5 % mehr als im Vorjahr. Damit ist erstmals die sinkende Tendenz der letzten 10 Jahre gebrochen. Zwar nahm die Zahl der Wegeunfälle ganz leicht ab, doch ist dies größtenteils dem insgesamt milden Winter geschuldet. Die Zahl der meldepflichtigen Schulunfälle stieg mit 3.494 hingegen deutlich an. Die Meldepflichtigkeit eines Schulunfalls setzt bereits dann ein, wenn ein Arzt in Anspruch genommen wird.
Tödliche Unfälle
Leider mussten wir 2008 vier tödliche Schulunfälle registrieren (2007: fünf ).
Meldepflichtige Schul- und Wegeunfälle
Die Entwicklung der meldepflichtigen Schul- und Wegeunfälle basiert auf jeweils tausend Schülern. Damit lässt sich der Trend unabhängig von der stetig sinkenden Anzahl der Versichertenverhältnisse ablesen. Erlitten 1999 noch 95 von tausend Schülern einen Unfall, waren dies im Jahr 2008 nur noch 75 (Vorjahr: 70). Dabei stiegen die Unfälle bei gleichzeitigem Rückgang der Schülerzahlen an.
Rentenbestand am Ende des Jahres
Ein stetiger Zuwachs ist auch künftig zu erwarten, da Schülerrenten meist ein Leben lang gewährt werden.

Entschädigungsausgaben

Haushalt
Die Entschädigungsleistungen stiegen um mehr als 2,3 Millionen Euro an. Dies wurde zum einen durch die steigenden Unfallzahlen verursacht und zum anderen durch eine Anpassung der Renten, die nach politischer Willensbildung umzusetzen ist. Die rückläufigen Vermögensaufwendungen basieren auf einer reduzierten Insolvenzgeldumlage und dem Umstand, dass die geplante Zuführung unterblieb und damit Mehrausgaben durch vorhandene Mittel gedeckt wurden. Das Haushaltsvolumen sank um etwa eine Million auf etwa 75,5 Millionen Euro.













