Unbeschwert toben und klettern

i-Punkt Ausgabe 01/2009
Sicherheit
Kinder sicher kleiden
Gefahren lauern manchmal dort, wo man sie am wenigsten vermutet: Fahrradhelme, Kapuzen, Anorakschnüre oder Schlüsselbänder. Dabei können diese Alltagsdinge beim Spielen und Toben zum lebensbedrohlichen Verhängnis werden. Trotz sicherer Spielangebote auf Spielplätzen und naturnahen Spielbereichen ereignen sich immer wieder tragische Unfälle. Die Ursachen sind vielfältig, daher gilt es, das Gefahrenbewusstsein zu schärfen.
Gefahren durch Kleidungsstücke
Kinder können beim Klettern z. B. mit Kapuzenkordeln in schmalen Spalten oder v-förmigen Öffnungen hängen bleiben und sich strangulieren. Kapuzen können sich an vorstehenden Pfosten-Enden von Geräten oder abstehenden Astenden von Kletterbäumen verfangen. Das Gleiche gilt auch für Schlüsselbänder, Schals und Ähnliches. Durch bauliche Maßnahmen an den Spielplatzgeräten allein lassen sich diese Gefährdungen nicht vollständig vermeiden. Daher sollten Sie folgende Ratschläge beachten:
- Mit Druckknöpfen befestigte Kapuzen sind sicherer als fest angenähte.
- Verzichten Sie auf Kordeln und Schnüre im Halsbereich oder verwenden Sie alternativ solche mit Sollbruchstellen. Noch sicherer sind Druckknöpfe und Klettverschlüsse.
- Erlauben Sie keine Schlüsselbänder bzw. nur solche mit Sicherheitsverschlüssen.
Gefahren durch Fahrradhelme

- Helme beim Klettern immer abnehmen
Sind Kinder im Straßenverkehr mit Fahrrad, Inline-Skater oder Roller unterwegs, so ist der Fahrradhelm aus Sicherheitsgründen ein Muss. Das ändert sich allerdings beim Betreten von Spielplätzen. Denn beim Spielen auf den Geräten und in naturnahen Spielräumen kann der Fahrradhelm zur tödlichen Gefahr werden. Die Hersteller fertigen Spielplatzgeräte nach den gültigen Normen. Diese stellen sicher, dass es beispielsweise an Leitern oder Kletternetzen nur Öffnungsmaße gibt, in denen man nicht mit dem Kopf stecken bleiben kann. Der wesentlich größere Fahrradhelm bleibt bei diesen Maßen allerdings unberücksichtigt. Daher unser dringender Appell: Spielplatz: Helm ab!
Vorbeugen durch gezielte Grünpflege
Um Gefahren schon im Vorfeld zu vermeiden, ist bei den regelmäßigen Kontroll- und Grünpflegemaßnahmen auf den Außenspielgeländen ein besonderes Augenmerk auf Bäume und Gehölze zu legen, die sich zum Klettern anbieten. In Astgabeln können Kinder z. B. mit dem Kopf hängen bleiben. Hier ist im Einzelfall zu entscheiden, ob Äste abzusägen oder Astgabelungen durch andere Maßnahmen zu verändern sind.
Alle Kräfte bündeln
Informieren Sie bitte auch die Eltern über die Risiken der Kinderbekleidung und weisen Sie darauf hin, dass Industrie und Handel seit einigen Jahren entsprechend sichere Kleidung anbieten. Erarbeiten Sie Regeln in der Gruppe, um die Kinder für die Gefahren zu sensibilisieren. Beobachten Sie die Kinder im Freien. Viele Gefahren sind erst beim Spielen erkennbar.
Markus Schwan
(Der Autor ist Aufsichtsperson der Unfallkasse Rheinland Pfalz.)
