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Tausend Keime baden mit

i-Punkt Ausgabe 03/2008

Sicherheit

 

Bau und Betrieb von Planschbecken in Kitas
Im Wasser toben ist für Kinder ein Riesenspaß. Doch selbst Planschbecken mit geringer Wassertiefe können für kleine Kinder schnell zur Gefahr werden. Damit nicht Bauchkrämpfe, Erbrechen oder Durchfall den Badespaß trüben, gelten für die Wasserqualität besondere Anforderungen.

Für die Badewasserqualität von Planschbecken in Kitas gelten die gleichen Anforderungen wie für öffentliche Bäder. Das Wasser muss eine gute, gleichbleibende Beschaffenheit in Bezug auf Hygiene, Sicherheit und Ästhetik haben, damit Gesundheitsschädigungen, insbesondere durch Krankheitserreger, vermieden werden.

Für Badewasser gilt als technisches Regelwerk die DIN 19643 – Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser. An Badewasser gelten ebenso hohe Anforderungen wie an Trinkwasser. Um diese zu erfüllen, sind eine kontinuierliche Wasseraufbereitung und Desinfektion erforderlich.

Nie tiefer als 60 cm

Planschbecken dürfen eine Wassertiefe von höchstens 60 cm haben. Sie sind mit Trinkwasser zu befüllen und müssen ständig horizontal mit aufbereitetem Wasser (Reinwasser) durchströmt werden, wobei ein zweimaliger Austausch des gesamten Wasservolumens pro Stunde vorgeschrieben ist. Um eine hygienisch unbedenkliche Badewasserqualität zu gewährleisten, muss im Wasser ständig 0,3 bis 0,6 mg/l freies Chlor (wirksames Chlor) vorhanden sein. Zur Vermeidung von Haut- und Augenreizungen darf das gebundene Chlor (verbrauchtes Chlor) 0,2 mg/l nicht überschreiten. Um diese hohen Anforderungen zu erfüllen, bedarf es einer Aufbereitungstechnik für das Badewasser mit Flockung, Filter und Chlordosierung.

Planschbecken ohne Aufbereitung und Desinfektion stellen ein erhöhtes hygienisches Risiko dar. Die Haut jedes Menschen, ob groß oder klein, ist mit einer Vielzahl von Bakterien, mitunter auch Krankheitserregern, besiedelt, die in das Badewasser übergehen und sich bei langer Standzeit des Wassers und fehlender Desinfektion vermehren können. Deshalb müssen Planschbecken ohne Aufbereitung täglich mit frischem Wasser gefüllt und abends wieder entleert werden, um eine Verkeimung des Wassers zu vermeiden. Nach Leerung des Beckens ist es täglich gründlich zu reinigen. Zum Füllen des Planschbeckens ist Wasser mit Trinkwasserqualität zu verwenden. Bei Verunreinigung des Wassers (z. B. mit Fäkalien) ist sofort ein Wasserwechsel mit gründlicher Reinigung und Desinfektion des Beckens erforderlich. Sehr viel Schmutz wird über die Füße vom Rasen ins Badewasser eingetragen. Der Schmutzeintrag lässt sich wesentlich durch ein vorgelagertes Durchschreitebecken, dessen Wasser bei sichtbarer Verschmutzung mehrfach täglich zu erneuern ist, reduzieren. Die unmittelbar an das Planschbecken angrenzende Fläche sollte befestigt sein.

Nur die Sicherheit zählt

Abtrennung im Schwimmbecken

Hygiene ist das eine, doch für ungetrübten Badespaß zählt auch Sicherheit. Deshalb gelten zur Vermeidung von Badeunfällen beim Bau sowie für bereits vorhandene Becken folgende sicherheitstechnischen Forderungen: Für den Ein- und Ausstieg ins Becken ist die flache Seite des Beckens zu wählen, ggf. ist eine Treppe mit rutschsicheren Stufen notwendig (in Anlehnung an Therapiebecken – Steigung 7–12 cm/Auftritt 30 cm). Bei mehr als 2 Stufen ist ein Geländer oder Handlauf erforderlich, der von Kindern gut erreichbar ist. Die Beckentreppe kann die gesamte Breite einer Beckenseite einnehmen, aber auch schmaler sein, jedoch mindestens 60 cm breit. Sie muss beidseitig einen Handlauf haben. Eine Beckenleiter ist als Einstieg in ein Planschbecken nicht geeignet.

Der Beckenboden ist eben, ohne senkrechte Übergänge, mit nur geringem Gefälle und entsprechender Rutschhemmung auszuführen (Bewertungsgruppe B). Soll ein Durchschreitebecken genutzt werden, ist besonders auf die Vermeidung von Stolperstellen und einen rutschfesten Boden zu achten.

Der Beckenrand darf keine scharfen Ecken und Kanten haben, muss gebrochen oder gefast sein (empfohlener Radius 10 mm). Haltestangen am Beckenrand sind ständige Gefahrenstellen. Rutschen Kinder vom Beckenrand, kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Es besteht immer die Möglichkeit, dass sie sich zwischen Beckenwand und Stange mit Füßen oder Händen verklemmen. Ist bereits eine Haltestange vorhanden, muss der Abstand zwischen Beckenwand und Haltestange zwischen 25 – 40 mm sein. Zu- und Abläufe sind so abzudecken, dass Öffnungen nicht breiter als 8 mm sind. Die Wassertiefe ist gut erkennbar zu kennzeichnen. Barfußbereiche im Außenbereich müssen ohne Stolperstellen rutschsicher und eben ausgeführt sein.

Planschbecken sind, egal ob gefüllt oder leer, zum übrigen Aufenthaltsbereich abzugrenzen (Einfriedung mindestens 1 m hoch). Für die Unterweisung der Erzieherinnen ist eine Badeordnung hilfreich, in der die wichtigsten Hinweise und Erfordernisse für das Baden mit Kindern einschließlich der Erste-Hilfe- und Rettungsmaßnahmen festgeschrieben sind.

Umgang mit Chemikalien

Auch für die Badewassertechnik gilt es einiges zu beachten, damit bei der Bedienung der Dosier- und Filteranlage sowie beim Umgang mit Chemikalien auch für den Hausmeister ein sicheres Arbeiten garantiert wird.
Die Anlage ist in einem gut belüftbaren, ausreichend beleuchteten Raum aufzustellen und gegen unbefugten Zutritt zu sichern. Er muss geeignete Lagermöglichkeiten für Gefahrstoffe bieten und einen Trinkwasseranschluss haben, Kaltwasser ist ausreichend. Bei Arbeiten mit ätzenden oder reizenden Stoffen ist für die Erste Hilfe eine Notdusche in der Nähe der Dosiereinrichtung erforderlich. Behälter mit gefährlichen flüssigen Stoffen sind in eine Auffangwanne zu stellen. Um Verwechslungen auszuschließen, ist eine eindeutige Kennzeichnung der Einrichtungen und Behälter erforderlich. Eine Bedienanleitung muss vorhanden sein, die alle betriebsspezifischen Belange berücksichtigt, sowie auf die jeweiligen Gefahrstoffe bezugnehmende Betriebsanweisungen. Die Einrichtungen müssen durch eine befähigte Person regelmäßig geprüft werden.

Diese Vorschriften sind wichtig!

  • GUV-R 1/111 Sicherheitsregeln Bäder (in Überarbeitung)
  • GUV-V D5 UVV Chlorung von Wasser
  • GUV-I 8527 Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche
  • GUV- SR 2002 RL für Kindergärten
  • Gefährdungsbeurteilung in Schulen und Kitas GUV-SI 8460 und GUV-SI 8459
  • GUV-SI 8452 Schwimmen und Baden in Kitas
  • Gefahrstoffverordnung

Barbara Scholze
Carin Böhme

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