Besser leben mit Schichtarbeit

SiBe Ausgabe 02/2006
Informationen für Sicherheitsbeauftragte
Schichtarbeit belastet, das wissen fast alle betroffenen Arbeitnehmer.Typischerweise wird nicht nur der gewohnte Wach- Schlaf-Rhythmus durchbrochen, auch soziale Kontakte in Familie, Partnerschaft und Freundeskreis, die Freizeitgestaltung sowie die Ernährungsgewohnheiten müssen den Arbeitszeiten angepasst werden.Viele Beschäftigte fühlen sich körperlich oder seelisch überfordert und leiden schließlich unter Stress. Optimierte Schichtpläne und eine den individuellen Bedürfnissen angepasste Lebensführung tragen viel dazu bei, solche Belastungen abzubauen.

Alle Körperfunktionen des Menschen unterliegen einer Tages- und Nachtperiodik mit großen Schwankungen der Leistungsfähigkeit – wissenschaftlich als circadiane Rhythmik bezeichnet – die biologisch verankert ist und sich nicht umprogrammieren lässt. Schichtarbeit ist und bleibt deshalb eine höhere Belastung für den Organismus als reine Tagesarbeit, die die Perioden höchster Leistungsfähigkeit des Körpers nutzen kann.
Trotzdem können Schichtarbeitende die eigene Lebensqualität erhöhen, indem sie
- alle Faktoren ermitteln, die sie persönlich besonders belasten, z. B. die fehlende Möglichkeit, mit den eigenen Kindern Freizeitaktivitäten zu genießen,
- alle Möglichkeiten prüfen, durch bessere Lebensplanung individuelle Bedürfnisse trotz Schichtarbeit zu befriedigen,
- Ernährungsgewohnheiten anpassen,
- Entspannungstechniken erlernen, um auch tagsüber schlafen zu können,
- am Arbeitsplatz alle vorgeschriebenen Pausen einhalten, um Unfällen aufgrund niedrigerer Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit vorzubeugen,
- am Arbeitsplatz offen sind, neue Schichtplanmodelle auszuprobieren.
Der BKK Bundesverband hat eine praxisorientierte Broschüre mit vielen Tipps und Checklisten dazu zusammengestellt.
www.bkk.de
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