Fragebogen zur Erfassung psychischer Belastungen entwickelt

SiBe Ausgabe 03/2006
Informationen für Sicherheitsbeauftragte
Arbeitgeber und Krankenkassen beobachten bei Beschäftigten in Deutschland in den letzten Jahrzehnten ein scheinbar paradoxes Phänomen: Obwohl die Zahl der Fehltage pro Beschäftigtem rückläufig ist, steigt die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen ständig an. Experten vermuten, dass wachsende Anforderungen im Beruf,Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes sowie soziale Belastungen wie Mobbing wichtige Ursachen für psychische Fehlbelastungen sind.

- Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch; Quelle: DAK Gesundheitsreport, Grafik: Reklame Salon
Im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wurde jetzt ein international erprobter Fragebogen als Messinstrument für psychische Belastungen am Arbeitsplatz in Deutschland adaptiert.Auf der Grundlage des in Dänemark entwickelten COPSOQ (Copenhagen Psychosocial Questionnaire) erarbeitete ein Expertenteam einen komprimierten Fragebogen, der psychische Belastungen dennoch möglichst breit erfasst.
Neben Fragen zur Bewertung der eigenen Arbeit, des Arbeitsplatzes und Arbeitsumfeldes, der sozialen Beziehungen zu Vorgesetzten, Kollegen und Untergebenen sowie von Stressfaktoren wie Mobbing und Angst vor Arbeitsplatzverlust bezieht das neue Messinstrument auch allgemeine Fragen zur Lebenszufriedenheit und Gesundheit ein. Ziel der Erfassung so persönlicher Daten ist es, eine Grundlage für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen unter psychischen Gesichtspunkten zu erarbeiten.
„Psychische Belastungen am Arbeits- und Ausbildungsplatz – ein Handbuch“ (GUV-I 8628)
www.bayerguvv.de
www.baua.de
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