Unsichere Schnäppchen

SiBe Ausgabe 04/2007
Informationen für Sicherheitsbeauftragte
Die Produktanalyse 2007 des VDEInstituts brachte erschreckende Resultate: 50 Prozent der elektrotechnischen Produkte, die das VDE-Institut jährlich in seinen Labors in Offenbach testet, bestehen die Prüfanforderungen nicht!
Noch schlimmer ist es oft um die Sicherheit von Billigprodukten vor allem aus Fernost bestellt, die ohne Sicherheitsüberprüfung in den deutschen Markt kommen. Marktrecherchen des VDE-Instituts haben ergeben, dass die Hersteller von Wasserkochern, Bügeleisen, Kaffeemaschinen oder Toastern häufig die Sicherheitstechnik nicht ausreichend berücksichtigen.
Eine vom VDE-Institut erstellte „Hitliste“ der häufigsten Mängel nennt u. a.
- fehlende oder mangelhafte Schutzleiterverbindungen, so dass Sicherungen nicht ausgelöst werden können,
- mangelhafte Konstruktion und Zuverlässigkeit eingesetzter ungeprüfter Bauteile wie Temperaturregler und Kondensatoren,
- zu geringe Sicherheitsabstände zu unter Spannung stehenden Teilen,
- nicht dauerhaftes Material von Kontakten in Schaltern und Temperaturreglern,
- Verwendung von Kunststoffmaterialien und Leiterplatten, die thermischen Belastungen nicht gewachsen sind und brandtechnische Anforderungen nicht erfüllen,
- mangelhafte Tischsteckdosen, die thermisch nicht belastbar sind,
- schlechtes Auslöseverhalten von Leitungsschutzschaltern,
- funktionsuntüchtige Thermosicherungen, die bei Kurzschluss nicht auslösen,
- nicht normgerechte Glühfassungen, wodurch die Berührung des Schraubgewindes möglich wird.
Alarmierend für die VDE-Experten ist auch der Missbrauch des VDE-Zeichens auf mangelhaften Produkten, die insbesondere aus China auf den deutschen Markt kommen. Man versucht, dies durch intensive Marktbeobachtung zu verhindern.
www.vdeinstitut.com
