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Brandgefahr durch Heißluftpistolen im Labor

SiBe Ausgabe 04/2008

Informationen für Sicherheitsbeauftragte

 

Hands up – Heatgun
leich zweimal hat eine Heißluftpistole (auch Heatgun oder Heißluftgebläse genannt), die von jedem Heimwerker normalerweise zum Abbrennen von Farben und Lacken benutzt wird, zu verheerenden Bränden in den Laboren von Berliner Universitäten geführt.
In beiden Fällen entzündete sich brennbare Flüssigkeit an der noch heißen Heißluftpistole, die sich im Laborabzug befand. Ein Mitarbeiter erlitt schwere Verbrennungen an den Händen, vier weitere Beschäftigte trugen leichte Rauchvergiftungen davon. Der entstandene Sachschaden beläuft sich je Brand auf ca. 200.000 €.
Bei Untersuchungen durch die Präventionsabteilung der zuständigen Unfallkasse zeigte sich, dass die Heißluftpistole, die bis zu 550° C heiß werden kann, zu einem gängigen Arbeitsmittel im Laborbereich geworden ist und mittlerweile den Bunsenbrenner ersetzt. Die Geräte werden als Heizquelle für sehr unterschiedliche Arbeitsgänge eingesetzt. Das reicht vom Ausheizen von Glasgeräten und -apparaturen bis zum Erwärmen von Flüssigkeiten.

Heißluftpistole

Der „Arbeitskreis Laboratorien im Fachausschuss Chemie“ hat dieser Gefährdung durch einen eigenen Passus „Heißluftgebläse“ in der Technischen Regel für Gefahrstoffe „TRGS 526 – Laboratorien“ Rechnung getragen. Es wurde festgelegt, dass „Heißluftgebläse nicht in der Nähe brennbarer Flüssigkeiten oder Dämpfe betrieben werden dürfen“. Die neue Laborrichtlinie GUV R-120 (die derzeit erst als Entwurf vorliegt) weist noch auf andere Gefährdungen durch den Einsatz von Heißluftpistolen hin:

Heißluftgebläse können beim Einsatz in Abzügen das Rückhaltevermögen der Laborabzüge durch die erzeugte starke Luftströmung stören. Es kann zum Ausbruch von Gefahrstoffen kommen.
Zur Ablage am Arbeitsplatz werden fest montierte Halterungen empfohlen (z.B.waagerecht angebrachte Stativringe), da die am Gerät angebrachten Bügel und Halterungen keine Standsicherheit bieten.
Zur Verringerung der hohen Brandgefährdung sollten Heißluftgebläse grundsätzlich außerhalb des Abzuges montiert und aufbewahrt werden.
Die Beschäftigten sollten über diese Gefährdung umfassend unterwiesen werden, am besten anhand einer Betriebsanweisung.

Heißluftpistolen im Labor

  • Heißluftpistolen nicht im Laborabzug lagern
  • Brennbare Flüssigkeiten nicht mit der Heißluftpistole erwärmen
  • Lagerung des heißen Gerätes an einem sicheren Ort
  • Gefährdungsbeurteilung durchführen
  • Betriebsanweisung für Heißluftpistolen erstellen
  • Unterweisung durchführen

Autorin: Karin Helmig, UK Berlin

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