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Strangulationsgefahr durch Pferdegeschirre, Fahrradhelme

Meißen, im Juni 2012

Ausgelassenes Toben auf dem Spielplatz gehört einfach zu einer glücklichen Kindheit. Sicherheit aber auch. Eltern sollten deshalb einen kritischen Blick auf die Kleidung ihres Nachwuchses werfen. An Kordelstoppern, Schals und Schlüsselbändern können Kinder sich zu Tode strangulieren. Ein Risiko beim Klettern sind auch Fahrradhelme und Spielgeräte wie Seile, Riemen und Pferdegeschirre.
An einem Pferdegeschirr strangulierte sich im Herbst 2010 in Bayern ein vier Jahre altes Mädchen zu Tode, als eine um seinen Hals gelegte Schlinge sich in der Rutsche verfing. Im Sommer 2010 starb bei Augsburg ein elfjähriges Mädchen, dessen Fahrradhelm sich in den Maschen eines Spielgerätes verfangen hatte. Das Kind konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien, der festgeschnallte Riemen schnürte ihm die Luft ab.

Diese Unfälle sind grausam, doch sie lassen sich verhindern.
Die Unfallkasse Sachsen rät:

- Beaufsichtigen Sie Ihr Kind oder sprechen Sie mit anderen Eltern ab, wer die Aufsicht übernehmen kann.

- Achten Sie darauf, dass Ihr Kind auf dem Spielplatz oder auf Spielgeräten im Garten Fahrradhelm, lange Schals, Ketten oder Schlüsselbänder ablegt. Mit einem Karabinerhaken zum Beispiel kann der Schlüssel an der Gürtelschlaufe der Hose befestigt werden. 

- Einfache Regeln aufstellen. Zum Beispiel: Das Kind darf mit einem Pferdegeschirr, mit Seilen und Riemen nur laufen, aber nicht klettern.

- Anoraks dürfen in der Nähe des Halses keine Kordeln haben: Die Strangulationsgefahr ist immens! Zwar haben sich 2001 zahlreiche Hersteller und Händler von Kinderkleidung verpflichtet, bis Größe 146 auf Kordeln zu verzichten. Dennoch: Kordeln befinden sich noch immer an Jacken aus älteren Kollektionen, die in second-hand-Läden gekauft oder von älteren Geschwistern vererbt werden. Eine gute Alternative sind Klettverschlüsse; es gibt sie auch zum „Nachrüsten“.

 

Der Schutzhelm: sinnvoll auf dem Fahrrad und beim Skaten

Der Fahrradhelm schützt im Straßenverkehr das Leben des Kindes. Wird er falsch genutzt, etwa beim Klettern in einer großen Kletterspinne, birgt er Lebensgefahr: Fällt das Kind herunter, bleibt der Helm womöglich in den Maschen hängen. Das Kind kann sich strangulieren oder das Genick brechen. Zwar sind die Lücken zwischen den Maschen groß genug, dass der Kopf eines Kindes problemlos durch passt – aber eben nicht der Helm. Er bleibt hängen, das Kind wird von der Schwerkraft nach unten gezogen und bekommt keine Luft mehr.

 

Pressekontakt:

Karsten Janz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Unfallkasse Sachsen, Tel.: 03521 724-266

Die Unfallkasse Sachsen ist die gesetzliche Unfallversicherung für rund 300.000 Schulkinder in Sachsen. Der Versicherungsschutz ist kostenfrei. Weitere Informationen rund um die gesetzliche Schülerunfallversicherung gibt es unter www.unfallkassesachsen.de.

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