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Nachrüstungen von Fahrzeughebebühnen des Fabrikats „Nussbaum“

Dem u. a. für Hebebühnen zuständigen Fachbereich Handel und Logistik (FB HL) der DGUV sind zwei Fälle bekannt geworden, in denen es bei Fahrzeughebebühnen des Fabrikats Nussbaum zu Bauteilversagen kam. Im ersten Fall versagte die Wiederauffahrsicherung nach Bruch der Tragmutter, im zweiten Fall der Endanschlag in den teleskopierbaren Tragarmen. Für beide Fälle bietet die Firma Nussbaum kostenlose Nachrüstsätze an.
Nähere Angaben über die im ersten Fall betroffenen Hebebühnen sowie eine genaue Schilderung der Sachlage finden Sie unter den folgenden Links:
www.krafthand.de/aktuell/details/article/nussbaum-sicherheit.html

Der zweite Fall ereignete sich an einer Zwei-Säulen-Hebebühne, Fabrikat ATT, Typ HYMAX 2.50 SL, Baujahr 2013 mit einer Tragfähigkeit von 5000 kg. Die Hebebühne wurde regelmäßig geprüft. Laut Prüfplakette ist die nächste Prüfung in 04/2016.
Die Situation wurde wie folgt geschildert:
Ein KFZ sollte auf dieser Hebebühne angehoben werden. Dazu wurden die ausziehbaren Arme der Doppelgelenktragarme bis zum Anschlag herausgezogen und unter dem Fahrzeug die Aufnahmeteller positioniert. Danach wurde das Fahrzeug angehoben.
Nach ca. 45 Minuten kippte das KFZ im angehobenen Zustand von der Hebebühne ohne Krafteinwirkung von außen und stürzte ab. Zufälligerweise befand sich kein Mitarbeiter in unmittelbarer Nähe der Hebebühne. Es entstand ein Sachschaden am KFZ von ca. 15.000 EUR. Als Unfallursache konnte ein zu weit herausgeschobener innerer Tragarm ermittelt werden, der unter der Belastung aus der Führungsschiene herausrutschte und dadurch
das Fahrzeug an dieser Seite abkippte. Normalerweise wird das komplette Herausziehen des inneren Tragarmes durch einen mit zwei Senkschrauben M6 befestigten Endanschlag verhindert. In diesem Fall scherten aber beide Schrauben beim Stoß des inneren Tragarmes gegen den Endanschlag beim Herausziehen ab. Somit konnte der Arm weiter als Endlage herausgezogen werden.

Nach dem Unfall informierte der Unternehmer den Hersteller Nussbaum darüber und dieser schickte einen Bausatz zum Nachrüsten der Hebebühne zu. Er bestand aus 4-mal einem Anschlag mit Bohrungen und Senklöchern für Senkschrauben M6.


Geliefert wurden aber 4-mal zwei Senkschrauben M8. Die Bohrungen am Anschlag sind für die Montage zu klein. Ob die Senklöcher für M8-Senkschrauben passen, ist nicht bekannt. Außerdem müssen an dem defekten inneren Tragarm die abgescherten Schraubenreste aus den Gewindebohrungen des Armes entfernt sowie für alle 4 inneren Tragarme der Hebebühne auf M8 aufgebohrt und Gewinde geschnitten werden. Des Weiteren sind nachträglich Markierungen an den inneren Tragarmen anzubringen, die ein zu weites Herausziehen des Armes bei Bruch des Anschlages optisch anzeigen. Diese Arbeiten werden dem Betreiber mit zwei Service-Informationen
vom Hersteller Nussbaum beschrieben, die er selbst durchführen soll.
Im ersten Fall war die für die Firma Nussbaum zuständige Marktaufsichtsbehörde bereits beteiligt. Über den zweiten Fall wurde sie vom FB HL der DGUV unterrichtet.

Die Betreiber entsprechender Fahrzeughebebühnen werden gebeten, sich mit der Firma Nussbaum in Verbindung zu setzen und zur Vermeidung ähnlicher Fälle die notwendigen Nachrüstungen vorzunehmen.

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
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