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Da packen wir mit an

i-Punkt Ausgabe 01/2005

Sicherheit

 

Eigenleistungen bei Bauarbeiten am Feuerwehrhaus
Wo immer Hilfe gebraucht wird, auf sie ist Verlass. Feuerwehrmänner können richtig zupacken und erst recht, wenn’s ums eigene Haus geht. Wird an der Wache gewerkelt, stehen viele Brandbekämpfer nicht abseits. Doch bei aller Hilfsbereitschaft darf der Arbeitsschutz nicht zu kurz kommen.

Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr genießen auch bei der Ausführung von Arbeiten am Feuerwehrhaus den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Versicherungsschutz besteht ...

wenn die Gemeinde (nicht aber Dritte, z. B. ein Verein o. Ä.)

  • das Gewinn- und Verlustrisiko trägt,
  • das Bauvorhaben leitet und koordiniert,
  • die Arbeiten auf eigenem Grund und Boden stattfinden,
  • der Bürgermeister oder die Wehrleitung den Bau als Feuerwehrdienst anordnet. (Quelle: § 2 Abs. 1 Nr. 12 SGB VII)

Allgemeine Anforderungen

Der Unternehmer hat Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame erste Hilfe zu treffen. Er hat insbesondere Einrichtungen bereitzustellen und Anordnungen zu treffen, die den Bestimmungen der für ihn geltenden Unfallverhütungsvorschriften und den allgemein anerkannten sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln entsprechen. Soweit in anderen Rechtsvorschriften, insbesondere in Arbeitsschutzvorschriften, Anforderungen gestellt werden, bleiben diese Vorschriften unberührt.

Diese Forderung schließt die Verpflichtung des Unternehmers ein, Einrichtungen in der für den gefahrlosen Arbeitsablauf und für eine wirksame erste Hilfe erforderlichen Ausführung und Anzahl zur Verfügung zu stellen. Die Bestimmung schließt auch ein, dass der Unternehmer bei Gefährdung am Arbeitsplatz Personen nur mit solchen Tätigkeiten beschäftigen darf, für die sie nach Alter, Geschlecht, Körperbeschaffenheit und Gesundheitszustand geeignet und die durch Kenntnisse oder Belehrung in der Lage sind, mögliche Gefahren zu erkennen und abzuwenden. Diese Forderung schließt ferner ein, dass der Unternehmer auch die Durchführung aller in den Unfallverhütungsvorschriften enthaltenen Forderungen zu überwachen hat.

Pflichtenübertragung

Hat der Unternehmer die ihm hinsichtlich der Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren obliegende Pflichten übertragen, so hat er dies unverzüglich schriftlich zu bestätigen. Die Bestätigung ist von dem Beauftragten zu unterzeichnen; in ihr sind der Verantwortungsbereich und die Befugnisse zu beschreiben. Eine Ausfertigung der schriftlichen Bestätigung ist dem Beauftragten auszuhändigen.
Beauftragte Vorgesetzte und Aufsicht Führende sind auf Grund ihres Arbeitsvertrages verpflichtet, im Rahmen ihrer Befugnis die zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren erforderlichen Anordnungen und Maßnahmen zu treffen und dafür zu sorgen, dass sie befolgt werden.

Standsicherheit und Tragfähigkeit

Bauliche Anlagen und ihre Teile, Hilfskonstruktionen, Gerüste, Laufstege, Geräte und andere Einrichtungen müssen so bemessen, aufgestellt, unterstützt, ausgesteift, verankert und beschaffen sein, dass sie die bei der vorgesehenen Verwendung anfallende Lasten aufnehmen und ableiten können. Sie dürfen nicht überlastet werden und müssen auch während der einzelnen Bauzustände standsicher sein.

Diese Forderung ist erfüllt für

  • Unterfangungen, wenn sie nach DIN 4123 „Gebäudesicherung im Bereich von Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen“ ausgeführt werden;
  • Arbeits- und Schutzgerüste, wenn sie nach Normen der Reihe DIN 4420 „Arbeits- und Schutzgerüste“ und den „Sicherheitsregeln für Arbeits- und Schutzgerüste“ (ZH 1/534) errichtet und benutzt werden;
  • fahrbare Arbeitsbühnen (Fahrgerüste), wenn sie DIN 4422 Teil 1 „Fahrbare Arbeitsbühnen (Fahrgerüste) aus vorgefertigten Bauteilen; Werkstoffe, Gerüstbauteile, Maße, Lastannahmen und sicherheitstechnische Anforderungen; DIN EN 1004 entsprechen;

Leitung, Aufsicht und Mängelmeldung bei Bauarbeiten

Bauarbeiten müssen von fachlich geeigneten Vorgesetzten geleitet werden. Diese müssen die vorschriftsmäßige Durchführung der Bauarbeiten gewährleisten.
Bauarbeiten müssen von weisungsbefugten Personen beaufsichtigt werden (Aufsichtführende). Diese müssen die arbeitssichere Durchführung der Bauarbeiten überwachen. Sie müssen hierfür ausreichende Kenntnisse besitzen. Zur Leitung und Beaufsichtigung von Bauarbeiten gehört auch das Überprüfen auf augenscheinliche Mängel von Gerüsten, Geräten und anderen Einrichtungen, Schutzvorrichtungen, Böschungssicherungen usw., die von anderen zur Verfügung gestellt bzw. durchgeführt und für die eigenen Arbeiten benutzt werden.
Stellt ein Beschäftigter fest, dass eine Einrichtung, ein Arbeitsverfahren oder ein Arbeitsstoff sicherheitstechnisch nicht einwandfrei ist, hat er dies dem Aufsichtführenden und dem Sicherheitsbeauftragten unverzüglich zu melden, sofern er den Mangel nicht selbst beseitigen kann.

Persönliche Schutzausrüstungen

Wenn durch betriebstechnische Maßnahmen es nicht ausgeschlossen ist, dass die Versicherten Unfall- oder Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind, so hat der Unternehmer geeignete persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung zu stellen und diese in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Für die bereitgestellten persönlichen Schutzausrüstungen müssen EG-Konformitätserklärungen vorliegen.

Für persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen sollen, hat der Unternehmer die bereitzuhaltende Benutzungsinformation den Versicherten im Rahmen von Unterweisungen mit Übungen zu vermitteln.

Persönliche Schutzausrüstung ist Pflicht

Kopfschutz, wenn mit Kopfverletzungen durch Anstoßen, durch pendelnde, herabfallende, umfallende oder wegfliegende Gegenstände oder durch lose hängende Haare zu rechnen ist;
Fußschutz, wenn mit Fußverletzungen durch Stoßen, Einklemmen, umfallende, herabfallende oder abrollende Gegenstände, durch Hineintreten in spitze und scharfe Gegenstände oder durch heiße Stoffe, heiße oder ätzende Flüssigkeiten zu rechnen ist;
Augen- oder Gesichtsschutz, wenn mit Augen- oder Gesichtsverletzungen durch wegfliegende Teile, Verspritzen von Flüssigkeiten oder durch gefährliche Strahlung zu rechnen ist;
Atemschutz, wenn Versicherte gesundheitsschädlichen, insbesondere giftigen, ätzenden oder reizenden Gasen, Dämpfen, Nebeln der Stäuben ausgesetzt sein können oder wenn Sauerstoffmangel auftreten kann;
Körperschutz, wenn mit oder in der Nähe von Stoffen gearbeitet wird, die zu Hautverletzungen führen oder durch die Haut in den menschlichen Körper eindringen können, sowie bei Gefahr von Verbrennungen, Verätzungen, Verbrühungen, Unterkühlungen, elektrischen Durchströmungen, Stich- oder Schnittverletzungen.

Auslegen von Unfallverhütungsvorschriften, Unterweisung der Versicherten

Der Unternehmer hat die für sein Unternehmen geltenden Unfallverhütungsvorschriften an geeigneter Stelle zugänglich zu machen. Den mit der Durchführung der Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren betrauten Personen sind die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften auszuhändigen, soweit sie ihren Arbeitsbereich betreffen.

Der Unternehmer hat die Versicherten über die bei ihren Tätigkeiten auftretenden Gefährdungen sowie über die Maßnahmen zu ihrer Abwendung vor der Beschäftigung und danach in angemessenen Zeitabständen, mindestens jedoch einmal jährlich, zu unterweisen.

Die Bestimmung schließt die zum Erreichen des Zweckes notwendige Wiederholung der Unterweisung ein. Die Zeitabstände für die Wiederholung sind im Einzelfall den betrieblichen Verhältnissen entsprechend (z.B. nach dem Gefahrengrad, bei neuartiger Tätigkeit) zu bemessen. Den Unternehmer trifft auch die Verpflichtung, die Versicherten über das Verhalten im Gefahrfall zu unterrichten, insbesondere über geeigneten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Schadensbegrenzung sowie über die Lage der Fluchtwege und Notausgänge, damit die Versicherten auch unter den erschwerten Bedingungen einer Paniksituation die Arbeitsplätze schnell verlassen können. Dabei ist es unerheblich, ob sich die Arbeitsplätze in Räumen oder im Freien befinden.

Weitere Informationen

Unfallverhütungsvorschriften:
UVV „Grundsätze der Prävention“, GUV-V A 1 und UVV „Bauarbeiten“ GUV-V C 22.

Nachzulesen unter:
www.unfallkassesachsen.com
Rubrik: Publikationen

Ronald Patzak

Noch Fragen: patzak@unfallkassesachsen.com oder Tel. (0 35 21) 72 43 03

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
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