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Kleine grüne Welt (Teil 2)

i-Punkt Ausgabe 01/2007

Sicherheit

 

Vegetation in Kindereinrichtungen
Jeder weiß, wie unangenehm Brennnesseln sind. Doch während diese letztlich harmlos sind, gibt es andere Pflanzen, die besonders für Kleinkinder wirklich gefährlich werden können. Pflanzen, deren Verzehr zu schwersten Gesundheitsschäden führen kann. Andere wiederum verursachen Allergien oder führen mit Dornen und Stacheln leicht zu Verletzungen.

Giftpflanzen

Giftig: Gemeine Eibe
Giftig: Gemeine Eibe
Giftig: Gemeiner Efeu
Giftig: Gemeiner Efeu
Giftig: Riesen-Bärenklau
Giftig: Riesen-Bärenklau
Giftig: Goldregen
Giftig: Goldregen

Vielen ist bekannt, dass Goldregen so giftig ist, dass der Verzehr der Früchte zu schwersten gesundheitlichen Schäden oder gar zum Tod führen kann. Der Anbau von drei weiteren Giftpflanzen ist auf Kinderspielplätzen ebenfalls verboten. Es handelt sich dabei um Seidelbast, Pfaffenhütchen und Stechpalme.

Außer diesen Pflanzen gibt es noch weitere, die sinnvollerweise auf Kinderspielplätzen nicht zum Einsatz kommen sollten bzw. auf die Kinder keinen Zugriff haben sollten. So hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Liste giftiger Pflanzenarten bekannt gemacht (vgl. Bekanntmachung einer Liste giftiger Pflanzenarten vom 17. April 2000, veröffentlicht im Bundesanzeiger Nummer 86, ausgegeben am Sonnabend, dem 6. Mai 2000). In  dieser Liste werden Giftpflanzen wie Efeu, Eibe, Engelstrompete, Feuerbohne, Roter und Wolliger Fingerhut, Kaiserkrone, Maiglöckchen, Oleander, Sadebaum, Tollkirsche und weitere genannt.

Um mögliche gesundheitliche Gefahren für Kinder zu vermeiden, sollten die in dieser Liste angegebenen Pflanzen in Kindertagesstätten, Schwimmbädern, Kinderheimen und auf Spielplätzen nicht gepflanzt werden bzw. nicht aufwachsen, d.h., die Erzieherinnen sollten solche Pflanzen kennen und diese ggf. entfernen (lassen). Auf giftige Pilze wird nicht Bezug genommen, die giftigsten Vertreter sollten ebenfalls bekannt sein. Es ist also erforderlich, insbesondere im Aufenthaltsbereich von Krippenkindern den Zugriff auf giftige Pflanzen zu verhindern.

Kinder interessieren sich vorrangig für Pflanzen, die farbenfrohe Früchte und Blüten haben. Im Jahresbericht 2005 der Giftnotrufzentrale Berlin ist zu lesen, dass es eine jahreszeitlich bedingte Zunahme der Vergiftungsanfragen in den Sommermonaten gibt. Insbesondere Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren probieren beim Spielen im Freien Beeren, Blüten und Pflanzen. Etwa in einem Alter ab 3 Jahren und sicher ab dem 4. Lebensjahr lernen Kinder Lebensmittel von Fremdstoffen zu unterscheiden, sie stecken nicht mehr alles in den Mund. 90 Prozent aller Vergiftungen bei Kindern geschehen im Haushalt. Der Anteil der Anfragen, die die Giftnotrufzentrale wegen Pflanzeningestionsfällen (Aufnahme eines Stoffes mit der Nahrung bzw. über den Verdauungstrakt) erreichte, beträgt seit Jahren ca. 14–15 %.

Hinweise über Giftpflanzen gibt die Broschüre GUV-SI 8018 „Giftpflanzen beschauen – nicht kauen“.

 

 

 

 

 

Allergieverursachende Pflanzen

Pflanzen können Allergien verursachen. Pollen sowohl von Gräsern als auch von blühenden Bäumen wie beispielsweise der Birke sind nicht für jedermann verträglich. Auch die Berührung von Blättern kann Allergien auslösen. Gerade im Frühjahr können Kinder nach einem längeren Aufenthalt auf dem Spielplatz unter geschwollenen Augen, laufender Nase oder einem Hautausschlag leiden. Wichtig ist, dass Kindergärtnerinnen und Lehrer über die Allergie des Kindes informiert werden und damit die Erkrankung bei der Planung von Aktivitäten im Freien berücksichtigt werden kann.

Pflanzen mit Dornen und Stacheln

Die Gefährdung des sich Stechens geht aus von Pflanzen mit Dornen und Stacheln. Für Kinder sind die Gefahren schwer erkennbar. Solche Pflanzen sollten keinesfalls verwendet werden, um gezielt den Kindern den Zugang zu einer Sache zu verwehren. Auch als Absturzsicherung sind sie ungeeignet. In der Regel sollte auf dornige und stachlige Pflanzen verzichtet werden. Bei Anwesenheit größererKinder ist das Anpflanzen stachliger und dorniger Pflanzen möglich, die Pflanzen sollten aber nicht direkt zugänglich sein (z. B. innerhalb von Anpflanzungen). An Hauptverkehrswegen und Aufenthaltsbereichen, vor allem in jenen, in denen eine intensive Bewegung vorgesehen ist, sowie in Fallbereichen ist auf dornige und stachlige Pflanzen zu verzichten.

Pflanzen, die ätzen und brennen

Unter den Pflanzen finden sich auch solche, deren Berührung zu Brennen und Verätzungen führen kann. Ein bekannter Vertreter dieser Art ist die Brennnessel. Diese Pflanze wird man sicherlich an Hauptverkehrswegen und in Aufenthaltsbereichen nicht ungehindert wachsen lassen, aber man wird auch nicht jede Brennnessel entfernen können. Es gibt aber eine Pflanze, die auf Spielplätzen nicht vorkommen darf. Eine solche Pflanze ist der Riesenbärenklau.

Standfestigkeit von Bäumen

Befinden sich Bäume in der Einrichtung, so sind Gefahren durch kranke und bruchgefährdete Bäume abzuwenden. Es ist zu kontrollieren, ob es tote Äste gibt, ob der Baum von Pilz oder Schwamm befallen ist oder ob er durch Vandalismus beschädigt wurde.

Laub als Rutschgefahr

Heruntergefallenes Laub sollte regelmäßig von den Hauptverkehrswegen entfernt werden, um dem Ausrutschen auf nassem klitschigen Laub vorzubeugen.

Stolperstellen durch Baumwurzeln

Gefährdungen können auch ausgehen von Bäumen, die flache Wurzeln haben. Irgendwann sind diese Wurzeln so dick, dass sie aus der planen Erdoberfläche herausragen, Gehwegplatten ausheben und Stolperstellen bilden. Um dies zu vermeiden, müssen bei der Anlage einer Freifläche Maßnahmen getroffen werden, die verhindern, dass sich auf Gehwegen Stolperstellen bilden. Eine Möglichkeit ist der Einbau von Wurzelleitplatten. Diese leiten die Wurzeln von den Gehwegen weg, so dass Stolperstellen nicht entstehen.

Empfohlene Pflanzen

entnommen aus dem Buch „Sicherheit auf Kinderspielplätzen“ von Adge, Beltzig, Nagel, Richter
entnommen aus dem Buch „Sicherheit auf Kinderspielplätzen“ von Adge, Beltzig, Nagel, Richter

Es gibt sicherlich viel mehr Pflanzen, die geeignet sind, auf die aber an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden kann.

Unterweisungen

Pflanzen in der Kindertageseinrichtung oder auf dem Schulhof bringen den Kindern ein Stück Natur näher. Kinder müssen den Umgang mit Pflanzen lernen. Sie müssen wissen, welche Gefahren von Pflanzen ausgehen können und was zu tun ist, damit Gefährdungen nicht entstehen. Um die Kinder altersgerecht unterweisen zu können, müssen die Erzieherinnen über entsprechende Kenntnisse verfügen. Die Leiterin der Einrichtung sollte ihre Mitarbeiter dahingehend informieren. Auch für Eltern ist das Thema Pflanzen sicher interessant und kann durchaus mal Gegenstand eines Elternabends sein.


Monika Kirsten

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