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Leben retten – jetzt noch leichter

i-Punkt Ausgabe 01/2007

Gesundheit

 

Neue Richtlinien für die Erste-Hilfe-Ausbildung
Ab 1. Januar 2007 gelten neue Richtlinien für die Erste-Hilfe-Ausbildung in Deutschland. Die Änderungen sollen es Ersthelfern noch leichter machen, im Notfall beherzt zugreifen und Leben retten zu können. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) erklärt die wichtigsten Änderungen.

Wichtig ist, überhaupt zu helfen. Das neue Regelwerk soll durch einfach erlernbare Maßnahmen die Scheu vor dem Helfen verringern und damit die Überlebenschance von Notfallpatienten verbessern. Auch wenn man sich in einer Notfallsituation nicht mehr an jeden Handgriff erinnern kann, sollte man helfen. Es gibt nur einen Fehler – nichts zu tun.

Bisher waren fünf Handgriffe nötig, um einen Bewusstlosen in die richtige Position zu drehen, nun sind das nur noch drei. Außerdem sollen Laien-Ersthelfer nicht mehr nach komplizierten Zeichen für einen Herz-Kreislauf-Stillstand suchen, bevor sie eine Herzmassage beginnen. Wenn ein Mensch nicht Leben retten – jetzt noch leichter reagiert und nicht normal atmet, sollte mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden. Die wichtigsten Änderungen:

Stabile Seitenlage

Ein Bewusstloser, der noch atmet, kommt in die stabile Seitenlage. Sie verhindert, dass der Betroffene beispielsweise an Erbrochenem erstickt. Bisher waren fünf Handgriffe nötig, um die Person in die richtige Position zu bringen – nach den neuen Regeln sind es nur noch drei:

  • Den nahen Arm des Bewusstlosen angewinkelt nach oben neben dessen Kopf legen (Handfläche nach oben)
  • Den anderen Arm über den Brustkorb ziehen und die Hand des Betroffenen auf dessen Wange legen.
  • Das ferne Knie beugen und den Betroffenen zu sich herüberziehen

Danach wird die Position nur noch justiert:
Man überstreckt den Hals des Betroffenen, um die Atemwege frei zu machen, und öffnet leicht dessen Mund.

Neu: mit drei Handgriffen zur stabilen Seitenlage

Schritt 1: Den nahen Arm der Person angewinkelt neben deren Kopf legen ...
Schritt 1: Den nahen Arm der Person angewinkelt neben deren Kopf legen ...
Schritt 2: ... den anderen Arm über den Brustkorb ziehen und die Hand der Person auf deren Wange legen ...
Schritt 2: ... den anderen Arm über den Brustkorb ziehen und die Hand der Person auf deren Wange legen ...
Schritt 3: ... das ferne Knie beugen und die Person zu sich herüberziehen.
Schritt 3: ... das ferne Knie beugen und die Person zu sich herüberziehen.
Jetzt nur noch die Position justieren: Hals überstrecken und den Mund leicht öffnen. Fertig!
Jetzt nur noch die Position justieren: Hals überstrecken und den Mund leicht öffnen. Fertig!

Wiederbelebung

Wenn ein Betroffener weder bei Bewusstsein ist noch normal atmet, sollte man schnellstmöglich einen Notruf (112, in einigen Regionen gilt zusätzlich die 19222) absetzen und danach mit der Wiederbelebung beginnen. Jede Minute, die jetzt ohne Reanimation verstreicht, verringert die Überlebenschance erheblich!

  • Herzdruckmassage:
    Drücken Sie mit aufeinanderliegenden Händen 30-mal in der Mitte des Brustkorbs des Betroffenen (Rhythmus: etwas schneller als 1-mal pro Sekunde)
  • Beatmung:
    Überstrecken Sie den Kopf des Betroffenen, halten Sie seine Nase zu und beatmen ihn 2-mal Mund zu Mund.

Dieses 30:2-Verhältnis wird beibehalten, bis der Rettungsdienst eintrifft und die Maßnahmen fortführt. Bisher galt das Verhältnis 15:2, Studien haben jedoch gezeigt, dass die häufigere Herzdruckmassage für das Überleben sehr wichtig ist.

Zum Schutz von Helfer und Patient bei der Beatmung hat das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit einem Medizinproduktehersteller eine Einmal-Notfallbeatmungshilfe entwickelt. Sie ist unter dem Namen „Quick Aid“ in Apotheken und bei der DRK Service GmbH erhältlich.

Am besten nehmen Sie diese Änderungen zum Anlass, Ihr Wissen in einem Erste-Hilfe-Training zu erneuern. Angebote finden Sie bei allen Hilfeleistungsorganisationen.

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz

Weitere Informationen zur Ersten Hilfe nach den neuen Richtlinien finden Sie unter www.drk.de/erstehilfe.

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