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Was tun bei ...

i-Punkt Ausgabe 01/2007

Information

 

Ratgeber für Unfälle zu Hause
Dort, wo wir uns am sichersten fühlen – zu Hause – passieren die meisten Unfälle. Damit Sie wissen, was Sie tun können, bis professionelle Hilfe eintrifft, haben wir die häufigsten Verletzungen zusammengestellt und die Sofortmaßnahmen, die jeder leisten kann. Noch besser wäre, Sie besuchen einen Ersthelferkurs.

Kopfverletzungen

Zu den häufigen Kopfverletzungen bei Stürzen – Eltern kennen das von ihren Kindern - gehört die Gehirnerschütterung. Der Verletzte ist manchmal sehr kurz bewusstlos. Die charakteristischen Anzeichen einer Gehirnerschütterung: Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Das Erbrechen kann auch etwas später auftreten. Den Verletzten sollte man ruhig hinlegen und beobachten. Wichtig ist es, den Notarzt zu verständigen. Bei zahlreichen Stürzen kann es auch zum Schädelbruch oder Schädelbasisbruch kommen. Dies ist an leichten Blutungen aus Nase, Mund oder Ohr zu erkennen, die oft wässrig aussehen. Oft ist der Betroffene bewusstlos. Manchmal treten Krämpfe auf. Im Bereich der Schädeldecke ist oft eine offene Wunde zu erkennen. Manchmal tritt Hirnmasse aus der Wunde aus. Die Wunde muss unbedingt steril abgedeckt werden.

Bewusstlosigkeit ist immer ernst zu nehmen – es besteht Lebensgefahr. Durch die Gewalteinwirkung auf den Kopf können unter der Schädeldecke Blutgefäße platzen und einen Bluterguss im Schädel bilden. Hierdurch wird Druck auf das Gehirn ausgeübt und die Bewusstlosigkeit ausgelöst. Der Rettungsdienst muss sofort gerufen werden. Blutende Verletzungen müssen keimfrei abgedeckt werden.

Knochenbrüche

Ein Knochenbruch (die Mediziner sagen: Fraktur) entsteht meist durch einen Sturz oder eine Verdrehung. Beim geschlossenen Bruch ist die Haut im Bruchbereich unverletzt. Beim offenen Bruch hingegen befindet sich im Bruchbereich eine Wunde. Für Wunde und Knochen besteht erhebliche Infektionsgefahr.
Nicht jeder geschlossene Bruch wird gleich erkannt. Sind die Gelenke aber ungewöhnlich verdreht, handelt es sich fast immer um einen Bruch. Und fast immer entsteht im Bereich der Bruchstelle durch die Verletzung von Blutgefäßen eine Schwellung. Die Betroffenen haben dort starke Schmerzen. Besteht auch nur der Verdacht auf eine Fraktur, darf der Verletzte nicht viel bewegt werden. Offene Brüchen müssen keimfrei abgedeckt werden, ansonsten sollte man die verletzten Gelenke weich polstern und ruhig stellen: zusammengerollte Decken, Kissen oder Kleidung eignen sich, dann sollte der Notarzt gerufen werden. Ein Verletzter mit einem Rippenbruch wird wegen seiner starken Schmerzen flach atmen und versuchen, seinen Oberkörper aufzurichten. Die Lagerung mit erhöhtem Oberkörper bringt Erleichterung, jedoch besteht die Gefahr, dass die Lunge verletzt ist, und das bedeutet Lebensgefahr.

Wirbelsäulenbrüche passieren bei Stürzen aus größerer Höhe oder häufig bei Zweiradunfällen. Im Wirbelkanal der Wirbelsäule befindet sich das Rückenmark mit den wichtigen Nervenverbindungen vom Gehirn zu den verschiedenen Körperregionen und Organen. Ist durch den Bruch der Wirbelsäule auch das Rückenmark beschädigt, kann es zur Querschnittslähmung kommen. Dabei treten von der Bruchstelle an abwärts Lähmungserscheinungen auf – allerdings nicht zwangsläufig. Hat ein Verunglückter starke Rückenschmerzen und kann er seinen Körper kaum noch bewegen, kann ein Wirbelbruch vorliegen. Ist das Rückenmark betroffen, hat er meist Lähmungserscheinungen mit Gefühllosigkeit und Bewegungsunfähigkeit an Armen und/oder Beinen. Bei Verdacht auf  Wirbelbrüche sollte man den Verletzten nicht bewegen, da durch jede Lageveränderung weitere Verletzungen folgen können.

Blutende Wunden

Wunden zieht man sich immer wieder zu: Die Statistik nennt rund 2,5 Millionen Unfälle, die im Haushalt passieren – wobei Stürze am häufigsten sind. Dabei gibt es neben kleineren Schürfwunden auch manchmal stark blutende Schnitte, die unbedingt versorgt werden müssen. Bei einer tieferen Verletzung stoppen ein Druckverband aus einer sterilen Kompresse und einem Verband die Blutung. Ist keine geeignete Wundbedeckung zur Hand, kann die Blutung durch Aufdrücken eines möglichst sauberen Tuches gestoppt werden. Die betroffene Körperstelle sollte man erhöht lagern.
Kommt die Blutung trotz festem Druck nach fünf Minuten nicht zum Stillstand, handelt es sich um eine klaffende, nicht zu schließende Wunde oder ist Muskel- oder Fettgewebe sichtbar, muss die Verletzung ärztlich behandelt werden. Verliert ein Erwachsener rund einen Liter Blut, besteht Lebensgefahr. Wenn eine Wunde stark blutet, das Blut pulsierend herausströmt, kann ein Blutgefäß betroffen sein. Ein Druckverband – nicht das Abbinden des Gelenks – ist hier die richtige Maßnahme.

Platzwunden können auch sehr stark bluten. Es besteht erhöhte Infektionsgefahr, denn die Wundränder sind unregelmäßig. Stark verschmutzte kleinere Wunden kann man unter fließendem Wasser reinigen, sollte sie aber anschließend immer desinfizieren und einen sterilen Verband auflegen. Bei größeren Wunden auf jeden Fall den Arzt aufsuchen. Bei Platzwunden am Schädel sollte man mehrere sterile Kompressen auf die Wunde drücken und verbinden. Solche Wunden müssen fast immer chirurgisch versorgt werden. Bei Bisswunden ist eine sofortige medizinische Untersuchung erforderlich. Was ebenfalls nicht vergessen werden sollte: Ist der Tetanusschutz noch ausreichend gegeben?

Was tun im Notfall?

Broschüre "Was tun im Notfall?"

Noch mehr Tipps für Erste Hilfe bei Kindern enthält diese praktische Registerbroschüre. 13 Register helfen bei den wichtigsten Notfällen übersichtlich, kurz und prägnant. Gern senden wir Ihnen diesen praktischen Helfer kostenlos zu. Einzelexemplare können Sie hier bestellen

(03521) 72 43 14 oder redaktion@unfalkassesachsen.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbrennungen

Zu den schmerzhaftesten äußeren Verletzungen gehören Verbrennungen und Verbrühungen. Die Beurteilung der Schwere einer Verbrennung richtet sich nach dem Verbrennungsgrad und der Größe der verbrannten Körperoberfläche. Hautrötung und Blasenbildung treten bei Verbrennungen 1. und 2. Grades auf. Bei Verbrennungen 3. Grades ist das Gewebe grauweiß oder schwarz verbrannt. Verbrennungen verursachen stärkste Schmerzen und führen meist zum Schock. Im schlimmsten Fall, wenn Personen brennen, muss man den Betroffenen sofort auf  den Boden wälzen, mit einer Decke oder einem eigenen Kleidungsstück die Flammen ersticken.

Kaltes Wasser bei Verbrühungen hilft. Alle anderen Hausmittel sind tabu. Man gießt kaltes Wasser auf die verbrannten Körperstellen, bis die Schmerzen nachlassen – 10 bis 15 Minuten. Dann müssen die Wunden steril abgedeckt werden, da die Infektionsgefahr sehr groß ist. Bei großflächigen Verbrennungen muss man mit einem Schock rechnen, daher sollte man die Beine höher lagern.

Vergiftungen

Besonders häufig sind Kinder von Vergiftungen betroffen: Rund 90 Prozent aller Vergiftungsunfälle betreffen Kleinkinder im Alter zwischen zehn Monaten und 4,5 Jahren. Die wichtigste Soforthilfe ist, dem Kind Flüssigkeit (Wasser, Tee, Saft) zu geben, die in kleinen Schlucken getrunken werden muss. So werden die Substanzen verdünnt. Milch sollte man nicht verabreichen – sie schadet, da sie die Aufnahme der Substanz in den Darm beschleunigt. Man sollte die giftige Substanz – Tabletten, Chemikalien, Pflanzen für den Notarzt aufbewahren. Man sollte nicht versuchen, Erbrechen etwa durch Salzwasser herbeizuführen – wichtiger ist es, den Notarzt zu rufen.

Falls giftige Dämpfe eingeatmet wurden, hilft frische Luft, den Betroffenen dabei warm halten und beruhigen. Falls die Augen mit ätzenden Flüssigkeiten oder Kalk in Berührung gekommen sind, hilft Spülen unter fließend kaltem Wasser.

Quelle. www.gesundheit.de

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