Webcode dieser Seite: u165

Aufklärung im Handumdrehen

i-Punkt Ausgabe 02/2006

Gesundheit

 

Unfallkasse erfolgreich mit Hautschutzprogramm
Heilberufe sind in besonderem Maße anfällig für schwere Handekzeme. Die tägliche Arbeit mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, in feuchtigkeitsdichten Handschuhen unter besonderen hygienischen Bedingungen belastet die Haut extrem. Ein Fünftel des Pflegepersonals muss wegen Hautproblemen vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden. Existenzangst und Unwissenheit verhindern häufig eine zeitgerechte Versorgung im bisherigen Hautarztverfahren.

Ein Fluoreszenztest macht die korrekte Hand-Desinfektion sichtbar
Ein Fluoreszenztest macht die korrekte Hand-Desinfektion sichtbar

Die berufsbedingte Hauterkrankung ist eine der häufigsten Ursachen für krankheitsbedingten Arbeitsplatzverlust. Je länger eine Hauterkrankung besteht, desto größer ist das Risiko für eine schwere oder wiederholt rückfällige Erkrankung sowie für den objektiven Zwang zur Aufgabe der Tätigkeit.

Erschreckend ist, dass selbst in hoch gefährdeten Berufsgruppen die Anwendung von Hautschutz nicht zur selbstverständlichen Normalität gehört und auch das Wissen darüber noch enorme Defizite aufweist. Raue und gering gerötete Hände werden in solchen Berufsgruppen teilweise als noch normal empfunden und als obligatorisches Berufsmerkmal akzeptiert. Selbst wenn die Betroffenen den Arbeitsplatz aufgrund der berufsbedingten Hauterkrankung gewechselt haben, gaben sie an, dass sie nie oder selten Hautschutz verwenden.

Je früher jemand in erfahrene berufsdermatologische Hände kommt, desto größer ist die Chance, auf Dauer hautgesund im Beruf weiter arbeiten zu können. Viele Patienten haben nach wie vor Angst, ihre Hauterkrankung den gesetzlichen Unfallversicherern anzuzeigen. Bei ihnen besteht der Irrglaube, nach Meldung einer Berufserkrankung quasi „von Amts wegen“ aus dem Beruf ausgeschlossen zu werden. Oder sie befürchten Nachteile von Seiten des Arbeitgebers. Um dies zu verhindern, bietet die Unfallkasse Sachsen seit zirka einem Jahr ein Sekundärpräventionsprogramm für Beschäftigte in Pflegeberufen durch parallele Hautschutzschulung und hautärztliche Untersuchung an.

In Zusammenarbeit mit dem beratenden Hautarzt der Unfallkasse Sachsen, Dr. Hubertus Neuber, Leitender Dermatologe im Bundeswehrkrankenhaus Leipzig, kommt  ie Unfallkasse Sachsen in Krankenhäuser und Krankenpflegeschulen. Bei diesem Besuch klären wir Sie auf über Sinn und Zweck der gesetzlichen Unfallversicherer und erläutern Ihnen die vielen Möglichkeiten der Hilfestellung. Wir warnen Sie vor Hautgefährdungen und informieren über Schutzmöglichkeiten im Beruf. Außerdem bieten wir Ihnen die Möglichkeit zur freiwilligen Untersuchung der Hände durch einen kompetenten Dermatologen.

Die Resonanz unserer Mitgliedsunternehmen ist enorm. So wurden von November 2005 bis März 2006 über 800 Kranken-/Altenpfleger/-schwestern durch die Unfallkasse Sachsen in 90-minütigen Lehrveranstaltungen im Hautschutz für Pflegeberufe geschult und zeitgleich an den Händen hautärztlich untersucht. Wurden berufsbedingte Ekzeme festgestellt, wird ein Hautarztbericht erstellt und der Versicherte wird in das Hautarztverfahren als Sekundärpräventionsprogramm der Unfallkasse Sachsen übernommen.

Die Ziele:

  • Erfassung der (Häufigkeit) von berufsbedingten Hauterscheinungen,
  • Überführung der Fälle in das Hautarztverfahren,
  • Ermittlung der „Dunkelziffer“ von beruflich Hauterkrankten sowie
  • Erkundung der Gründe für die Ablehnung von dermatologischer Betreuung.

Die Ergebnisse:

  • 598 von 841 Untersuchten waren hautgesund.
  • 256 hatten Anhaltspunkte für ein berufsbedingtes Handekzem.
  • Bei 162 Personen wurde ein Hautarztbericht erstellt.
  • 94 Betroffene wollten aus zu diskutierenden Gründen explizit keine weiterführende Betreuung.

Hautschutzseminar im Städtischen Klinikum Görlitz gGmbH
Hautschutzseminar im Städtischen Klinikum Görlitz gGmbH

Damit sind 30% der Untersuchten von Handekzemen mit arbeitskongruentem Verlauf betroffen! 11% wünschen oder wünschten trotz intensiver Beratung keine Versorgung über die Unfallkasse. Der häufigste genannte Grund war Angst vor Arbeitsplatzverlust. Hier besteht noch weiterer erheblicher Aufklärungsbedarf, um das Vertrauen auch dieser Patienten zu gewinnen.

162 Versicherte haben damit die Möglichkeit, im Stufenverfahren intensiv betreut zu werden. Im Hautschutzzentrum Leipzig erfolgt die Versorgung mit arbeitsplatzadaptiertem Hautschutz und eingehender Beratung und Schulung sowohl in Einzel- als auch in Gruppenschulungen. Damit steigen die Chancen für diesen Personenkreis erheblich, dauerhaft hautgesund im Beruf zu verbleiben.

Diese Veranstaltung wird selbstverständlich kostenfrei durch die Unfallkasse Sachsen angeboten. Wir erhoffen uns von dieser Maßnahme, dass der Eintritt von berufsbedingten Hauterkrankungen weitgehend verhindert werden kann und die Arbeitgeber zufriedene und gesunde Arbeitnehmer zur Verfügung haben und somit die krankheitsbedingten Ausfälle diesbezüglich in geringem Ausmaß bleiben. Zudem zeigt sich, dass wir unseren gesetzlichen Auftrag als moderne kundenorientierte Verwaltung verstanden haben und stets an der zielführenden Optimierung der Betreuung zum Wohle unserer Versicherten und deren Arbeitgeber durch Verlassen vorgegebener Pfade arbeiten.

Kai Jurig

Mehr Informationen

Dr. med. Hubertus Neuber, Tel. (0341) 5614946 oder dr.neuber@hautschutzzentrum.de;
Gisela Franz, Tel. (03521) 724 276 oder franz@unfallkassesachsen.com;
Kai Jurig, Tel. (03521) 724-242 oder jurig@unfallkassesachsen.com

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
Externer Link zur Überprüfung dieser Seite auf standardkonforme Programmierung nach XHTML 1.0  Externer Link zur Überprüfung von Style Sheets  Externer Link zur Erklärung der Stufe AAA der Web Content Accessibility Guidelines 1.0