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Sicherheit im flammenden Inferno

i-Punkt Ausgabe 02/2006

Sicherheit

 

Bau und Betrieb von Brandübungsanlagen
Viele Feuerwehren möchten in Brandübungsanlagen die praktische Brandbekämpfung trainieren – den Innenangriff. Nach der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger und der regelmäßigen For tbildung möchte man einen weiteren Schritt in Richtung Realität gehen. Von besonderem Interesse und sehr spektakulär sind so genannte „Flash-Over-Erlebnisse“, die für sich allein jedoch ohne tieferen Ausbildungswert sind.

Brandübungscontainer auf einem Sattelauflieger
Brandübungscontainer auf einem Sattelauflieger
Brandübungsanlage der Berufsfeuerwehr Dresden/Übigau
Brandübungsanlage der Berufsfeuerwehr Dresden/Übigau

Für eine realitätsnahe Ausbildung ist es nicht damit getan, sich nach einer „Bauanleitung“ einen Container herzurichten und dann mit dem „Übungsbetrieb“ zu beginnen. Ein sinnvoller, sicherer und verantwortungsvoller Betrieb eines Brandübungscontainers setzt neben der ordnungsgemäßen baulichen Ausführung und der Sicherheitseinrichtungen des Brandübungscontainers, der Qualifikation der Ausbilder und der Ausrüstung der Übungsteilnehmer viel mehr voraus.

Bis 2005 wurden die Anforderungen an Brandübungsanlagen lediglich in zwei Normen formuliert. Diese beschränkten sich zudem auf Feuerwehr-Übungshäuser und auf gasbetriebene Darstellungsgeräte. Dem Bau sicherer mobiler oder stationärer Brandübungscontainer wurde zu diesem Zeitpunkt in der Normung noch nicht Rechnung getragen. Aufgrund mehrerer zum Teil schwerer Unfälle wurde auf Antrag und unter Mitarbeit des Bundesverbandes der Unfallkasse (BUK) daher beim Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) im DIN e.V., NA [031-04-02 AA] „Bauliche Anlagen und Einrichtungen“ die Normung zu Brandübungsanlagen überarbeitet bzw. ergänzt. Die Normung ist abgeschlossen und die Normenreihe DIN 14097 Teil 1 bis 4 veröffentlicht.  

In verschiedenen Workshops der Schulleiter der Landesfeuerwehrschulen wurde ausführlich und intensiv über den Nutzen und die Risiken der Benutzung von holzbefeuerten Übungsanlagen zur Ausbildung von Feuerwehrangehörigen diskutiert. Ergebnis war, dass zum einen holzbefeuerte Übungsanlagen nach dem oben beschriebenen Teil 3 der DIN 14097 gebaut und ausgestattet sein müssen, um die erforderliche Sicherheit zu gewährleisten, weil u. a. bei diesen nicht sofort in den Übungsablauf eingegriffen werden kann (z. B. durch das Absperren der Gaszufuhr). Außerdem müssen auch die in der Norm beschriebenen betrieblichen Bedingungen eingehalten werden, um das Sicherheitsdefizit gegenüber gasbetriebenen Übungsanlagen teilweise zu kompensieren. Deshalb wurde verabredet, die „Empfehlungen der niedersächsischen Landesfeuerwehrschulen (LFS) Celle und Loy für den Betrieb von feststoffbefeuerten Brandübungscontainern“ als weitere Sicherheitshinweise für holzbefeuerte Brandübungsanlagen anzusehen. Um dem Ziel nahe zu kommen, sind bem Betrieb holzbefeuerter Brandübungsanlagen und – wenn überhaupt sinnvoll und erforderlich – bei realitätsnahen Übungen zur Brandbekämpfung in Abbruchgebäuden eine möglichst hohe Sicherheit zu gewährleisten.

Der Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten der Innenminister (AFKzV) und die Fachgruppe „Feuerwehren-Hilfeleistung“ des BUK empfiehlt den Feuerwehren, beim Betrieb holzbefeuerter Brandübungsanlagen sowohl hinsichtlich Bau und Ausrüstung als auch hinsichtlich des Betriebs folgende Regelungen zu beachten:

  • Normenreihe DIN 14097 Teil 1 bis 4 „Brandübungsanlagen“ (Bezug über den Beuth-Verlag)
  • „Empfehlungen der Landesfeuerwehrschulen Celle und Loy“ ab Ziffer 2 „Betrieb“ ff. (Quelle: www.lfs-celle.niedersachsen.de),

sowie für die Durchführung von realitätsnahen Übungen zur Brandbekämpfung in Abbruchgebäuden die nachfolgenden „Zehnerregel für die Vorbereitung und Durchführung von heißen Übungen“ des AGBF einzuhalten.

Rahmenempfehlungen für die Vorbereitung und Durchführung von „Heißen Übungen“

  • Klare Übungsziele
  • Melde- und Informationspflicht
  • Übungsverantwortlicher mindestens Gruppenführerqualifikation
  • Verantwortliche Kontrollfunktion
  • Freie Flucht- und Rettungswege
  • Sicherheits- und Rettungseinrichtungen
  • Festlegen der Kommunikationswege
  • Keine Brandbeschleuniger; Pyrotechnik nur durch qualifiziertes Personal
  • Keine Verletztendarsteller
  • Keine realitätsfremden Übungsbedingungen

Ronald Patzak

Noch Fragen: patzak@unfallkassesachsen.com oder Tel. (0 35 21) 72 43 03

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