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Unfallopfer: Psyche

i-Punkt Ausgabe 02/2006

Information

 

Betreuung von psychischen Beeinträchtigungen nach Unfällen
Handgreifliche Patienten oder Gewalt auf dem Pausenhof. Vom Banküberfall bis zum Kindesmissbrauch auf dem Schulweg. Die Palette der Fälle mit schweren psychischen Beeinträchtigungen wächst. Den Betroffenen muss möglichst frühzeitig Hilfe zuteil werden. Für den späteren Heilverlauf ist das von grundlegender Bedeutung.

Leider zeigt unsere Praxis, dass bis zum heutigen Tage kaum bekannt ist, dass derartige Ereignisse vom zuständigen Unfallversicherungsträger zu entschädigen sind. Grundlegende Voraussetzung: Eine Unfallanzeige.

Wann soll die Unfallkasse informiert werden?

Unfälle bzw. Übergriffe mit entsprechenden Folgen auf die Psyche sind von der Entschädigungspflicht der gesetzlichen Unfallversicherung umfasst, auch ohne dass ein „sichtbarer“ Körperschaden entstanden ist. Dies gilt auch für Ereignisse, welche sich auf direktem Weg von der bzw. zur Arbeit oder Schule ereignen.

Diese Ereignissen mit psychischen Auffälligkeiten sollten angezeigt werden:

  1. Gewalttätigkeiten (insbesondere Lebensgefahr, besondere Grausamkeit, Freiheitsentzug oder sexuelle Übergriffe), Sonderfall: Überfall
  2. Durchleben einer Extremsituation (insbesondere Unfall mit objektiver bzw. subjektiver Lebensgefahr oder schwerste Verletzungen, Verstümmelungen, Unfall mit katastrophenartigem Ausmaß)
  3. Miterleben oder Herbeiführen einer Extremsituation (insbesondere Schwerverletzung oder Tod eines Arbeitskollegen, Mitschülers etc.)

Um uns ein schnellstmögliches Handeln zu ermöglichen, empfehlen wir Ihnen die Information über das Ereignis fernmündlich an die Unfallkasse zu melden.

Ihre Ansprechpartner:
Gabriele Polzer: Tel. 03521/724 – 262
Kai Jurig: Tel. 03521/724 – 242
Heike Merboth: Tel. 03521/724 – 325

Wie helfen wir Ihnen?

Nach einem seelischen Trauma können Schlafstörungen, Ängste oder unangenehme Erinnerungen an das Ereignis auftreten oder ähnliche Beschwerden. Dies ist nicht ungewöhnlich. Diese Folgen können, müssen aber nicht zwangsläufig auftreten! Gelegentlich wird das Erlebte auch verdrängt und es wird alles vermieden, was daran erinnern könnte.

Um den betroffenen Personen die Möglichkeit zu eröffnen, derartige Krisensituationen mit psychischer Extrembelastung zu bewältigen, wird seitens der Unfallkasse Sachsen unverzüglich ein unverbindliches Therapieangebot unterbreitet.

Als professionelle Helfer nach psychischen Extrembelastungen stehen der Unfallkasse Sachsen die Institutsambulanz und Tagesklinik Psychotherapie der TU Dresden unter Leitung von Prof. Dr. Hoyer und das Dresdner Uniklinikum „Carl Gustav Carus“, Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik unter Leitung von Prof. Dr. Joraschky, zur Verfügung. Sobald das Ereignis uns gemeldet wird, setzt sich der Versichertenbetreuer mit diesen Einrichtungen in Verbindung und vereinbart in Absprache mit den Betroffenen einen entsprechenden Ersttermin.

Wir garantieren eine zeitnahe Betreuung. Keine Selbstverständlichkeit. Existieren doch bei psychologischen Psychotherapeuten mit der Zusatzqualifikation Trauma-Therapie Wartezeiten von einem halben Jahr. Durch diese Spezialisten wird auch das weitere Heilverfahren gesteuert. Dies bedeutet: Eine weitere Vermittlung an einen ortsnahen Behandler oder im Falle hochgradiger Beeinträchtigungen auch die Einleitung einer stationären Rehabilitationsmaßnahme, dann in Absprache mit dem Versicherten und dem Bearbeiter der Unfallkasse Sachsen.

Durch diese qualitativ hochwertige Behandlung wird es unseren Versicherten ermöglicht, sich in den natürlichen Verarbeitungsprozess der menschlichen Psyche einzufügen. Weiterhin soll damit eine Chronifizierung der Unfallfolgen vermieden werden und als Hauptziel die zeitnahe weitere Ausübung bzw. baldige Wiederaufnahme der beruflichen/schulischen Tätigkeit angestrebt werden. Dieses wirkt sich in aller Regel positiv stabilisierend auf die Psyche des Versicherten aus.

Überflüssig zu erwähnen ist, dass während der von uns veranlassten Behandlung den Versicherten keine Kosten entstehen. Eine zusätzliche Rahmenbedingung, welche auch dazu beiträgt, dass sich die Betroffenen voll und ganz auf den Heilungsprozess konzentrieren können.

Fazit

Melden Sie diese Fälle rechtzeitig an die Unfallkasse Sachsen, damit die Betroffenen von unseren Angeboten profitieren und die Möglichkeit erhalten, weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen. Das sind wir gerade diesem Personenkreis schuldig.

Kai Jurig

Noch Fragen: jurig@unfallkassesachsen.com oder Tel: (03521) 724 242

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
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