Webcode dieser Seite: u113

Gefährlicher Platz an der Sonne

i-Punkt Ausgabe 02/2007

Gesundheit

 

Präventionskampagne Haut
Zu wenig Sonne ist schlecht, zu viel ebenso. Alle, die in ihrem Job oft unter freiem Himmel arbeiten, sollten ihre Haut vor zu starker UV-Strahlung schützen.

 

 

Sie stehen acht Stunden und länger am Beckenrand. Im Sommer bei tropischen Temperaturen und zum großen Teil in der prallen Sonne: Schwimmmeister Uwe Janke, selbst am Beckenrand aktiv, kennt die Risiken seines Berufs: „Wer diesen Job macht, dem ist klar, wie gefährlich direkte Sonneneinstrahlung sein kann. Leider ist gerade erst einer unserer Schwimmmeister an Hautkrebs erkrankt.“ Hautkrebserkrankungen sind in Deutschland keine Seltenheit. Etwa 140.000 Menschen erhalten pro Jahr in Deutschland diese Diagnose. Hauptauslöser sind die ultravioletten Strahlen der Sonne.

Unsichtbare Gefahr

Wären sie sichtbar, bekäme man es an wolkenlosen Sommertagen vermutlich mit der Angst zu tun: Ultraviolette Strahlen torpedieren jedes Fleckchen ungeschützte Haut und dringen in sie ein. Um sich vor UV-Strahlung zu schützen, produziert die Haut vermehrt Melanin. Die Folge ist sichtbar und auch häufig erwünscht: Die Haut bräunt. Sind die Hautzellen aber einem übermäßigen Beschuss mit UV-Strahlen ausgesetzt, hat dies einen Sonnenbrand zur Folge. Und dieser ist mehr als eine lästige Begleiterscheinung schöner Sommertage. Nicht umsonst heißt es, dass sich die Haut jeden Sonnenbrand merkt, denn er schädigt sie zum Teil massiv.

Weitere mögliche Folgen intensiver Sonneneinstrahlung sind vorzeitige Hautalterung inklusive Falten und Altersflecken, Horn- und Bindehautentzündungen des Auges, „grauer Star“, Sonnenallergie mit Entzündungsreaktionen, Quaddelbildung und Juckreiz.

Auf die Dosis kommt es an

Der Mensch braucht Sonne. Der Körper benötigt UV-Strahlen, um beispielsweise Vitamin D für Aufbau und Erhalt der Knochen zu produzieren. Allerdings reichen dafür rund zehn Minuten Sonne pro Tag auf Gesicht und Arme aus – auch bei bedecktem Himmel. Ein Blick nach oben liefert erste Anhaltspunkte. Im späten Frühjahr und Sommer ist bei wolkenlosem Himmel grundsätzlich von einem hohen UV-Strahlungsanteil auszugehen. Besonders zur Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht. Genaue Informationen liefert der sogenannte UV-Index. Er beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UVStrahlung. Je höher der Wert, desto größer die Gefahr für Haut und Augen. Als Anhaltspunkt: In Europa liegt er selten über 8, in Äquatornähe bei bis zu 11. Aktuelle Messwerte und Prognosen kann man zum Beispiel beim Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de) oder beim Deutschen Wetterdienst (www.dwd.de) abrufen. 

Schutz durch Kleidung

Wer im Freien arbeitet, sollte sich im Sommer nicht ausziehen, sondern anziehen. Je dunkler der Stoff und je dichter das Gewebe, desto besser sein UV-Schutz. Lange, leichte Jeans, lange Ärmel, Kopfbedeckung mit Nackenschutz und eine zu hundert Prozent UVundurchlässige Sonnenbrille bieten Schutz. Uwe Janke empfiehlt seinen Kollegen, nicht halbnackt herumzulaufen: „Je weniger Haut der Sonne ausgesetzt ist, umso besser. Sonnenschutzkleidung beispielsweise ist deutlich wirkungsvoller als Sonnencremes.“  
Mit speziellen Sonnenschutztextilien können UV-Schutzfaktoren (UPF) erreicht werden, die weit über denen der stärksten Sonnencremes (Sunblocker) liegen. Der UPF ist identisch mit dem Sonnen- und Lichtschutzfaktor von Sonnencremes (SPF und LSF). Er gibt an, wie viel länger der Nutzer von Sonnenschutztextilien oder der Träger von UVSchutzkleidung sich in der Sonne aufhalten kann, ohne Hautschäden davonzutragen.
Berechnungsgrundlage ist bei beiden Angaben die sogenannte Eigenschutzzeit der Haut, die allerdings je nach individuellem Hauttyp stark variiert.
Die Haut einer Person vom Hauttyp I etwa, mit roten oder blonden Haaren, blauen Augen und sehr hellem Teint, hat eine Eigenschutzzeit von ungefähr fünf bis zehn Minuten. Geschützt von einem textilen Material mit UPF 20 kann sich die Verweildauer in der Sonne um das Zwanzigfache verlängern. Bei der Anschaffung von Textilien mit UV-Schutz sollte auf entsprechende Prüfsiegel geachtet werden.

Lichtschutzfaktor verschiedener Schutzmaßnahmen


Lichtschutzfaktor
Dichte Baumwollkleidungca. 40
Leichte Baumwollkleidungca. 10
Schatten unter einem Baumca. 5 – 15
Schatten unter einem Sonnenschirmca. 5
Sonnenhut mit breitem Randca. 10

Wissenswertes zu UV-Strahlen

  • pro 100 Meter Höhenzunahme steigt die UV-Strahlung um 15 % an
  • 50 % der UV-Tagesdosis entfallen auf die Zeit zwischen 11 und 13 Uhr
  • 90 % des UV-Lichts durchdringen noch die Wolkendecke
  • Bis zu 50 % der UV-Strahlung wirken auch im Schatten
  • 60 % der UV-Strahlung sind noch 0,5 Meter unter Wasser wirksam

Sonnenschutz für die Augen (Blendung)

Frau mit Sonnenbrille

Von Natur aus kann sich das Auge auf unterschiedliche Helligkeiten einstellen. Das gesunde Auge zieht bei zu viel Lichteinstrahlung die Pupille zusammen und reduziert so die Blendung. Dies geht jedoch nur bis zu einem gewissen Grad.

Getönte Gläser reduzieren das für das Auge sichtbare Licht und sorgen für den Blendschutz. Sonnenbrillen-Hersteller haben den Blendschutz in Kategorien für bestimmte Lichtverhältnisse unterteilt. Die Berechnung der jeweiligen Kategorie findet sich an der Innenseite der Bügel und reicht von 0 bis 4:

Kategorie 0: 80 bis 100 Prozent Lichtdurchlässigkeit, sehr heller Filter, für leichten Lichtschutz oder für abends

Kategorie 1: 43 bis 80 Prozent Lichtdurchlässigkeit, heller bis mittlerer Filter, gut geeignet für bedeckte Tage und die Stadt

Kategorie 2: 18 bis 43 Prozent Lichtdurchlässigkeit, dunkler Universalfilter, besonders geeignet für den Sommer, eigentlich der perfekte Blendschutz für unsere Breitengrade

Kategorie 3: 8 bis 18 Prozent Lichtdurchlässigkeit, sehr dunkler Filter, gut geeignet für südliche Gefilde, helle Wasserfläche, den Strand und die Berge

Kategorie 4: 3 bis 8 Prozent Lichtdurchlässigkeit, extrem dunkler Filter, zu dunkel für den Straßenverkehr, geeignet für Hochgebirge und Gletscher

Wenn auf Ihrer Wunsch-Sonnenbrille das CE-Zeichen und die Lichtschutzkategorie fehlen: Finger weg!

Sonnencremes schützen nicht vor Krebs

Mutter cremt Kind ein

Wie gut Sonnencremes beim Arbeiten im Freien vor Hautkrebs schützen, hat sich das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA) genau angesehen. Mit sehr uneinheitlichen Ergebnissen. Weniger gefährliche Formen von Hautkrebs lassen sich durch Sonnenschutzmittel zum Teil verhindern. Es gibt jedoch Hinweise, dass sie nicht vor dem bösartigen malignen Melanom schützen.

Dr. Harald Siekmann vom BGIA erklärte: „Die Benutzer wiegen sich in falscher Sicherheit. Der Lichtschutzfaktor der Cremes ist kein Krebsschutzfaktor. Er beschreibt die Schutzwirkung vor Sonnenbrand, nicht aber vor Hautkrebs.“ Wie gut Sonnenschutzprodukte wirken, hängt zudem davon ab, wie sie angewendet werden. „Das ist gar nicht so einfach“, erklärt der Physiker. „Zum einen ist eine große Menge erforderlich. Für den ganzen Körper bräuchte man 40 Gramm, das ist etwa eine viertel Flasche Sonnenmilch. Zum anderen müssen die Hautflächen vollständig und gleichmäßig eingecremt werden, was eigentlich nie richtig gelingt.“ Auch frühzeitiges Auftragen und regelmäßiges Erneuern im Zweistundenrhythmus seien wichtig. Aber Achtung: Schutzfaktor und Schutzzeit erhöhen sich dadurch nicht.

Beim Kauf einer Sonnencreme sollte man auf alle Fälle die Angaben auf den Verpackungen studieren. Viele Hersteller von Sonnencremes geben nur den Schutz vor UVB-Strahlen an und verraten nichts über den UVA-Schutz. Gefährlich sind aber beide: Die kurzwelligen UVB-Strahlen schädigen die obersten Hautschichten – es besteht ein hohes Hautkrebsrisiko. Die langwelligen UVAStrahlen dringen tiefer in die Haut ein, wobei diese an Elastizität verliert. Doch damit nicht genug: Forscher haben herausgefunden, dass auch die UVA-Strahlen Hautkrebs verursachen können. Diese Strahlen muss eine Sonnenmilch also ebenfalls filtern. Um Verbraucher künftig besser über die Schutzwirkung von Sonnencremes zu informieren, soll die Industrie ab 2007 zu einer europaweit einheitlichen und vollständigen Kennzeichnung verpflichtet werden. Das plant die Europäische Kommission.

Trotzdem: Sonne zu meiden und körperbedeckende Kleidung zu tragen, ist allemal der bessere Schutz.

über den UV-Schutz aus. Sonnenbrillen mit mangelhaftem UV-Schutz schaden mehr als sie nützen. Denn im Dunkeln blinzelt das Auge weniger – aber das Blinzeln ist ein natürlicher Schutzmechanismus. Fällt dieser Schutzmechanismus weg, treffen die UV-Strahlen ungefiltert aufs Auge und schädigen es Nicht die dunkelsten Gläser schützen am besten, sondern die Sonnenbrille, deren Gläser aus hochwertigem Material mit einem eingebauten UV-Filter gefertigt sind. Sonnenbrillen, die das CE-Zeichen tragen, entsprechen den Anforderungen einer EU-Richtlinie, die ausreichenden Schutz garantiert.

Wenn sich Ihre Augen nach einem ausgiebigen Sonnentag angestrengt anfühlen, gerötet oder verspannt sind oder gar tränen, sind das Alarmzeichen. Leider spürt man diesen „Augen-Sonnenbrand“ erst dann, wenn die Augen bereits gereizt oder angegriffen sind. Dann sollten Sie Ihren Augen unbedingt ein paar Tage Sonnenpause gönnen.

Quelle: Kuratorium Gutes Sehen

Mehr Informationen unter www.sehen.de

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
Externer Link zur Überprüfung dieser Seite auf standardkonforme Programmierung nach XHTML 1.0  Externer Link zur Überprüfung von Style Sheets  Externer Link zur Erklärung der Stufe AAA der Web Content Accessibility Guidelines 1.0