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Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für Pflegepersonen

i-Punkt Ausgabe 02/2007

Information

 

In Deutschland werden derzeit über 1,9 Millionen Menschen zu Hause gepflegt und betreut. Meist leisten Angehörige, Verwandte oder Freunde diese aufopfernde und schwierige Arbeit. Aber wie alles im Leben ist die Hilfe im Haushalt des Pflegebedürftigen nicht frei von Unfallrisiken. Wer eintritt, wenn Unfälle bei der Pflege passieren, und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, erfahren sie hier.

Wer ist versichert

Gesetzlich unfallversichert sind alle nicht erwerbsmäßig tätigen häuslichen Pflegepersonen (z. B. Familienangehörige, Freunde, Nachbarn) wenn sie

  • einen Pflegebedürftigen
    Pflegebedürftig sind nach § 14 Sozialgesetzbuch IX die Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens 6 Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe anderer bedürfen. Dies ist mindestens dann der Fall, wenn die Pflegestufe I festgestellt ist.
  • nicht erwerbsmäßig
    Nicht erwerbsmäßig tätig werden Pflegepersonen, wenn sie unentgeltlich die Pflege ausüben oder die finanziellen Zuwendungen, das gesetzlich festgelegte Pflegegeld nicht überschreiten. Dabei kommt es nicht auf den zeitlichen Umfang der Pflege an.
  • in häuslicher Umgebung pflegen.
    Dabei bedeutet häusliche Umgebung, dass die Pflege entweder im Haushalt ( auch in einer eigenen Wohnung in einem Alten- und Pflegeheim) des Pflegebedürftigen, der Pflegeperson oder im Haushalt einer dritten Person geleistet wird.
    Als Pflegeperson sollte man sich in der Pflegekasse des Pflegebedürftigen eintragen lassen.

Bei welchen Tätigkeiten besteht Unfallversicherungsschutz?

Der Versicherungsschutz umfasst Pflegetätigkeiten einschließlich der damit zusammenhängenden vorbereitenden Handlungen in dem Bereich der

  • Körperpflege
    Hierunter fallen Tätigkeiten im Rahmen der allgemeinen Körperhygiene wie z. B. Waschen, Duschen, Baden, Zahnpflege, Darm- und Blasenentleerung, aber auch von der Körperpflege kaum zu trennende Behandlungspflege wie z. B. Verbandswechsel.
  • Ernährung
    Hiermit sind die mundgerechte Zubereitung der Nahrung und die Hilfe bei der Aufnahme der Nahrung gemeint.
  • Hauswirtschaftliche Versorgung
    Hierunter werden das Einkaufen, Kochen, Reinigen und Wechseln der Wäsche, Spülen, Putzen gefasst.
  • Mobilität
    Hier sind das Aufstehen und Zubettgehen, An- und Auskleiden sowie die Hilfen beim Gehen, Stehen innerhalb der Wohnung erfasst. Außerhalb der Wohnung ist die Begleitung nur versichert, wenn die Tätigkeit für die Lebensführung der pflegebedürftigen Person notwendig ist. Unter anderem zählen hierzu die Begleitung zu Arztbesuchen und Behörden. Zur Pflege gehört nicht der der Erholung und Entspannung dienende Spaziergang.

Die genannten Tätigkeiten sind aber nur versichert, wenn sie überwiegend dem Pflegebedürftigen zugute kommen. Ein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz besteht nicht, wenn zum Beispiel die Wäsche der gesamten Familie gewaschen wird oder die Zubereitung der Nahrung für die gesamte Wohngemeinschaft gleichermaßen erfolgt.

Was muss ich für den Unfallversicherungsschutz tun?

Sie müssen wissen, dass es für die oben aufgeführten Tätigkeiten unter den genannten versicherungsrechtlichen Voraussetzungen den Unfallversicherungsschutz gibt. Er ist ein vom Gesetzgeber festgelegter Schutz. Er braucht nicht angemeldet werden und ist für die Pflegepersonen kostenfrei. Eine Anzeige der Pflegetätigkeit bei der gesetzlichen Unfallversicherung ist nicht erforderlich.

Wann leistet die gesetzliche Unfallversicherung?

Wir leisten im Falle eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit. Ein Arbeitsunfall liegt vor, wenn ein Unfall bei der Pflegetätigkeit vorliegt. Auch die Unfälle, die auf Wegen von und zur Pflegetätigkeit eintreten, sind versichert. Berufskrankheiten sind Krankheiten, die durch die Ausübung der Pflege eintreten und die in der Berufskrankheitenverordnung aufgeführt sind.

Welche Leistungen kann ich nach einem Versicherungsfall erwarten?

Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind im Sozialgesetzbuch VII festgelegt. Unter anderem werden Leistungen zur medizinischen Rehabilitation erbracht und wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, auch Leistungen zur beruflichen und sozialen Rehabilitation sowie Geldleistungen in Form von Verletztengeld und Versichertenrenten.

Was muss ich beim Eintritt eines Unfalls beachten?

Der Unfall ist schnellstmöglich dem zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden. Sofern ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird, sollte der Arzt über den Unfall bei der Pflege informiert werden.

Wer ist Ihr Ansprechpartner?

Für die nicht erwerbsmäßig tätigen Pflegepersonen
ist die Unfallkasse Sachsen zuständig.


Anja Trenkner

Noch Fragen: trenkner@unfallkassesachsen.com oder Tel. (0 35 21) 72 41 90

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
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