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Kita-Kinder überraschend fit

i-Punkt Ausgabe 02/2007

Gesundheit

 

Studie zur Bewegungsförderung
Kindertageseinrichtungen sollen ausreichend Zeit und Raum für Bewegung bieten. Zurzeit gibt es jedoch nur wenige Untersuchungen, wie das Kita-Personal über den aktuellen Bewegungsstatus der Kinder denkt. Daher beauftragte die Unfallkasse eine Befragung aller sächsischen Kitas.

Im August 2006 wurde eine Studie der Unfallkasse Sachsen gestartet, die den Bestand sowie die Bedürfnisse an Bewegungsförderungsmaßnahmen erkunden sollte. Der Fragebogen umfasste 19 Fragen, gerichtet an die jeweilige Leiterin der Kita. Es wurde nach der Fitness der Kinder gefragt, nach der Notwendigkeit von Bewegungsförderung und wie das vorhandene Bewegungsangebot verbessert werden kann. Von den 2.895 Kindertageseinrichtungen haben über 600 geantwortet. Die Rücklaufquote war damit geringer als erwartet. Zusätzlich zum Fragebogen wurden Interviews mit zufällig ausgewählten Kitas geführt. Die Auswertung wurde in einem Abschlussbericht festgehalten. Hier ein kleiner Auszug:
Die Gesamtauswertung der Daten zeigt eine überaus positive Entwicklung der Bewegungsförderung in Kindertageseinrichtungen. So beurteilen die LeiterInnen der Kindertageseinrichtungen in der Befragung den Fitnesszustand der Kinder zu fast 90% als gut. Nur eine Minderheit ist der Meinung, dass die Kinder körperlich nicht fit seien (Tabelle 1). Hingegen stützen die Experteninterviews die allgemeine These der aktuellen Studien, dass die Bewegungsarmut der Kinder zunimmt. Zwar meinen die LeiterInnen, dass dies keiner drastischen Entwicklung entspricht, aber spürbar wäre. Äußern würde sich diese Verschlechterung besonders bei Spaziergängen und Wanderungen, wo die Ausdauer der Kinder nicht mehr dieselbe wäre wie früher.

Tabelle 1: Fitness der Kinder nach Alter
Tabelle 1: Fitness der Kinder nach Alter

Kind spielt mit Bausteinen

Kitas bieten heute ein vielseitiges Bewegungsangebot. Fast alle Einrichtungen gestalten mit ihren Kindern einmal in der Woche eine Bewegungsstunde und gehen mit ihnen mindestens einmal im Monat spazieren. Einige der Tageseinrichtungen haben einen Natur- oder Waldtag ins Leben gerufen. Spiele mit viel Bewegung und zum Trainieren der verschiedensten Fähigkeiten und Fertigkeiten werden mehrmals in der Woche durchgeführt. Aber auch auf die Bildung der Kinder wird stark geachtet, denn wie jeder weiß, lernt es sich in Bewegung leichter. 80 Prozent der Einrichtungen verknüpfen verschiedene Bildungsbereiche mit Bewegung. Vor allen Dingen Mathematik, Musik und Sprache finden breiten Anklang im Zusammenhang mit Bewegungsförderung. Darüber hinaus gibt es auch Angebote zu Yoga, Tai Chi oder Rückenkurse.

Weiter wurde nach den Verhältnissen in den Kindertageseinrichtungen gefragt. Über 60 Prozent gaben an, mit den Spiel- und Sportgeräten und den Räumlichkeiten des Innenraumes zufrieden beziehungsweise eher zufrieden zu sein. Außerdem steht den Kindern genügend freie Zeit zum Bewegen zur Verfügung. Auch die Räumlichkeiten und Spiel-und Sportgeräte des Außengeländes erfüllen ihre Funktion zur Zufriedenheit der Befragten. Ähnliche Ergebnisse erbrachten die Experteninterviews.

Eine stärkere Bewegungsförderung in ihrer Einrichtung halten 55 Prozent für notwendig. 44 Prozent sprachen sich gegen eine intensivere Förderung aus, so die Ergebnisse des Fragebogens. Dies zeigt, dass zwar Bewegungsförderung bereits umgesetzt wird, es jedoch noch des weiteren Ausbaus in den Einrichtungen bedarf. Fast jede zweite Kita hat an einer Fortbildung zum Thema Bewegungsförderung teilgenommen. Die Mehrheit der LeiterInnen hat dabei öffentliche Einrichtungen zur Weiterbildung genutzt. Zu 40 Prozent beschäftigen sich Kindertageseinrichtungen mit Projekten zur Bewegungsförderung und kooperieren mit Sportvereinen. Externe Übungsleiter und Beratungen werden dagegen von den Einrichtungen weniger genutzt. Nur 14 Prozent der Einrichtungen bieten die Möglichkeit eines „bewegten Elternabends“. Daher verwundert es nicht, dass gerade diese Maßnahme am häufigsten gewünscht wurde. Weiterhin wünschen sich die Einrichtungen Fortbildungen, gefolgt von Fachliteratur und Projekten. Auch hier entsprechen die Ergebnisse der Befragung den Experteninterviews. Jedoch nutzen die Einrichtungen seltener Kooperationen mit Sportvereinen und wünschen sich weniger Fortbildungen zu der Thematik. Des Weiteren wurde in den Experteninterviews, genau wie in der Befragung, das hohe Bedürfnis nach Anregungen und Materialien für eine bessere Elternarbeit betont.

In der Befragung wurden die Einwohnerzahl und der soziale Status der Familien erfasst, um diese Daten später auf Zusammenhänge zu überprüfen. So wurde ein Zusammenhang zwischen Fitnesszustand und sozialer Benachteiligung vermutet. Diese These konnte jedoch nicht eindeutig belegt werden, da nur ein sehr geringer Zusammenhang besteht.

Die Einrichtungen zeichnen sich laut der Befragung und der Experteninterviews durch eine vielfältige Bewegungsförderung aus. Doch um die körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder zu erhalten, müssen weiterhin vermehrt gesundheitsförderliche Angebote zur Verfügung gestellt werden. Daher gibt es auch in Sachsen weitere Möglichkeiten, um das Angebot zu optimieren. Vor allem Eltern sollte die Bedeutung der Bewegung verdeutlicht werden.

Abbildung 1: Ergebnisse der Befragung Bildungsbereiche und Bewegungsförderung
Abbildung 1: Ergebnisse der Befragung Bildungsbereiche und Bewegungsförderung

Repräsentativität

Aufgrund der geringen Rücklaufquote musste eine Überprüfung auf die Repräsentativität der Daten folgen. Daher wurde die Anzahl der unterschiedlichen Einrichtungstypen (Kinderkrippe, Kindergarten, Hort und Kombinationen) der Befragung mit der Grundgesamtheit verglichen. Ebenfalls wurde nach Übereinstimmungen der regionalen Verhältnisse gesucht. Der Vergleich dieser Daten zeigt, dass die Befragung repräsentativ für die Grundgesamtheit ist und damit Rückschlüsse auf alle Kindertageseinrichtungen Sachsens zulässt. Allerdings schließt dies nicht aus, dass vor allem Einrichtungen mit einem hohen Interesse an Bewegungsförderung geantwortet haben. Für die Experteninterviews wurden 18 Einrichtungen aus unterschiedlichen Regionen und mit verschiedenen Trägern zufällig ausgewählt.

Carolin Klose

Die Autorin ist Studentin der Uni Bremen.

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