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Ihr Airbag heißt „Rücksicht“

i-Punkt Ausgabe 03/2004

Sicherheit

 

Kinder brauchen die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer
Sie gehören zu den mobilsten Verkehrsteilnehmern. Pro Tag sind Kinder länger auf den Straßen unterwegs als der Bevölkerungsdurchschnitt. Meist nehmen sie in vielen verschiedenen Rollen am Verkehr teil: passiv als Autoinsassen und als Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs, aber auch aktiv als Fußgänger und Radfahrer, auf Inline- Skates oder Kickboards. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 2003 in Deutschland 209 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr. 40.209 Kinder wurden verletzt.

Kind auf Fahrrad mit Helm

Kinder sind keine „kleinen Erwachsenen“. Sie lassen sich leicht ablenken, etwa weil sie mit ihrem Handy spielen, durch einen niedlichen Hund, große Fahrzeuge an einer Baustelle oder auch einen Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn. Für Kinder ist der öffentliche Verkehrsraum oft auch Treffpunkt mit Freunden, auf Spiel- und Sportgelände. Wenn sie mit Gleichaltrigen zusammen sind, reagieren sie oft spontan und unüberlegt. Daher ist von den anderen Verkehrsteilnehmern ein hohes Maß an Vorsicht und Rücksicht gefordert.

Motorisierte Verkehrsteilnehmer müssen damit rechnen, dass Kinder sich unvorhersehbar verhalten und beispielsweise an einem Überweg wieder umdrehen, wenn die Fußgängerampel auf „Rot“ springt.

Oft schätzen Kinder Entfernungen und Geschwindigkeiten falsch ein und können sich noch nicht gleichzeitig auf mehrere Dinge konzentrieren. Wenn sie auf dem Gehsteig spielen, wird der Verkehr für sie zur Nebensache. Wenn sie es eilig haben, kann es sein, dass sie den Blick für den Straßenverkehr verlieren. Das Blickfeld von Kindern ist enger als das Erwachsener. Umgekehrt ist ein Kind - etwa zwischen parkenden Autos - schlecht zu sehen.

Im Straßenverkehr ist es daher besonders wichtig, dass sich Erwachsene die Erlebniswelt von Kindern bewusst machen, um vorausschauend zu fahren und entsprechend reagieren zu können. Unbedingt sollten Geschwindigkeitsbeschränkungen eingehalten werden. In einer Gefahrensituation kann jeder Zentimeter zählen. In verkehrsberuhigten Bereichen gilt Schrittgeschwindigkeit. Wer in Tempo-30-Zonen die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschreitet und beispielsweise 50 km/h schnell fährt, braucht statt etwa 11,5 Meter rund 24,2 Meter, bis das Fahrzeug steht - also mehr als das Doppelte und im Ernstfall viel zu viel.

Die erhöhte Aufmerksamkeit für Kinder sollte nicht erst dann beginnen, wenn sie auf der Straße zu sehen sind. Schon wer aus der Garage oder vom Parkplatz kommt, sollte auf Kinder gefasst sein, die auf dem Gehweg laufen oder Fahrrad fahren. Besonders muss in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Sportplätzen, Spielstraßen und Spielplätzen damit gerechnet werden, dass spielende Kinder plötzlich zwischen Autos auf die Straße springen. Faires und verkehrssicheres Verhalten gegenüber Kindern setzt aber bereits im ruhenden Verkehr an. Wer zu nah an Zebrastreifen und Kreuzungen parkt, nimmt Kindern die Sicht auf die Straße und beschwört gefährliche Situationen herauf.

Überhaupt ist an Kreuzungen besondere Rücksicht gefordert. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und die Unfallkasse Sachsen appellieren an die Erwachsenen, sich als Fußgänger immer vorbildlich zu verhalten. Kinder laufen oft anderen Personen nach, ohne sich selbst zu vergewissern, ob die Ampel grün ist. Gefährlich kann es auch werden, wenn Fußgänger bzw. Radfahrer und abbiegende Fahrzeuge gleichzeitig „Grün“ haben. Kraftfahrer müssen hier Fußgängern und Radfahrern die sichere Überquerung ermöglichen. Sie sollten versuchen, mit Kindern, die die Straße überqueren wollen, Blickkontakt aufzunehmen, klare Zeichen zu geben und abzuwarten, bis das Kind die Straße überquert hat. Ähnliches gilt auch an Zebrastreifen. Hier sollten motorisierte Verkehrsteilnehmer immer besonders vorsichtig und bremsbereit sein, wenn Kinder in der Nähe sind. Kinder fühlen sich an einem Zebrastreifen oft gefahrlos sicher und überqueren ihn, ohne auf den Straßenverkehr zu achten.

DVR

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