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Keine Angst vor Versorgungslücken

i-Punkt Ausgabe 03/2005

Information

 

Verletzten- und Übergangsgeld sichert Sie ab
Sind Sie bei Unfall oder Krankheit ausreichend abgesichert? Wer arbeitsunfähig, berufsunfähig oder gar pflegebedürftig wird, erhält Leistungen durch die Kranken-, Renten- oder Pflegekassen. Doch was passiert, wenn sich während der Arbeit oder in der Schule ein Unfall ereignet? Die Unfallkassen sorgen mit ihrem Leistungsspektrum nicht nur für die Rehabilitation, sondern geben auch finanzielle Sicherheit.

Die Unfallkasse Sachsen stellt ihren Versicherten umfangreiche Leistungen zur Verfügung, ohne dass Versicherte auch nur einen Cent dazubezahlen müssen. Versichertenbetreuer und Rehabilitationsberater koordinieren in der so genannten Heilverfahrensüberwachung den gesamten Genesungsprozess und steuern den Wiedereinstieg in Beruf oder Ausbildung. Aber auch Wiedereingliederung in das soziale Umfeld ist ein wichtiger Pfeiler. Außerdem sorgen Geldleistungen für die finanzielle Absicherung des Versicherten und seiner Familie.

Aufgabe des gesetzlichen Unfallversicherungsträgers ist es, nach Eintritt von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen und sie oder ihre Hinterbliebenen im Fall eines bleibenden Schadens durch Geldleistungen zu entschädigen. (§1 Abs.2 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung – SGB VII)

Die finanzielle Unterstützung der Versicherten und ihrer Hinterbliebenen erfolgt durch verschiedenste Geldleistungen, die wir Ihnen näher vorstellen möchten.

Übersicht über die häufigsten Geldleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

An Versicherte:

  • Verletztengeld
  • Übergangsgeld während der Teilnahme an einer Maßnahme zur beruflichen Wiedereingliederung
  • Sozialversicherungsbeiträge zur Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung während des Bezugs von Verletzten- und Übergangsgeldes
  • Verletztenrente
  • Fahrtkosten zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation
  • Kosten für Kleider-Wäsche-Mehrverschleiß
  • Pflegegeld

An Hinterbliebene:

  • Witwen- /Witwerrente
  • Waisen-/Halbwaisenrente
  • Sterbegeld
  • Witwen-/Witwerbeihilfen

Das Verletztengeld

... gleicht den unfallbedingten Ausfall an Arbeitseinkommen aus. Dieser Entgelt- bzw. Einkommensersatz steht all denjenigen Versicherten zu, die unmittelbar vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder der Heilbehandlung Arbeitsentgelt oder -einkommen bezogen haben. Der Anspruch beginnt an dem Tag, ab dem die Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird. Er endet normalerweise, wenn der Beschäftigte seiner Arbeit wieder nachgehen kann und demzufolge wieder arbeitsfähig ist.
Doch kann Verletztengeld auch gezahlt werden, wenn der Versicherte z.B. im Anschluss an seine Reha eine Umschulung erhält, weil er seiner vor dem Unfall ausgeübten Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann – die Fachleute sprechen dann von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Dieses Verletztengeld wird dann bis zu dem Tag vor Beginn der Umschulung gezahlt.Währ end der Umschulung erhält der Versicherte dann Übergangsgeld durch die Unfallkasse Sachsen.

Kann jedoch der Versicherte aufgrund des Unfalls seiner vorher ausgeübte Tätigkeit nicht mehr nachgehen und hat er auch keinen Anspruch auf Umschulung, z.B. wegen seines Alters, endet das Verletztengeld mit Ablauf der 78. Woche, gerechnet vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit, allerdings nicht vor Abschluss einer stationären Behandlungsmaßnahme.

Die Höhe des Verletztengeldes richtet sich im Regelfall nach dem Nettoarbeitsentgelt. Grundlage für die Berechnung ist das Arbeitsentgelt des letzten vollständig abgerechneten Entgeltabrechnungszeitraums (meist die letzten vier Wochen vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit). Neben der Berücksichtigung der in den letzten zwölf Kalendermonaten gezahlten Einmalzahlungen, wie z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, sind auch steuerfreie Sonnund Feiertagszuschläge zu beachten. Da das kalendertägliche Verletztengeld allerdings auf den Betrag des kalendertäglichen Nettoarbeitsentgelts begrenzt ist, wirken sich diese Zuschläge und Einmalzahlungen in der Regel nicht erhöhend aus.

Nachdem in den ersten 6 Wochen der Arbeitsunfähigkeit durch den Arbeitgeber Lohnfortzahlung geleistet wird, zahlt ab der 7. Woche die Unfallkasse Sachsen Verletztengeld. Ein erneuter Verletztengeldanspruch besteht auch im Fall der Wiedererkrankung an Unfallfolgen.

Das Übergangsgeld

...wird zur Bestreitung des Lebensunterhalts während einer Umschulung gezahlt, und zwar über die gesamte Dauer hinweg. Der Berechnung des Übergangsgeldes liegt wiederum das vor dem Unfall erzielte Arbeitsentgelt zugrunde, ähnlich wie beim Verletztengeld.

In den meisten Fällen schließt sich eine solche Maßnahme unmittelbar an einen Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit an, errechnet sich das Übergangsgeld aus dem unmittelbar davor gewährten Verletztengeld und beträgt bei alleinstehend Versicherten ohne Kinder 68 Prozent des vorher gewährten Verletztengeldes. Bei Versicherten mit Kindern oder denjenigen, die einen pflegebedürftigen Ehegatten haben oder bereits selbst pflegebedürftig sind, erhöht sich das Übergangsgeld auf 75 Prozent.

Aber auch im Fall der beruflichen Rehabilitation bei unfallverletzten Schülern besteht ab Beginn der Maßnahme ein Anspruch auf Übergangsgeld, obwohl vor der Maßnahme oder auch vor dem Arbeits- bzw. Schulunfall  kein Entgelt bezogen wurde. Ebenso bei allen anderen entgeltlosen Personengruppen. Berechnungsgrundlage ist dann das auf ein Jahr bezogene tarifliche oder – fehlt es an einer solchen Regelung – das ortsübliche Arbeitsentgelt des jeweiligen Ausbildungsberufs.

Da durch den Bezug von Verletzten- und Übergangsgeld keine Versorgungslücken in der Sozialversicherung entstehen sollen, zahlt der Unfallversicherungsträger die vollständigen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, an den Beiträgen der Rentenund Arbeitslosenversicherung beteiligt er sich zur Hälfte.

Dana Neumann

Dieser Beitrag wird fortgesetzt. Lesen Sie in unserem nächsten Heft: Rentenleistungen und Pflegegeld.

Noch Fragen: neumann@unfallkassesachsen.com oder Tel. (0 35 21) 72 41 27

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
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