Webcode dieser Seite: u147

Freischneidereinsatz: Mehr Sicherheit mit Ergo-Schnitt

i-Punkt Ausgabe 03/2006

Sicherheit

 

Erfahrungsbericht aus dem Forstbezirk Plauen
Regelmäßig ereignen sich Unfälle mit Dickichtmessern in Freischneidern. Trifft das Rotormesser auf frei liegende Steine, Zapfen oder Schnittgut werden diese explosionsartig weggeschleudert. Eine ständige Bedrohung für Forstleute und Bauhofkräfte. Nun wurde ein Schneidblatt entwickelt, das bei guter Eignung und Leistung einen entscheidenden Sicherheitsgewinn bringt.

2005 veröffentlichte das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik eine Alternative: das Gras- und Gestrüpp-Schneideblatt Ergo- Schnitt. Mit seiner hohen Zähnezahl und speziellen Zahnform ermöglicht es einen weichen Schnitt. Dabei ist die Rückschlaggefährdung äußerst gering. Ein Grasschneideblatt mit Sägezähnen? Das Schnittgut verfängt sich nicht am Werkzeug? Diese Skepsis konnte erst nach eigenem Praxiseinsatz durch die Forstwirte des damaligen Forstamtes Plauen ausgeräumt werden. Auf Empfehlung der Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Unfallkasse Sachsen wurden die neu beschafften Freischneider sofort mit dem Schneideblatt Ergo-Schnitt und einer dazugehörigen Schärfausrüstung je Rotte ausgestattet.

Einsatzempfehlung/Einsatzgrenzen

Das Ergo-Schnitt ist empfehlenswert als Ersatz für das herkömmliche Dickichtmesser bei allen motormanuellen Freischneidearbeiten zur Gras- und Gestrüppmahd, wenn die Sicherheitsabstände von 15 m nicht eingehalten werden können, oder auf Flächen mit hohem Verletzungs- und Sachschadenrisiko durch wegschleudernde Fremdkörper oder Werkzeugteile. Bei entsprechendem Bewegungsablauf sind durchaus einzelne stärkere Pflanzen (Sträucher) durchtrennbar. Die Einsatzgrenzen sind vergleichbar mit denen des herkömmlichen Dickichtmessers. Ein zu hoher Stein- und Fremdkörperanteil bedingt ein häufiges Nachschärfen. Bei diesen Aufträgen sollten vorzugsweise manuelle Schneidgeräte zum Einsatz kommen. Ein Verfitzen des Grases um das Schneideblatt wurde nicht beobachtet, auch nicht bei langem Schnittgut (bis 80 cm).

Arbeitssicherheit/Arbeitsablauf/ Ergonomie als entscheidender Vorteil

Weil Fremdkörper nicht wie bisher weggeschleudert werden, besteht geringe Verletzungs- und Beschädigungsgefahr! Die geringe Verschmutzung des Gesichtsschutzes, der Arbeitskleidung sowie des Werkzeuges erleichtert die Wartung. Beim Arbeiten ist ein gleichmäßiges Schwenken notwendig. Dadurch sind niedrigere Drehzahlen möglich. Das Werkzeug arbeitet schlagärmer als das Dickichtmesser und ermöglicht den Einsatz von leistungsschwächeren, leichteren Freischneidern.

Wartung/Pflege/Lebensdauer:

Die Wartung und Pflege erfolgen durch regelmäßiges Nachschärfen mit einer Schärflehre. Zum Nachschärfen dient eine handelsübliche Flachfeile (z. B. Feile für Tiefenbegrenzer an der MKS), man benötigt ca. 20 min. Bei der Wiesenmahd ist ein Nachschärfen durchschnittlich nach 36 Einsatzstunden erforderlich, bei Kulturpflege aller 8 bis 16. Nach Auftreffen auf Steine und Fremdkörper aus Glas, Eisen etc. ist ggf. ein Nachschärfen erforderlich. Deshalb wird die Mitnahme eines Ersatzblattes empfohlen.

Arbeitsergebnis/Leistung und Kosten:

Das Schnittgut wird nicht zerhackt, sondern verbleibt als Schwaden in langer Form. Im Versuch wurde eine etwas geringere Schnittleistung als beim Einsatz des Dickichtmessers eingeschätzt (etwas kürzere Schärfintervalle). Die Leistung ist wesentlich abhängig von der ordnungsgemäßen Anwendung. Deshalb wird eine kurze Einweisung empfohlen.

Hinweis

Achtung Verwechslungsgefahr! Das vergleichbare schleuderarme Grasschneideblatt „Spezial“ der Fa. Stihl besitzt hartmetallbestückte Zähne, die ein einfaches Nachschärfen ausschließen. Deshalb entschieden wir uns für das Produkt Ergo-Schnitt. Als sinnvolle Zusatzteile werden angeboten: kugelgelagerter Bodengleiter, Kanten- und Rindenschutz.


Klaus Drechsler, Olaf Schenker, Barbara Geipel

Mehr Infos unter
www.kwf-online.de
www.ergo-schnitt.de

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
Externer Link zur Überprüfung dieser Seite auf standardkonforme Programmierung nach XHTML 1.0  Externer Link zur Überprüfung von Style Sheets  Externer Link zur Erklärung der Stufe AAA der Web Content Accessibility Guidelines 1.0