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Umbau statt Neubau – von der Schule zur Feuerwache

i-Punkt Ausgabe 03/2006

Sicherheit

 

Reihe: Sicherheit im Feuerwehrhaus
Für viele Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren haben sich die Bedingungen für den Dienst durch Neubau oder Rekonstruktion ihres Feuerwehrhauses deutlich verbessert. Damit das alte Feuerwehrhaus nicht ungenutzt dem Verfall preisgegeben wird, bestehen teilweise Umnutzungen für andere Interessenten oder es erfolgt eine grundlegende Rekonstruktion der alten Bausubstanz. Es gibt aber auch Beispiele dafür, wie ein „artfremdes“ Gebäude durch Umgestaltung zum Feuerwehrhaus wird.

Ziegenhain ist ein Ortsteil in der 1994 aus 4 Gemeinden und 27 Ortsteilen gegründeten Gemeinde Ketzerbachtal im Landkreis Meißen. Die Gemeinde hat heute etwa 3000 Einwohner und verfügt über 3 Ortswehren: Raußlitz, Starbach und Ziegenhain. Zur Freiwilligen Feuerwehr Ziegenhain, die 1947 gegründet wurde, gehören 35 aktive Feuerwehrangehörige, 10 Mitglieder der Altersund Ehrenabteilung und 10 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Bei etwa 20 Einsätzen pro Jahr werden ein LF 16 W 50 und ein TLF 16 / 24 Mercedes eingesetzt.  

Das alte Feuerwehrhaus entsprach in allen Belangen nicht mehr den heutigen Anforderungen: Stellplätze zu klein, Lagerraum fehlt, sanitäre Einrichtung unzureichend, Umkleidebereich fehlt usw. usw., außerdem hatte auch in Ziegenhain das Hochwasser von 2002 zugeschlagen und durch Anschwellen des Ketzerbaches für erhebliche Schäden des Fußbodens im Feuerwehrhaus gesorgt.

Nach einer Entscheidung des Gemeinderates von 2003, die 1878 gegründete Gemeindeschule  egen unzureichender Auslastung zu schließen, galt es zu prüfen, ob durch Umbau des Hauptgebäudes der Schule eine Nachnutzung für die Ortsfeuerwehr Ziegenhain technisch möglich ist und eine günstige finanzielle Alternative zu einem Neubau darstellt. Das Ergebnis war positiv und überzeugend: 2 Stellplätze mit allen notwendigen Nebenräumen ließen sich in die Bausubstanz einbringen. Nachdem Bauantrag und Fördermittelantrag genehmigt waren, begannen im November 2004 die Bauarbeiten.

Sicherheitstechnische Anforderungen

Das mit der Planung und Bauleitung beauftragte ortsansässige Architekturbüro Michael Thiel wusste von Anfang an die schwierige Aufgabe gut zu meistern, indem neben den baulichen Anforderungen auch die Bedürfnisse der Feuerwehr und die Anforderungen der Unfallverhütung Berücksichtigung fanden. Hier wie auch bei anderen Bauobjekten hatte es sich bewährt, alle Beteiligten bereits in der Planungsphase einzubeziehen. Mit der Unfallkasse Sachsen fanden am 9. Juli 2004 ein Planungsgespräch und eine Ortsbegehung statt. Vor Abschluss der Bauarbeiten wurde am 9. Februar 2006 im Rahmen einer „Abnahme“ festgestellt, dass trotz der baulichen Zwänge des Altbaus die wesentlichen Anforderungen der UVV Feuerwehren GUV – V C 53 , der „Sicherheit im Feuerwehrhaus“ GUV – I 8554 und der DIN 14092 erfüllt waren.

Angaben zum Umbau

Das alte Feuerwehrhaus in Ziegenhain
Das alte Feuerwehrhaus in Ziegenhain

Das Kernstück des Feuerwehrhauses ist die Fahrzeughalle mit 2 Stellplätzen der Größe 2 nach DIN 14092, das heißt 10,0 m Länge und 10,0 m Breite. Dafür wurden im Erdgeschoss 2 Klassenzimmer durch Abbruch der Trennwand zusammengelegt: Fußbodenabsenkung um 1,2 m, Abbruch der Trennwand, Einbau von 2 Toren mit 3,5 m Breite und 3,5m Höhe, Installation einer Absauganlage für Auspuffabgase. Dem Wunsch, eine Fahrzeughalle ohne Trennwand und Tragstützen zu errichten, konnte durch Einbau von Holzgitterträgern im Obergeschoss Rechnung getragen werden. Dies ist eine Besonderheit, denn bei den meisten Sanierungen von Altbauten gelten Stützpfeiler als unvermeidbar.
Aus sicherheitstechnischen, hygienischen und heizungstechnischen Gründen ist die Unterbringung der Umkleideanlage außerhalb der Fahrzeughalle zu bevorzugen. Vorliegend können die Kameraden im Einsatzfall vom Parkplatz durch den Umkleideraum die Fahrzeughalle betreten. Der Lagerraum für Lösch- und Bindemittel, Geräte und Schläuche ist vom Parkplatz über eine 2-flügelige Außentür gut erreichbar.
Das gesamte Gebäude wird mit Erdwärme beheizt, dazu dient ein Flächenkollektor mit ca. 400 m2 in 1,2 m Tiefe unter den PKWStellplätzen. Mit einer Heizleistung von 26 kW kann die Fahrzeughalle über Fußbodenheizung auf mindestens 7 °C gehalten und alle anderen Räume ausreichend beheizt werden. Es wird eingeschätzt, dass die Anschaffung der Erdwärmeheizung sich nach 6 bis 7 Jahren amortisiert haben wird.
Weitere Funktionsräume, wie Schulungsraum, Wehrleiterzimmer, befinden sich im Obergeschoss. Der verbleibende Flügel der Schule soll als Gewerbeeinheit umgenutzt werden. Im angrenzenden Speiseraum als Veranstaltungsraum werden auch weiterhin kulturelle Veranstaltungen stattfinden. 

Kosten, Fördermittel, Eigenleistung

Umbau der Schule

Die Gesamtkosten für den Umbau von der Schule zum Feuerwehrhaus betrugen 480 T Euro. Ein vergleichbarer Neubau wäre etwa 20 % teurer geworden. Das Objekt wurde mit 276 T Euro Fördermitteln unterstützt. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr beteiligten sich an den Baumaßnahmen mit 1500 Arbeitsstunden, zum Beispiel bei den Abgrabungen in den ehemaligen Klassenzimmern und bei der Gestaltung des Außenbereiches.

Einweihung und Übergabe

Umbau des Schulgebäudes zur Feuerwehr

Der Tag der offenen Tür am 6. Mai 2006 war der Termin der ersten Besichtigung für alle Interessierten und die feierliche Übergabe und Einweihung des neuen Feuerwehrhauses durch Landrat Herrn Steinbach (Lkr. Meißen)und Bürgermeister Herrn Grübler. Die Unfallkasse Sachsen gratuliert der Gemeinde zum neuen Feuerwehrhaus und wünscht den Kameraden allzeit einen unfallfreien Dienst. Für die gute Zusammenarbeit während der Bauplanung und Bauausführung bedanken wir uns beim Architekturbüro Thiel in Ziegenhain.


Gerhard Gutteck

Noch Fragen: gutteck@unfallkassesachsen.com oder Tel. (0 35 21) 72 43 02

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