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Schwimmspaß mit Folgen

i-Punkt Ausgabe 03/2007

Sicherheit

 

Überchlorierung in Schulbädern
Es ist nicht die Regel, kommt glücklicherweise selten vor, ist aber auch nicht auszuschließen: Eine Überchlorierung des Badewassers. Sie führt zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie Augenreizungen, Schleimhautirritationen oder gar Atembeschwerden. Insbesondere in den Morgenstunden sind Kinder gefährdet, wenn vor Badbetriebsbeginn keine Kontrolle der Anlagen vorgenommen wurde.

Der letzte Unfall dieser Art geschah im November 2006 in Bayern. 23 Kinder mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Zur Überchlorierung des Badewassers kann es kommen, wenn technische Defekte in der Wasseraufbereitungsanlage auftreten, wie Klappenfehlstellungen oder Pumpendefekte. Probleme kann es auch in der Desinfektionsanlage geben und der zugehörigen Mess- und Regeltechnik, wie ungenügender oder ausbleibender Messwasserzufluss infolge Verstopfungen oder Defekte an Messsonden. Zur Überwachung der Schwimmbadwasseraufbereitungsanlage  und als Nachweis einer einwandfreien Betriebsführung gegenüber den Gesundheitsbehörden ist vom Bedienungspersonal ein Betriebsbuch zu führen. Im Rahmen dieser betriebseigenen Überwachung hat die Fachkraft vor Ort unter anderem die Messgeräte für die fortlaufende Bestimmung des freien Chlors und des pH-Wertes mindestens einmal täglich durch eine Kontrollmessung zu prüfen. Zusätzlich ist das gebundene Chlor in jedem Becken durch photometrische Bestimmung des freien Chlors und des Gesamtchlors festzustellen und im Betriebsbuch zu dokumentieren. Diese Forderungen ergeben sich aus dem Infektionsschutzgesetz und der DIN 19 643, Teil 1.

Um das Risiko infolge Überchlorierung des Beckenwassers zu minimieren, halten wir es für zwingend notwendig, dass die erforderlichen Überprüfungen und Kontrollen der technischen Anlagen vor Aufnahme des Badebetriebs durchgeführt werden, das heißt, beim Schulschwimmen müssen die Messergebnisse vor Unterrichtsbeginn vorliegen. Spätestens bei diesen Kontrollen fallen die oben beschriebenen Defekte auf. Ein Unfall infolge Überchlorierung kann so verhindert werden.

Die Sachkostenträger sind gefordert, die Chlorwerte im Beckenwasser vor Aufnahme des Badebetriebes durch die Schulen durch qualifiziertes Personal feststellen zu lassen. Zusätzlich können technische Sicherheitseinrichtungen installiert werden, die während des Badebetriebes Alarm auslösen, wenn der Chlorgehalt im Wasser die festgelegten Werte übersteigt (DIN 19 643 Teil 1). Dieser Alarm muss von der zuständigen Aufsicht im Bad jederzeit wahrgenommen werden können.


Reinhold Zirbs

Der Beitrag basiert auf einen Artikel aus Unfallversicherung aktuell. Der Autor ist Aufsichtsperson beim Bayerischen GUVV.

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