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Keine Angst vor Versorgungslücken (2)

i-Punkt Ausgabe 04/2005

Information

 

Rente und Pflegegeld sichert Sie ab
Sind Sie bei Unfall oder Krankheit ausreichend abgesichert? Wer arbeitsunfähig, berufsunfähig oder gar pflegebedürftig wird, erhält Leistungen durch die Kranken-, Renten- oder Pflegekassen. Doch was passiert, wenn sich während der Arbeit oder in der Schule ein Unfall ereignet? Die Unfallkassen sorgen mit ihrem Leistungsspektrum nicht nur für die Rehabilitation sondern geben auch finanzielle Sicherheit.

Die Unfallkasse Sachsen stellt ihren Versicherten umfangreiche Leistungen zur Verfügung, ohne dass Versicherte auch nur einen Cent dazu bezahlen müssen. Versichertenbetreuer und Rehabilitationsberater koordinieren in der sogenannten Heilverfahrensüberwachung den gesamten Genesungsprozess und steuern den Wiedereinstieg in Beruf oder Ausbildung. Aber auch die Wiedereingliederung in das soziale Umfeld ist ein wichtiger Pfeiler. Außerdem sorgen Geldleistungen für die finanzielle Absicherung des Versicherten und seiner Familie.

Verletztenrente

Anspruch auf diese Rente hat derjenige, dessen Minderung der Erwerbsfähigkeit – kurz: MdE – einerseits mindestens 20 Prozent beträgt und andererseits länger als ein halbes Jahr (26 Wochen) andauert. Selbstverständlich muss diese Minderung Folge eines Arbeits- bzw. Schulunfalls sein. Die Voraussetzungen werden in einer ärztlichen Funktionsbegutachtung eingeschätzt. Endet das Verletztengeld, beginnt der Anspruch auf Rente. Ein Nebeneinander von Rente und Verletztengeld sind ausgeschlossen. Versicherte, die über kein Einkommen verfügen, z.B. Schüler od. Studenten, erhalten diese Rente sofort nach dem Unfall. Auch hier gilt: MdE mindestens 20 % und die Halb-Jahresfrist.

Etwas anderes ergibt sich nur, wenn ein Verletztengeldanspruch aufgrund einer Wiedererkrankung besteht und bereits ein Rentenanspruch vorher da war. Dem gegenüber beseitigt der Bezug von Übergangsgeld oder Verletztengeld den Bezug von Verletztenrente nicht.

Fahrtkosten zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation

Fährt der Versicherte zur stationären oder ambulanten Behandlung (Physiotherapie eingeschlossen) und entstehen dadurch Kosten, so erhält er diese auf Antrag erstattet, ebenso seine Angehörigen. Meist erfolgt dies in Form einer sog. Entfernungspauschale (Richtlinien der Unfallversicherungsträger zur Gewährung von Reise- und Fahrtkosten). 

Kosten für Kleider-Wäsche- Mehrverschleiß

Um den Mehraufwand auszugleichen, der entsteht, wenn durch Benutzung bestimmter orthopädischer Hilfsmittel, z.B. Orthesen, ein Schaden an der privat getragenen Kleidung entsteht, wurde seitens der gesetzlichen Unfallversicherungsträger anhand jahrelanger Erfahrungswerte ein Katalog entwickelt, der diese Entschädigung regelt. Seitens der gesetzlichen Unfallversicherungsträger ist dieser Anspruch von Amts wegen zu prüfen und gegenüber dem Versicherten festzustellen.

Pflegegeld

Sind Versicherte infolge eines Arbeits- oder Schulunfalls so hilflos, dass sie nicht ohne fremde Hilfe und Pflege für die normalen Verrichtungen des privaten täglichen Lebens sein können, besteht ein Anspruch auf Pflege. Neben der Stellung einer Pflegekraft zur Gewährleistung der erforderlichen Hilfe kann alternativ auch die Gewährung von Pflegegeld für eine selbstbeschaffte Pflegekraft (auch Angehöriger) gewährt werden.

Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich dabei nach dem aufgrund der Unfallfolgen erforderlichen Aufwand der pflegerischen Maßnahmen. Es erfolgt durch einen ärztlichen Sachverständigen und den gesetzlichen Unfallversicherungsträger die Einstufung in eine entsprechende Pflegekategorie – wobei hier die bekannten Kategorien der gesetzlichen Pflegeversicherung keinen Anhalt finden. Bemessungsgrundlage für die Höhe des Pflegegeldes ist der jeweils jährlich neu ausgerichtete Pflegegeldrahmen in der gesetzlichen Unfallversicherung (aktuell für die neuen Bundesländer zwischen 256 € und 1.023 €).

Hinterbliebenenleistungen

Auch für den denkbar schlimmsten Fall nach Eintritt eines Arbeitsunfalls hat der Gesetzgeber Vorsorge getroffen, in dem er auch für die Absicherung der Hinterbliebenen Sorge getragen hat, auch wenn so mancher im Privat-Bereich an diesen Fall noch gar nicht dachte.

Zu nennen ist hier zum einen die monatliche Rente für Witwen und Witwer. Berechnungsgrundlage ist das im Jahr vor Eintritt des tödlichen Arbeitsunfalls bezogene Arbeitsentgelt (sog. Jahresarbeitsverdienst). Dabei erhalten nach den aktuellen rechtlichen Regelungen Witwen und Witwer von Versicherten eine entsprechende Hinterbliebenenrente, solange sie nicht wieder geheiratet haben, und zwar in Höhe von zwei Dritteln des Jahresarbeitsverdienstes bis zum Ablauf des dritten Monats, in dem der Ehepartner verstorben ist, weiter dann 30 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes bis längstens 24 Kalendermonate nach Ablauf des Monats, in dem der Ehepartner verstorben ist (Übergangsregelungen ausgenommen). Erziehen Witwen oder Witwer ein waisenrentenberechtigendes Kind, bzw. haben sie bereits das 45. Lebensjahr vollendet oder sind sie erwerbsgemindert, berufs- oder erwerbsunfähig, wird die Rente in Höhe von 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes auch über 24 Kalendermonate nach dem Tod des Ehegatten erbracht.

Weiterhin haben Waisen bzw. Halbwaisen einen Anspruch auf Rente, und zwar in Höhe von 20 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes des Verstorbenen sofern sie Halbwaise sind, bzw. in Höhe von 30 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes, handelt es sich um eine Vollwaise.

Die Waisenrente wird gezahlt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Weiterhin bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, wenn sich die Waise bspw. in Schul- oder Berufsausbildung befindet oder auch wegen körperlicher, seelischer oder geistiger Gebrechen außer Stande ist, sich selbst zu unterhalten.

Sowohl bei Witwen und Witwern sowie Waisen erfolgt eine Anrechnung erzielten Einkommens auf die Hinterbliebenenrente der gesetzlichen Unfallversicherung.

Des Weiteren werden Sterbegeld und Überführungskosten durch die gesetzlichen Unfallversicherungsträger gewährt. Und zwar werden Kosten der Überführung an den Ort der Bestattung erstattet, wenn der Tod nicht am Ort der ständigen Familienwohnung desVersicherten eingetreten ist und die Versicherten sich dort aus Gründen aufgehalten haben, die im Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit oder mit den Folgen des Versicherungsfalls stehen.

Sterbegeld wird in Höhe von 1/7 der jährlichen Bezugsgröße der Sozialversicherung zum Zeitpunkt des Todes gezahlt (aktuell in 2005 für die neuen Bundesländer: 3.480,00 €) – im Regelfall an denjenigen, der die Kosten der Bestattung trägt.

Aber auch wenn der Tod erst im Laufe der Zeit nach dem Unfall eintritt und Unfallfolge ist, besteht seitens der Hinterbliebenen nach den genannten Regelungen ein entsprechender Anspruch.

Nicht unerwähnt soll noch die einmalige Hinterbliebenenbeihilfe bleiben. Auf diese haben Hinterbliebene von Versicherten Anspruch, wenn der Versicherte zuvor eine entsprechende Unfallrente von einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 50 Prozent bezogen hat und nicht an Unfallfolgen starb.

Die einmalige Hinterbliebenenbeihilfe beträgt 40 Prozent des im Zeitpunkt des Todes der Rentenberechnung des Versicherten zugrundeliegenden Jahresarbeitsverdienstes. Dieser Betrag wird einmalig als Beihilfe gewährt und soll einen Ausgleich hierfür leisten, dass Hinterbliebene von Schwerstverletzten, da diese häufig wegen eines geminderten Verdienstes aufgrund des bei ihnen bestehenden unfallbedingten Körperschadens für den Todesfall keine hinreichende Vorsorge für ihre Angehörigen treffen konnten, ebenso eine gewisse Absicherung erhalten.

Zusammenfassend muss abschließend gesagt werden, dass hier nur ein begrenzter Überblick über die umfassenden Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung gegeben werden konnte. Es handelt sich hierbei allerdings um Leistungen, die einen wesentlichen Anteil der Entschädigungsleistungen eines gesetzlichen Unfallversicherungsträgers ausmachen – so auch der Unfallkasse Sachsen – und zweifelsohne zur Absicherung des täglichen Lebens unumgänglich sind – gerade wenn zu den körperlichen Beschwerden noch die Ängste um die finanzielle Zukunft hinzutreten. Allerdings lässt sich schlussendlich auch sagen, dass jedem nach Eintritt eines Arbeits- bzw. Schulunfalls durch die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger zumindest eine Grundabsicherung durch den Gesetzgeber zu Teil wird und das zum sog. Null-Tarif für jeden Einzelnen.

Dana Neumann

Noch Fragen: neumann@unfallkassesachsen.com oder Tel. (0 35 21) 72 41 27

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
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