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Achtung! Zecken.

i-Punkt Ausgabe 01/2008

Information

 

Die große Gefahr des Sommers
Klima- und Gesundheitsexperten warnen vor einer Zeckenplage. Der Grund: die milden Winter. Die Tiere halten keinen Winterschlaf mehr und sind übers ganze Jahr aktiv. Deshalb ist zu befürchten, dass die Zahl der Hirnhautentzündungen steigt wie auch die der Borreliosefälle.

Sie sind einen Millimeter lang, haben acht Beine und einen blutrünstigen Rüssel. Zecken lauern überall. Dass sich die Tiere jedoch von Bäumen auf ihre Opfer fallen lassen oder gar auf sie überspringen, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Zecken lauern auf ihre Opfer meist auf Spitzen von Gräsern, in Farnen oder niedrigen Büschen. Bevorzugter Lebensraum sind Waldränder oder Bachläufe. Wahr hingegen ist, die Spinnentiere werden im Vorbeigehen abgestriffen. Sie suchen sich dann mitunter stundenlang eine dünnhäutige Stelle für den Stich. Gern in den Kniekehlen, den Achseln, dem Bauchnabel, hinter den Ohren und bei Frauen unter der Brust. Bei Kindern auch am Haaransatz und am Hals. Daher ist der beste Schutz geschlossene, helle Kleidung. Hell deshalb, weil man die dunklen Plagegeister darauf besser erkennen kann. Leider ist man auch in Städten nicht sicher. Zecken kommen mit Haustieren, wie Hunden und Katzen. Beim Kuscheln und Streicheln  wechselt die Zecke dann den Wirt. Zum Glück löst nicht jede Zecke gleich Infektionen aus. Jede dritte trägt Borrelien, jede hundertste FSME-Viren. Manche Zecken allerdings übertragen sogar beide Erreger.

Zecken lauern in Wäldern, hohem Gras, Gebüsch oder Laub. Die verbreitetste Zeckenart in Europa ist die Schildzecke, auch gemeiner Holzbock genannt. Zecken können weder sehen noch hören, haben aber Sensoren für Wärme und Kohlendioxid. Sie saugen sich mit winzigen Widerhaken in der Haut ihrer Opfer fest. Besonders raffiniert: Die Zecke betäubt die Einstichstelle mit einem Sekret, das bewirkt, dass der Gebissene nichts  merkt. Sie sind von März bis Oktober aktiv.

Was ist Borreliose und was FSME?

FSME wird durch Viren übertragen, Borreliose hingegen durch Bakterien. FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, besser bekannt als Hirnhautentzündung. Etwa 70 Prozent der Infizierten entwickeln meist nur geringe Krankheitsmerkmale wie grippeähnliche Symptome. Der Rest hat mit schweren Krankheitsverläufen zu tun, hohem Fieber, Nackensteife und großen Schmerzen. Gelangen die Viren ins zentrale Nervensystem, kommt es zur Entzündung des Hirngewebes, der Hirnhaut oder des Rückenmarks. Ein bis zwei Prozent der Erkrankten sterben. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, gibt es keine Therapie. Lediglich die Symptome können medikamentös gelindert werden.

Gegen FSME hilft impfen

Eine Infektion kann allein durch eine Impfung vermieden werden, deshalb ist diese vor allem für jene ratsam, die sich viel im Freien und oft im Wald aufhalten. Allerdings bewahrt die Impfung nicht vorm Biss der kleinen Blutsauger. Dies ist ein weitverbreiteter Irrtum. Außerdem gibt die Impfung nur vor FSME den nötigen Schutz. Gegen Borreliose gibt es keinen Impfschutz. Personen aus Risikogebieten sollten sich genauso wie Menschen impfen lassen, die in solche Gebiete reisen. Egal, ob zwei Wochen oder zwei Tage. Leider schrecken noch immer viele wegen vermeintlicher Nebenwirkungen vor einer Impfung zurück. Inzwischen ist der Impfstoff aber wesentlich besser und heute nicht riskanter als eine Grippe-Impfung. Die Schutzimpfung gibt es beim Hausarzt. Die Kosten tragen die Krankenkassen. Ob man sich nun impfen lässt oder nicht, auf jeden Fall sollte der ganze Körper nach jedem Ausflug in die Natur gründlich abgesucht werden. Je eher der Blutsauger herausgezogen wird, desto geringer die Gefahr der Anstekkung mit FSME-Viren oder Borellien.

Eine halbe Million Deutsche leidet bereits an Borreliose. Jedes Jahr kommen 60.000 hinzu

So deutlich sieht man sie nur mit der Lupe
Vergrößerte Zecke

Noch häufiger als an FSME erkranken Menschen nach Zeckenstichen jedoch an Borreliose. Jede fünfte Zecke in Deutschland überträgt sie. Ein Bakterium, dass in schweren Fällen Entzündungen von Herzmuskel und Hirnhäuten sowie Lähmungen verursacht. Dagegen gibt es keinen Impfschutz. Die Krankheit wird durch Bakterien verursacht und kann nur mit Antibiotikum behandelt werden. Gefährlich ist, dass bis zum Auftreten der ersten Anzeichen Wochen vergehen können. Deshalb empfehlen Experten, sich zu notieren, wann exakt der Zeckenstich entdeckt wurde. Borreliose beginnt mit einer Rötung um die Stichstelle, die sich dann langsam ausbreitet. Nach zwei bis vier Wochen können Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Hirnhautreizungen und Lähmungen, Gelenkentzündungen folgen. Weil die Krankheit viele Gesichter hat, kommt es oft zu Fehldiagnosen. Patienten werden manchmal Monate, ja sogar Jahre falsch behandelt, während sich die Borrelien im Nervensystem einnisten. Wenn man im Frühstadium richtig behandelt, gibt es Heilungschancen. Später ist eine Heilung selten. Die Krankheit tritt in Schüben immer wieder auf.

Sachsen ist kein FSME-Risikogebiet

Auch wenn tatsächlich die Winter immer milder werden, weiß bisher niemand, ob wirklich eine Zeckeninvasion zu befürchten ist. Borreliose kommt flächendeckend in ganz Deutschland vor, FSME hingegen nur in ausgewiesenen Risikogebieten, davon gibt es momentan 132. FSME-frei sind bislang lediglich Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Berlin und das Saarland.

FSME-Untersuchungen an Zecken im Freistaat Sachsen waren bisher immer negativ. Mit Borreliose hingegen waren 5 von 1.000 Tierchen infiziert. In Sachsen gilt kein Kreis als Risikogebiet, im Gegensatz zu den Nachbarfreistaaten Thüringen und Bayern. In Thüringen sind fünf Landkreise sowie die Stadtgebiete Jena und Gera Zeckengebiete.

Schilder warnen in riskanten Waldgebieten
Warnschild vor Zecken

Was ist ein Risikogebiet?

Treten in einem Landkreis binnen eines Jahres mindestens zwei oder innerhalb von fünf Jahren mindestens fünf FSME-Erkrankungen auf, wird er zum Risikogebiet erklärt, bei mehr als 25 Fällen in fünf Jahren zur Hochrisikoregion. Zecken-Risikogebiete sind in Deutschland Baden-Württemberg, Bayern sowie Thüringen.

Neu: Waldarbeiterschutzkleidung mit Zeckenabwehr. Derzeit befindet sich Schnittschutzkleidung im Test, die mit einem Anti-Zecken- Wirkstoff dauerhaft imprägniert ist. Der Wirkstoff blockiert die feuchten Sinneshaare von Zecken und stört die Reizweiterleitung. Der Träger wird somit nicht als potenzieller Wirt erkannt und bleibt von Bissen und Stichen verschont.

Zeckenzange parat halten

So benutzt man eine Zeckenzange
Zeckenzange

Zeckenstiche sind schmerzlos und gerade die kleineren Larven und Nymphen sind gefährlich. Sie werden oft nicht bemerkt. Nach jedem Aufenthalt im Wald und auf Wiesen sollte man den Körper auf Zeckenbefall untersuchen, am Besten mit einer Lupe. In den ersten acht Stunden ist das Infektionsrisiko gering.

Zecken entfernt man auf keinen Fall mit Öl, Alkohol oder anderen chemischen Mitteln. Das bringt die Zecke nur dazu, dass sie im Todeskampf die Erreger umso schneller überträgt. Herausziehen lässt sich der Blutsauger mit einer Pinzette. Dabei die Zecke nicht zerquetschen und danach die Einstichstelle desinfizieren. Besser geeignet sind spezielle Zeckenzangen oder sogenannte Zeckenkarten aus der Apotheke. Beide haben eine spitzwinklige Aussparung, die man unter die Zecke schiebt und sie vorsichtig nach oben herauszieht. Rötet sich die Einstichstelle oder treten grippeähnliche Symptome auf, kommt man um einen Arztbesuch nicht herum. Ein Bluttest schafft Klarheit.

Denken Sie auch an die Kleidung. Völlig sicher ist man, wenn die Kleidung im Wäschetrockner bei 60 Grad für 30 Minuten erhitzt wird.

Wir sind für Sie da.

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