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Haut braucht auch vor Wasser Schutz

i-Punkt Ausgabe 01/2008

Gesundheit

 

Arbeitsplatz: Schwimmbad
Wasser schädigt die Haut, denn im Grunde ist es eine für den Menschen lebensfeindliche Umgebung – er ist ja kein Fisch. Das gilt auch für diejenigen, die für das ungetrübte Vergnügen beim Schwimmen sorgen – das Personal in Schwimmbädern.

Viele Sportler unterstützen die gemeinsame Präventionskampagne zum Hautschutz der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung „Deine Haut. Die wichtigsten 2 Quadratmeter deines Lebens“. Dazu gehört auch die Schwimm-Europameisterin und Weltrekordlerin Britta Steffen. Sie trainiert täglich vier Stunden im Wasser. Wasser ist aber schädlich für die Haut; sie trocknet aus. Um ihre Haut davor zu schützen, benutzt Britta Steffen vor jedem Training oder Wettkampf Paraffinöl. Dieses Hausmittel empfiehlt auch der Hautarzt, denn Öl ist bekanntlich wasserabweisend.

Aber nicht nur, wer regelmäßig mehrere Stunden täglich im Wasser verbringt, ist hautbelastet, sondern auch, wer regelmäßig mehrere Stunden am Tag Feuchtarbeiten durchführt. Unter anderem deshalb ist das Personal in Schwimmbädern (Fachangestellte für Bäderbetriebe, Reinigungspersonal) besonderen Gefährdungen ausgesetzt.

In Schwimmhallen ist es häufig um die 30 Grad Celsius warm: ein feuchtwarmes Klima, das für die Besucher angenehm ist. Die Beschäftigten aber sind dieser Situation während ihrer gesamten Arbeitszeit ausgesetzt. Die Haut verliert so ohnehin schon Wasser – kommen jetzt noch Anstrengungen durch körperliche Tätigkeiten dazu, verstärkt sich der Wasserverlust durch vermehrtes Schwitzen.

Damit die Besucher hygienisch absolut saubere Schwimmbäder vorfinden, werden Böden, Wände, Duschräume und sonstige Oberflächen besonders intensiv gereinigt und desinfiziert. Auch dieser vermehrte Umgang mit Reinigern und Desinfektionsmitteln kann zu Gesundheitsgefährdungen führen. Bei Reinigungsarbeiten kommt es immer wieder zu Nässe auf der Haut durch „Spritzer“ dieser teilweise aggressiven Stoffe; „Vernebelung“ kann außerdem die Atemwege reizen, auch wenn dies nicht häufig auftritt.

Folgen werden nicht sofort sichtbar

Die Folgen von Hautreizungen werden in der Regel erst nach Jahren der Belastung festgestellt. Die wiederkehrenden Störungen führen erst im Laufe der Zeit zu sichtbaren oder spürbaren Schäden; die eigentliche Beeinträchtigung setzt aber schon früher ein.

Vorbeugen kann den Arbeitsplatz erhalten

Kinder in Wasserrutsche

Die Praxis zeigt: Beschäftigte, die den Hautschutz vernachlässigt haben und mit manifesten Beschwerden in Behandlung stehen, können nur unter erheblichen Anstrengungen der Unfallkassen und Berufsgenossenschaften, der Arbeitgeber und der Hautärzte in ihrem Beruf verbleiben. Dann ist sozusagen „das Kind schon in den Brunnen gefallen“. Nicht zuletzt deshalb unterstützen die Unfallversicherungsträger die Betriebe intensiv bei vorbeugenden Maßnahmen des Arbeitsschutzes und haben jetzt gemeinsam mit den Krankenkassen die Kampagne „Hautschutz“ gestartet. Sie soll das Bewusstsein der Beschäftigten und der Verantwortlichen in den Betrieben für frühzeitigen und konsequenten Hautschutz schärfen.

Wirksam: Schutz nach Plan

Wichtig ist zum Beispiel das Aufstellen eines sogenannten „Hautschutzplans“: Darin legt der Betriebsarzt fest, bei welchen Tätigkeiten welche Schutzhandschuhe zu tragen sind, welche Mittel die Hände schützen können und welche Mittel Verwendung finden sollen. Ebenso wichtig sind aber auch regelmäßige Intervalle nicht hautbelastender Tätigkeiten sowie Arbeiten ohne das Tragen von Schutzhandschuhen, damit die Haut sich erholen kann. Wenn Arbeiten mit feuchtigkeitsdichten Schutzhandschuhen durchzuführen sind, hilft es, darunter Baumwollhandschuhe anzuziehen. Sie saugen den Schweiß auf, so dass die Haut nicht so schnell „erweicht“ und trockener bleibt. Weitere Schutzmaßnahmen, besonders bei bereits sicht- oder spürbaren Hautveränderungen, zum Beispiel Rissen, Papeln, Pusteln oder juckenden Ekzemen, sollten unbedingt mit einem Hautarzt besprochen werden. Der Facharzt weiß, welcher Schutz oder welche Behandlung für den jeweiligen Hauttyp benötigt wird.

Der Hautarzt entscheidet auch darüber, ob er dem Unfallversicherungsträger die Hauterkrankung meldet, damit dieser seinem Präventionsauftrag gerecht werden kann. Die Unfallkasse stellt dann fest, ob ein arbeitsbedingter Zusammenhang besteht, und übernimmt die Kosten der Heilbehandlung. Ebenso wird geprüft, inwieweit die Hautbelastung am Arbeitsplatz reduziert oder weitergehender Hautschutz angewandt werden kann und muss. Bislang hat es die Unfallkasse mit diesen Mitteln geschafft, dass niemand seinen Arbeitsplatz wechseln musste. Denn das vorrangige Ziel ist es, jedem Beschäftigten seinen Arbeitsplatz zu erhalten.

Wenn der Arbeitsplatz verloren geht …

Manchmal droht jedoch die konkrete Gefahr, dass ein Verbleib am Arbeitsplatz zum Eintritt der Berufskrankheit Nr. 5101 führen wird. Ihre Bezeichnung lautet: „Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen, die zum Unterlassen aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Erkrankung ursächlich waren oder sein können.“ In diesem Fall muss der UVTräger den Erkrankten auffordern, die Tätigkeit zu unterlassen. Wenn ein geringerer Verdienst die Folge ist, zahlt die Unfallkasse eine Übergangsleistung: Sie soll den Differenzbetrag zwischen Verdienst vor Aufgabe der schädigenden Tätigkeit und danach ausgleichen. Diese Zahlung dauert längstens fünf Jahre und ist jährlich gestaffelt, um eine Gewöhnung an ein eventuell dauerhaft niedrigeres Einkommen zu ermöglichen. Ist mit der Aufgabe der Tätigkeit auch der Tatbestand der Berufskrankheit erfüllt und liegt eine dauerhafte Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent vor (dies wird fachärztlich  beurteilt), wird zusätzlich eine Versichertenrente gewährt.

So weit soll es aber nicht kommen. Darum werben weit über 100 Krankenkassen und Unfallversicherungsträger für einen besseren Umgang mit dem größten Organ des Menschen. Das erklärte Ziel der Kampagne lautet: „Gesunde Haut, weniger Hauterkrankungen!“

Schutz vor Fußpilz

Überall in Schwimmbädern lauern Pilzerreger. Die feucht-warme Umgebung ist für die Erreger eine ideale Brutstätte. Denn bei Temperaturen von etwa 25 Grad können sie mehrere Tage im Wasser überleben. In Schwimmbädern wird Fußpilz auch dadurch begünstigt, dass Wasser die Haut aufquellen lässt und so ihre natürliche Barriereschicht beschädigt. Damit der Aufenthalt im Schwimmbad nicht zur Fußpilzsaison  wird, sollten Sie diese Hinweise ernst nehmen:

Badeschuhe tragen! Die meisten Menschen gehen in Schwimmbädern barfuß, der Erreger kann also durch Kontakt mit dem Boden übertragen werden. Außerhalb des Schwimmbeckens sollten daher stets Badeschuhe getragen werden. So wird der direkte Kontakt mit den Fußpilzerregern vermieden. Vorsicht vor Desinfektionsduschen und Duschbecken! Diese Orte werden häufig barfuß passiert und Fußpilzerreger kommen hier besonders häufig vor. Die antibakterielle Wirkung von Desinfektionsduschen reicht häufig nicht aus.

Wichtig! Füße gut abtrocknen! Bei feuchter Haut ist das Risiko einer Infektion hoch. Vor allem die Zehenzwischenräume müssen gut abgetrocknet werden. Hier bildet sich Fußpilz meist zuerst. Füße desinfizieren und regelmäßig pflegen! Die Füße nach dem Abtrocknen mit einem Desinfektionsspray einsprühen. Zusätzlich sollte Fußpflege zum täglichen Reinigungs- und Pflegeritual dazugehören – von klein auf.

Füße regelmäßig beobachten! Bei ersten Anzeichen von Fußpilz sofort behandeln lassen. Infizierte Bereiche sehen wie gekocht aus, jucken meistens, später brennt die Haut und schuppt sich. Eine frühzeitige Therapie kann verhindern, dass der Fußpilz in eine schwer zu behandelnde Nagelpilzinfektion übergeht.

 

 

Nachdruck aus „betrifft sicherheit“ Information der BG Gas-, Fernwärme und Wasserwirtschaft

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