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Liebe, liebe Sonne ...

i-Punkt Ausgabe 01/2008

Gesundheit

 

Richtiger Sonnenschutz für Kinder
Nach trüben Wintertagen sehnen wir uns nach Sonne und Wärme. Sie steigert unser Wohlbefinden, sorgt für den Knochenaufbau und trägt in angemessenen Dosen zur Besserung des Hautbildes bei. Ohne Zweifel: Sonne tut gut: Aber sie kann auch gefährlich werden.

Zeitweilige starke bzw. übermäßige Exposition mit UV-Strahlung oder hohe Dosen auf zuvor ungebräunter Haut führen zu Sonnenbrand und sind hohe Risikofaktoren für vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs. Mit ca. 140.000 Neuerkrankungen zählt Hautkrebs in Deutschland zu den häufigsten Tumorerkrankungen. An der bösartigsten Form, dem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs), sterben jährlich rund 2.000 Menschen. Doch auch andere Gefahren gehen von der Strahlung aus, wie Sonnenstich und Hitzekollaps. Außerdem schwächt intensive Sonnenstrahlung das Immunsystem. So steht Lippenherpes im Zusammenhang mit einer hohen Dosis an UV-Strahlung.

Schädliche Strahlen
Das Licht, das wir sehen können, besitzt eine Wellenlänge zwischen 400 und 760 nm. Kürzere Wellenlängen werden als ultraviolettes Licht bezeichnet und in drei Kategorien eingeordnet, UV-A (400 – 320 nm), UV-B (320- 290 nm) und UV-C (290 – 200 nm). Je kürzer die Wellen, desto gefährlicher ist die Strahlung. UV-C wird gänzlich von der Ozonschicht  absorbiert und kann uns somit nicht gefährlich werden. Im Sommer ist zur Mittagszeit die UV-Strahlung am intensivsten. Je näher wir dem Äquator kommen, desto stärker wird die Strahlung. Auch größere Höhen und reflektierende Flächen wie Eis und Schnee erhöhen die Strahlung. Bewölkung reduziert die Strahlung zwar, verhindert sie aber nicht.

Etwa 80 % der Sonnenstrahlen – bezogen auf die Lebenszeit – erreichen unsere Haut bis zum 18. Lebensjahr. Jeder Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Gründe genug, das Thema Sonnenschutz bereits frühzeitig in Kindergarten und Schule auf die Tagesordnung zu setzen. Kinderhaut braucht besonders viel Schutz, da sie sehr empfindlich ist.

Die Haut des (Klein-)Kindes

  • ist 5-mal dünner als die Erwachsener, besonders die Hornschicht, die viel UV-Strahlung absorbiert,
  • produziert weniger Fett,
  • enthält die pigmentbildenden Zellen noch nicht so zahlreich.

Die Augen reagieren besonders empfindlich auf Licht und UV-Strahlung. Deshalb müssen die Augen von Kindern insbesondere im Gebirge oder an der See durch eine Sonnenbrille mit UV-Filter geschützt werden.
Kind mit UV-Filter Sonnenbrille

Sonne meiden
Zwischen 11 und 15 Uhr ist die Sonnenstrahlung am intensivsten – in dieser Zeit sollten sich Kinder möglichst drinnen aufhalten. Kinder unter einem Jahr dürfen generell nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Im Außengelände der Kindertageseinrichtung sollten große Bäume ergänzt durch Sonnensegel o. Ä. Schatten spenden. Besonders der Sandkastenbereich ist zu schützen.

Kleidung schützt
Der Kopf, insbesondere das Gesicht, der Nacken und die Ohren sind sehr empfindlich. Ein breitkrempiger Hut, eine Kappe oder ein Tuch mit Schirm und Nackenschutz sind unabdingbar. Die Kleidung sollte luftig und nicht zu eng sein und möglichst viel vom Körper bedecken. Langärmelige Hemden oder T-Shirts und weit geschnittene, möglichst lange Hosen sind ideal. Inzwischen gibt es Kopfbedeckungen, T-Shirts und Hosen, deren Stoff durch besondere Webtechniken oder Imprägnierungen einen besonderen UV-Schutz bieten. Diese Produkte sind durch Angabe des sogenannten Ultraviolett- Protektionsfaktors (UVP) gekennzeichnet.

Sonnencreme auftragen
Sonnenschutzmittel sollten UV-A- und UV-B-Strahlen filtern, einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 haben und für Kinder geeignet sein. Leider sind Sonnenschutzmittel nicht ganz unproblematisch für die Haut. Sie schützen bei richtiger Anwendung zwar vor Sonnenbrand, aber nicht zweifelsfrei vor Hautkrebs. Außerdem können sie zu Allergien führen. Deshalb den Körper bevorzugt durch Kleidung schützen und nur die unbedeckten Stellen eincremen. Hier gilt das Motto „viel hilft viel“, da andernfalls der Lichtschutzfaktor nicht wirksam wird. Häufig werden Sonnenschutzmittel nicht gründlich aufgetragen – vergessen werden z. B. die Ohren, die Bereiche um die Augen und am Haaransatz. Durch Schwitzen und Abrieb oder Baden verliert sich die Creme und muss deshalb regelmäßig neu aufgetragen werden. Apropos Schwitzen – Kinder sollten mindestens 1 Liter am Tag trinken, am besten Wasser, ungesüßte Tees oder Fruchtsaftschorlen!

Tabelle Sonnenschutz

Experimente, Spiel & Spaß zum Thema Sonnenschutz

Zum Thema Haut- und Sonnenschutz bieten sich eine Reihe von Projekten und Aktionen in der Kita an, die Grundwissen vermitteln und Kindern gesundheitsbewusstes Verhalten antrainieren können. Gute Anregungen sind im Vorschulbrief „Hau(p)tsache gesund! Hautschutz im Kindergarten“ (GUV 57.2.389) enthalten, der im Dezember 2007 an alle Kindertageseinrichtungen versandt wurde. Nachfolgend haben wir einige Ideen für Aktionen in Ihrer Kita zusammengestellt:

Als Einleitung zum Thema, können Fragen erörtert werden, wie:

  • Warum brauchen wir die Sonne?
  • Warum geht die Sonne auf und unter?
  • Wann scheint die Sonne am intensivsten?
  • Wie fühlt ihr euch, wenn die Sonne scheint?
  • Was passiert mit unserer Haut, wenn sie der Sonne ausgesetzt ist?
  • Kann uns die Sonne schaden?
  • Wer von euch hatte schon mal einen Sonnenbrand oder Sonnenstich?
  • Wie fühlt man sich bei einem Sonnenbrand?
  • Wie können wir uns schützen?

Experiment Sonneneinstrahlung
Beobachten Sie mit den Kindern Pflanzen, die der Sonne ausgesetzt sind, und Pflanzen, die nur wenig Sonne bekommen. Wie unterscheiden sich die Pflanzen? Was machen die Pflanzen?

Alternativ:
Die Kinder suchen sich Gegenstände aus, z. B. 2 Blätter buntes Papier, 2 Tonklumpen oder 2 Zeitungsausschnitte. Lassen Sie die Kinder den einen Gegenstand längere Zeit in die Sonne legen und den anderen in den Schatten.
Was ist passiert? Diskutieren Sie mit den Kindern über die Wirkung der Sonneneinstrahlung.

Experiment Stand der Sonne
Die Kinder suchen sich einen Platz in der Kindertageseinrichtung heraus, der den ganzen Tag in der Sonne ist. An dieser Stelle stecken sie morgens einen Stab fest in die Erde. Jede Stunde messen die Kinder mit der Erzieherin die Länge des Schattens, den der Stab wirft. Die Länge des Schattens wird jede Stunde mit einem Kreidestrich auf dem Boden markiert. Die Kinder lernen, dass die Sonne wandert und der Schatten des Stabes zur Mittagszeit am kürzesten ist, da dann die Sonne intensiver strahlt als zu anderen Tageszeiten.

Kinder beim Eierfärben

Experiment Eier färben
Um die Funktion der Sonnencreme zu verdeutlichen, kann man das Experiment „Eier färben“ durchführen. Die hartgekochten Eier werden zur Hälfte mit fetthaltiger Creme bestrichen und anschließend in einen Topf mit Ostereierfarbe (zum Kaltfärben) gelegt. Nach Herausnahme (ca. 5 min warten, je nach Eierfarbe) sind die Eier an den zuvor eingecremten Stellen nicht gefärbt. Die unbehandelten Stellen haben „Sonnenbrand“ bekommen. Tipp: Man kann mit der Creme auch Muster tupfen und erhält so gleichzeitig ein schön gestaltetes Osterei.

Bastelideen

1. Sonne

  • Die Kinder basteln oder malen eine Sonne und zeichnen ihre Auswirkungen auf den Menschen und die Pflanzen.
  • Es wird gemeinsam eine Sonnenuhr gebastelt.

2. Wie schütze ich mich vor der Sonne?

  • Aus einem Katalog können die Kinder passende und unpassende Sonnenschutzkleidung ausschneiden und sie dann auf eine Schablone oder eine selbst gebastelte Figur aufkleben.
  • Die Kinder basteln sich einen Sonnenhut oder entwerfen eine Verpackung für Sonnenmilch.

Spielideen

1. Ich packe meine Koffer und fahre in den Urlaub
Das erste Kind sagt: Ich packe meinen Koffer und fahre in den Urlaub. Um mich vor der Sonne zu schützen, nehme ich einen Sonnenschirm mit. Das zweite Kind merkt sich den benannten Gegenstand des ersten Kindes und benennt gleichzeitig eine neue Sonnenschutzmaßnahme. Dann geht es reihum, bis alle Kinder einen Gegenstand benannt haben.

2. Sonnen-/Schattenspiele
Die Kinder werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Kinder der einen Gruppe erhalten helle Tücher und repräsentieren die Sonne. Die Kinder ohne Tücher sind Urlauber am Meer. Die Kinder mit den hellen Tüchern bilden einen großen Kreis. Die Kinder ohne Tücher gehen ins Innere des Kreises. Dort liegen verschiedene Sonnenschutzutensilien: eine Sonnenbrille, ein Sonnenhut, ein T-Shirt, eine Shorts, passende Schuhe und Sonnenmilch. Die Musik fängt an zu spielen. Die Sonnenkinder kreisen um die Urlauber herum. Die Musik wird schließlich immer leiser (lauter) und die Sonnen türmen sich hoch über die Urlauber auf. Die Urlauber müssen jetzt schnell einen geeigneten Sonnenschutz überziehen. Diejenigen, die es nicht rechtzeitig schaffen, bekommen einen Sonnenbrand und werden selber zu einer Sonne. Wer zuletzt im Kreis übrig bleibt, ist der Sonnenschutz-Urlauberkönig. Fangen: Ein Kind stellt die Sonne dar und versucht die anderen Kinder mit ihren Sonnenstrahlen zu fangen. Die anderen versuchen zu fliehen. Werden sie doch gefangen, halten sie sich an der Stelle, wo sie getroffen wurden die Hand und bleiben stehen. Wer als Letztes getroffen wurde, wird die nächste Sonne.

Sonnenschutzmaßnahmen bei sportlichen Aktivitäten in der Schule (s. auch GUV-SI 8080)

Beim Schulsport im Freien werden Sonnenschutzmaßnahmen oft vernachlässigt und die Haut von Schülern durch UV-Strahlung gefährdet. Grundsätzlich gilt:

  • Einen wichtigen Schutz bietet eine der jeweiligen Aktivität angepasste (Funktions-) Kleidung einschließlich der erforderlichen Kopfbedeckung.
  • Sonneneinstrahlung in Verbindung mit sportlicher Bewegung erhöht den Flüssigkeitsbedarf des Körpers. Daher auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr (möglichst ungesüßte Getränke) achten.
  • An unbedeckten Körperstellen Sonnenschutzmittel verwenden.

Sportliche Anforderungen sind den klimatischen Verhältnissen anzupassen (z. B. kein Ausdauersport bei extremen Temperaturen). Für Bewegung, Spiel und Sport sollten bei starker Sonneneinstrahlung vorhandene Schattenbereiche auf der Sportanlage genutzt werden.

Seien Sie Vorbild!
Kinder lernen vor allem durch Nachahmen. Ein Kind lernt umso leichter, sich auch selbst vor den Risiken der Sonne zu schützen, wenn Eltern und andere wichtige Bezugspersonen, z. B. die Erzieherinnen oder Lehrer, mit gutem Beispiel vorangehen. Seien Sie ein Vorbild, indem Sie sich nicht zu lange in der direkten Sonne aufhalten und sich durch entsprechende Kleidung und Kopfbedeckung schützen. Dann können alle beruhigt singen „Liebe, liebe Sonne, komm’ ein bisschen runter …“

Kind im Sandkasten

Weitere Informationen:

  • „Sonnenspaß und Sonnenschutz für Kinder und Jugendliche“ GUV-SI 8080
  • „Hau(p)tsache gesund! Hautschutz im Kindergarten“ GUV 57.2.389
  • Händehygiene und Sonnenschutz in Kindertageseinrichtungen, Informationen für Erzieherinnen – Projektmappe zur Hautschutzkampagne der Unfallkasse Sachsen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Irrtum: Joghurt hilft bei Sonnenbrand.

Sicherlich kann Joghurt durch seine kühlende Wirkung kurzzeitig gegen die Schmerzen helfen, doch Vorsicht! Joghurt bei Sonnenbrand – das kann auch übel ausgehen. Die verbrannte Haut ist durch die Sonne sehr ausgetrocknet und anfällig.

Joghurt enthält keine heilungsfördernden Inhaltsstoffe – im Gegenteil, die darin vorhandenen Keime können eine Entzündung noch verstärken und sogar allergische Reaktionen hervorrufen. Besser: Ein Brand- und Wundgel mit kühlender Wirkung und zellerneuerndem Panthenol oder bei leichten Sonnenbränden ein gut verträgliches Aftersun Produkt verwenden. Oder noch besser: Intensive Sonnenbestrahlung meiden und mit angemessener Kleidung und Sonnenschutzcreme vorbeugen, damit erst gar kein Sonnenbrand entstehen kann.

 

 

Beate Mierdel

Noch Fragen: mierdel@unfallkassesachsen.com oder Tel. (0 35 21) 72 43 16

Wir sind für Sie da.

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