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Persönliches Budget. Was ist das?

i-Punkt Ausgabe 01/2008

Sicherheit

 

Ihr Recht als Versicherter
Erhielten Schwerstverletzte bisher regelmäßige Fahrtkosten erst nach Vorlage der Rechnung, kann nun für einen Zeitraum ein persönliches Budget gewährt werden. Der Versicherte kann damit den Transport eigenverantwortlich organisieren. Das Budget – ein Weg zu mehr Selbstbestimmung.

Seit 1. Januar 2008 besteht auch in der gesetzlichen Unfallversicherung ein Rechtsanspruch auf ein persönliches Budget. Auf Antrag können Versicherte dann statt einer Sachleistung zur medizinischen, sozialen und beruflichen Rehabilitation eine Geldleistung erhalten, mit der sie ihre Leistungen zur Teilhabe selbst bezahlen.

Die Betroffenen können über die Form der Teilhabeleistungen selbst bestimmen und werden damit zur Selbstständigkeit ermutigt. Sie können damit mehr als bisher die Auswahl von Hilfsmitteln, Pflegediensten und anderen Dienstleistern beeinflussen.

Voraussetzung für das persönliche Budget ist: Der Versicherte muss es für eine bestimmte Leistung oder ein Bündel von Leistungen beantragen und diese Leistungen müssen budgetfähig sein. Das betrifft zunächst einmal alle Leistungen zur Teilhabe. Das kann zum Beispiel eine Umschulung sein – oder auch nur die Fahrtkosten zur medizinischen Rehabilitation. Zum Einstieg empfiehlt es sich, das persönliche Budget nur für eine einzelne Leistung zu beantragen. Wenn das gut klappt, kann man darüber nachdenken, weitere Leistungen hinzuzunehmen. Zudem wird jeder Versicherte vor der Entscheidung ausführlich beraten. Denn nicht immer ist das Persönliche Budget von Vorteil für den Versicherten. Ist zum Beispiel der Erfolg der Rehabilitation gefährdet, kann die Unfallversicherung kein persönliches Budget zahlen. Der Grund: Die Unfallversicherung stellt auch beim persönlichen Budget weiterhin vorab den Bedarf fest, steuert die Rehabilitation und ist für die Qualität der Leistung verantwortlich.

Auch wenn die Unfallversicherung eine Leistung aufgrund von Rabattverträgen kostengünstiger kaufen kann als der Versicherte, ist das persönliche Budget keine gute Lösung. Denn die Unfallversicherung kann nur den Betrag an den Versicherten auszahlen, den sie selbst für die Leistung aufwenden müsste. Der Versicherte wäre in diesem Fall mit dem Budget also finanziell schlechter gestellt als vorher. Im Zweifelsfall kann der Unfallversicherungsträger mit dem Versicherten sprechen und ihm ein Alternativangebot machen, das seine Bedürfnisse berücksichtigt. Der Versicherte ist mit dem Budget auch nicht auf sich allein gestellt. Er kann jederzeit wieder aussteigen.

Wenn der Versicherte Leistungen in Form eines persönlichen Budgets möchte und alle Voraussetzungen erfüllt sind, schließen Unfallversicherungsträger und Versicherter eine Vereinbarung. Diese enthält die Ziele des persönlichen Budgets, dessen Höhe, den Zahlungsrhythmus, die Bestimmungen darüber, wie der Versicherte die Ausgaben nachweisen muss und wie die Qualität gesichert wird.



Gerhard Polzer

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