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Wasser – ein gefährlicher Stoff?

i-Punkt Ausgabe 01/2008

Gesundheit

 

Hautkrankheiten durch Feuchtarbeit
Wasser ist ein lebenswichtiges Element. Unser Körper besteht zu 50 bis 70 % daraus. Wasser kann unsere Haut jedoch auch schädigen. Die sogenannte Feuchtarbeit ist Merkmal vieler Berufe und verantwortlich für Tausende Berufskrankheiten pro Jahr. Doch Hauterkrankungen führen nicht nur zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität, sondern auch zu einer Gefährdung der beruflichen Existenz. Meist ist das jedoch vermeidbar.

Hautkrankheiten führen seit vielen Jahren die „Hitliste“ der häufigsten Berufskrankheiten an. Jährlich werden bei den Unfallversicherungsträgern im Durchschnitt rund 15.000 Verdachtsmeldungen auf das Vorliegen einer beruflich bedingten Hauterkrankung erstattet.

Um Hautkrankheiten vorzubeugen, um zur frühzeitigen Erkennung und zur effektiven Behandlung beizutragen, engagieren sich die Unfallversicherungsträger in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen in den Jahren 2007 und 2008 in der Präventionskampagne „Deine Haut“. Weitere Informationen zu den wichtigsten 2 m2 deines Lebens finden Sie hier: www.2m2-haut.de.

Wichtige Begriffe

„Feuchtarbeit“ – Definition nach TRGS 401
Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit, d. h. regelmäßig mehr als zwei Stunden, mit ihren Händen Arbeiten im feuchten Milieu ausführen oder einen entsprechenden Zeitraum feuchtigkeitsdichte Schutzhandschuhe tragen oder häufig bzw. intensiv ihre Hände reinigen bzw. desinfizieren müssen. Zeiten der Arbeiten im feuchten Milieu und Zeiten des Tragens von flüssigkeitsdichten Handschuhen sind zu addieren. (www.baua.de; Themen von A bis Z; Gefahrstoffe; Technische Regeln für Gefahrstoffe; TRGS 401)

Ekzem
Ekzem ist ein Sammelbegriff für entzündliche Hautveränderungen. Dabei kann es im akuten Zustand zu juckenden Veränderungen mit Schwellung, Rötung, Bläschen- oder Knötchenbildung, Schuppen und Nässen kommen. Bei chronischen Ekzemen fällt eine schuppige, rissige Haut mit vergröberter Struktur auf. Betroffen sind in den allermeisten Fällen die Hände.

Warum ist Wasser schädlich für unsere Haut?

Wenn man darüber nachdenkt, was die Haut schädigt, denkt man sicher an Säuren und Laugen, die die Haut verätzen, an Hitze, die die Haut verbrennt, und an scharfkantige Gegenstände, die die Haut zerschneiden. An Wasser denkt man eher nicht. Dabei ist Feuchtarbeit sehr weit verbreitet und der häufigste Grund für sogenannte „Abnutzungsekzeme“. Sie entstehen, wenn durch immer wiederkehrende Reizungen die Selbstschutz- und Selbstheilungskräfte der Haut überfordert werden.
Dabei ist unsere Haut eigentlich sehr gut in der Lage, dem Körper eine schützende Hülle zur Verfügung zu stellen und sich selbst wirkungsvoll zu schützen: Die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut produzieren einen leicht sauren („pH 5“) Wasser-Fett-Film auf der Hautoberfläche, der in der Lage ist, in einem gewissen Umfang Schadstoffe abperlen zu lassen und Mikroorganismen abzuweisen. Die aus abgestorbenen Hautzellen entstandene Hornschicht bietet Schutz gegen mechanische Einwirkungen. Die sich ständig in der Tiefe der Haut neu bildenden Hautzellen, die zur Hautoberfläche vorwachsen und schließlich in Hornschuppen umgewandelt werden, sorgen für die Regeneration der Haut. Wenn man sich die Haut als eine Art  Schutzmauer vorstellt, bilden die Hautzellen und die Hornschuppen die Ziegel, die von einer Kittsubstanz wie von einem Mörtel zusammengehalten werden. Dieser Kitt verhindert  auch das Vordringen von Fremdstoffen in tiefere Hautschichten.

Durch Arbeiten im feuchten Milieu, wie es beispielsweise bei Reinigungs- oder Küchenarbeiten häufig vorkommt, durch häufiges Händewaschen, durch Händedesinfektion oder durch Kontakt mit Lösungsmitteln geht der schützende Wasser-Fett-Film – früher auch Säureschutzmantel genannt – zumindest teilweise verloren; nach gründlichem Händewaschen braucht es bis zu drei Stunden, bis sich der Schutzfilm wieder regeneriert hat. Bleibt die Haut für längere Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt, quillt sie auf und die bindende und schützende Kittsubstanz wird ausgewaschen. Die Haut verliert zusätzlich Feuchtigkeit, weil ihr Schutzmechanismus gegen Verdunstung durchbrochen ist. So kommt es, dass zu viel Kontakt mit Wasser zur Austrocknung der Haut führt.

Zur Feuchtarbeit wird auch das Tragen eng anliegender flüssigkeitsdichter Handschuhe über längere Zeit gerechnet, eine Belastung, die häufig bei Pflegekräften oder Ärzten im Krankenhaus vorkommt. Die Hände kommen zwar nicht direkt mit flüssigen Medien in Kontakt; die Haut wird aber dadurch aufgeweicht, dass der von den Schweißdrüsen gebildete Schweiß nicht auf der Hautoberfläche verdunsten kann.

Halten die Hautbelastungen durch Feuchtarbeit über Wochen und Monate an, werden die Selbstheilungskräfte der Haut überfordert. Man sieht der Haut an, dass sie rau und rissig wird. Ein Abnutzungsekzem entsteht. Kann sich die Haut durch konsequente Anwendung von Hautschutzmitteln oder Vermeidung von Feuchtarbeit und durch sorgfältige Hautpflege erholen, so kann sich das akute Abnutzungsekzem zurückbilden. Wird die Haut weiter strapaziert, kann ein chronisches Abnutzungsekzem mit rauer, rissiger und juckender Haut entstehen, das weitaus schwerer zu behandeln ist.
Es droht aber noch eine weitere Gefahr: Schadstoffe können in tiefe Hautschichten vordringen und dort zu Entzündungen führen. Allergene können in Kontakt mit Zellen des Immunsystems kommen, so dass eine Allergie entstehen kann. Ein eigentlich gut behandelbares Abnutzungsekzem kann sich so zu einem nur mehr schwer beherrschbaren allergischen Ekzem entwickeln, das den Verbleib am Arbeitsplatz in Frage stellt.

Verhaltenstipps bei Feuchtarbeit

Handekzeme durch Feuchtarbeit müssen nicht sein! Eine wirksame Vorbeugung ist in vielen Fällen durch einfache Maßnahmen möglich. Hier die wichtigsten Grundregeln:

Feuchtarbeit vermeiden
Für unsere Großmütter war es selbstverständlich, bei der Bodenreinigung den Putzlumpen im Putzeimer auszuwringen und die Hände ins Putzwasser zu tauchen. Der moderne Profi arbeitet anders und hat Hilfsmittel, die verhindern, dass Hände ins Putzwasser müssen.

Haben Sie schon eine Idee, wie an Ihrem Arbeitsplatz Feuchtarbeit ebenfalls vermieden werden kann? Fragen Sie bei Ihrem Betriebsarzt oder Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit nach, ob eine Umstellung auf ein anderes, weniger belastendes Arbeitsverfahren möglich ist. Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit haben die Aufgabe, den Arbeitgeber bei der Gestaltung von gesunden Arbeitsverfahren zu unterstützen.

Entlastung durch Arbeitseinteilung
Wenn Feuchtarbeit unumgänglich ist, kann man ihre schädlichen Folgen durch den regelmäßigen Wechsel zwischen „feuchten“ und „trockenen“ Arbeiten abmildern. Dazu kann es nützlich sein, Feuchtarbeit auf mehrere Mitarbeiter zu verteilen: Soweit möglich, sollte man sich im Team die Arbeit so Stofeinteilen, dass sich für den Einzelnen Tätigkeiten mit Schutzhandschuhen oder andere Feuchtarbeiten mit solchen Tätigkeiten abwechseln, die die Haut weniger stark belasten.

Schutzhandschuhe sollen die Haut schützen, nicht belasten
Schutzhandschuhe werden getragen, um die Hände vor Verletzungen und Belastungen zu schützen. Das kann nur funktionieren, wenn die Handschuhe nicht nur zu den Händen des Benutzers, sondern auch zu den Belastungen am Arbeitsplatz passen und den Gefahrstoffen oder mechanischen Einwirkungen am Arbeitsplatz standhalten. Detaillierte Informationen, welches Material und welche Machart für Ihren Arbeitsplatz geeignet sind, finden Sie im folgenden Artikel.

In Krankenhäusern oder Altenheimen ist nicht selten zu beobachten, dass die flinken Hände der Mitarbeiterinnen im Reinigungsdienst oder in der Küche von eng anliegenden medizinischen Einmalhandschuhen „geschützt“ werden, wie sie Ärzte oder Pflegekräfte bei ihrer Arbeit am Patienten tragen müssen. Völlig falsch! Die Hand schwitzt und die Haut wird aufgeweicht, weil weder ein Futter noch eine Beflockung oder ein Unterziehhandschuh aus Baumwolle den Schweiß aufsaugen.

Der Profi trägt deshalb bei solchen Reinigungs- oder Küchenarbeiten locker sitzende Haushaltshandschuhe mit entsprechender Baumwollschicht auf der Innenseite und achtet darauf, dass die Handschuhstulpen so lang sind, dass sie nach außen umgeschlagen werden können. Dadurch wird verhindert, dass ablaufende Flüssigkeiten über die Unterarme laufen können. Auch bei der Auswahl des Handschuhmaterials können Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit wertvolle Hinweise geben, weil ihnen Datenbanken über die Beständigkeit von Handschuhmaterialien zur Verfügung stehen (z.B.: www.wingisonline.de/handschuhe/frmStart.aspx). Aus diesen Datenbanken ergibt sich beispielsweise auch, dass medizinische Einmalhandschuhe aufgrund ihrer geringen Materialstärke nicht für längere Arbeiten mit Reinigungs- und Flächendesinfektionsmitteln geeignet sind, weil Schadstoffe teilweise innerhalb von Minuten das Handschuhmaterial durchdringen und auf die Haut gelangen können, ohne dass es dem Handschuhträger auffällt.

Nach dem Gebrauch müssen mehrfach verwendbare Handschuhe auf ihren nächsten Einsatz vorbereitet werden: Damit die Baumwollauskleidung die Hände wieder optimal trocken halten kann, müssen die Handschuhe nach Gebrauch mit der Innenseite nach außen gedreht zum Trocknen aufgehängt werden.

Auch Mitarbeiter, die durch ihre Arbeit mit Patienten darauf angewiesen sind, flüssigkeitsdichte medizinische Einmalhandschuhe zu tragen, haben eine Möglichkeit, ihre Hände zu schützen: Für sie gibt es Hautschutzmittel, die die Hautoberfläche leicht gerben und damit unempfindlicher gegen das Aufweichen beim Handschuhtragen machen.

Profis arbeiten so, dass sie Feuchtarbeit vermeiden
Profis arbeiten so, dass sie Feuchtarbeit vermeiden

Hautschutz – aber richtig

Ein wichtiger Baustein zur Verhütung von Hautkrankheiten am Arbeitsplatz sind sogenannte „Hautmittel“. Der Begriff „Hautmittel“ umfasst sowohl Hautschutzmittel, die vor der Arbeit auf die Haut aufgetragen werden, um diese vor den Belastungen am Arbeitsplatz zu schützen, als auch Hautreinigungsmittel, die eine effektive, aber auch möglichst schonende Hautreinigung bewirken sollen. Zu guter Letzt gehören dazu Hautpflegemittel, die – nach dem Arbeitsende aufgetragen – die Regeneration der Haut unterstützen sollen.

Für den Hautschutz und die Hautreinigung gibt es kein „Universalmittel“: Wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Hautschutzmittels ist, ob die Hände gegen fettlösliche Arbeitsstoffe (z. B. Fette, Öle, Harze, Lacke und viele Lösungsmittel) oder gegen wasserlösliche Stoffe (z. B. Putzmittel) geschützt werden müssen. Bei den Reinigungsmitteln gibt es verschiedenartige Inhaltsstoffe, die je nach Ausmaß der Verschmutzung zur Anwendung kommen. Bei leichteren Verschmutzungen erzielen Tenside eine ausreichende Reinigungswirkung. Bei stärker haftendem Schmutz (z. B. ölige Verschmutzungen) werden Reibekörper, die die Haut mechanisch reizen können, beigefügt. Bei extrem stark haftenden Verschmutzungen, z. B. durch Harze, Lacke, sind zusätzlich Lösemittel erforderlich, die die Haut nachhaltig entfetten und sie so schädigen können. Noch immer gilt die Grundregel, dass eine starke Reinigungswirkung mit einer stärkeren Hautbelastung verbunden ist.

In manchen Werkstattbereichen sind noch die Töpfe mit den „altbewährten“ Handreinigungspasten zu finden. Da ihre Wirksamkeit auf ihrem Gehalt an Reibemitteln beruht, belasten sie die Haut stärker, als dies in vielen Fällen notwendig ist. Profis wissen übrigens, dass vor allem bei wasserunlöslichen Stoffen die Anwendung von Hautschutzmitteln vor der Arbeit die Hautreinigung nach der Arbeit wesentlich erleichtert, so dass man auch bei groben Verschmutzungen in Werkstatt und Produktion mit milden Hautreinigungsmitteln auskommt und der Haut gleich in doppelter Hinsicht vermeidbare Belastungen erspart.

Vor dem Auftragen von Hautschutzmitteln bei Arbeitsbeginn müssen Ringe, Armreife und andere Schmuckstücke an Händen und Unterarmen abgelegt werden, weil sich zwischen diesen Gegenständen und der Haut Gefahrstoffe und Feuchtigkeit über lange Zeit halten können und so die Haut schädigen, zumal sie an diesen Stellen nicht effektiv durch Hautschutzmittel geschützt ist.

Hier wird guter Hautschutz praktiziert: Spender für Hautschutzmittel, Hautschutzplan ergänzt von einem Handschuhplan
Hier wird guter Hautschutz praktiziert: Spender für Hautschutzmittel, Hautschutzplan ergänzt von einem Handschuhplan

Hautschutz im Überblick – der Hautschutzplan

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jene Schutzhandschuhe zur Verfügung zu stellen, die sie wirksam vor den Gefährdungen und Belastungen am Arbeitsplatz schützen. Gleiches gilt für Hautschutzmittel, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel. Der Arbeitnehmer kann sich hierbei auf das Arbeitsschutzgesetz und eine spezielle technische Regel zur Gefahrstoffverordnung, die TRGS 401 „Gefährdung durch Hautkontakt – Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen“, berufen (derzeit aktueller Stand: 10/2006; Download unter: www.baua.de/de/Themenvon-AZ/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS-401.html).

Dort ist auch das genaue Vorgehen bei der Gefährdungsbeurteilung und der Ableitung von Schutzmaßnahmen beschrieben. Ein wichtiges Thema sind auch die Erstellung der Betriebsanweisung für hautbelastende Tätigkeiten, die als Grundlage für die arbeitsplatzbezogene Unterweisung dienen soll, sowie die allgemeine arbeitsmedizinische Beratung.

Bei allen Arbeitgeberpflichten rund um den Hautschutz leisten Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit wertvolle Unterstützung. Sichtbares Zeugnis des kompetenten Umgangs mit den Hautgefährdungen am Arbeitsplatz ist der Hautschutzplan. In ihm sind die gefährdenden Tätigkeiten und die erforderlichen Maßnahmen zum Hautschutz aufgeführt. Er muss dort ausgehängt werden, wo ihn die Mitarbeiter sehen können, z.B. am Händewaschplatz. Dort sollten auch die im Hautschutzplan aufgeführten Hautschutz- und Hautreinigungsmittel in fest montierten Spendern angeboten werden.

Da im Krankenhaus das Händedesinfizieren aus hygienischen Gründen eine große Rolle spielt, ist noch eine zusätzliche Spalte „Händedesinfektion“ aufgenommen, die in anderen Arbeitsbereichen evtl. nicht erforderlich ist. Da wiederholtes Händedesinfizieren schonender für die Hände ist, als oftmaliges Händewaschen, wird nach Kontakten mit Patienten im Gesundheitsdienst nur bei sichtbaren Verschmutzungen das Händewaschen, ansonsten das Desinfizieren der Hände empfohlen.

Lücken im Hautschutz

Auch die Anwendung von Hautschutzmitteln will gelernt sein: Die besten Präparate bleiben wirkungslos, wenn sie nicht richtig aufgetragen werden. Wenn Mitarbeiter die Anwendung nicht sorgfältig erlernen, bleiben in der Regel erhebliche Hautpartien der Hände ungeschützt.

Hautschutzlücken durch UV-Licht sichtbar gemacht

Hautschutzlücken durch UV-Licht sichtbar gemacht

Die roten Areale (Abb. rechts oben) kennzeichnen Hautre-gionen, bei denen in sehr vielen Fällen bei nicht ausreichend unterwiesenen Beschäftigten Hautschutzmittel lückenhaft aufgetragen wurden. Gelb sind weitere, ebenfalls nicht selten anzutreffende „Mangelgebiete“ markiert. Die grünen Gebiete sind meistens gut eingecremt. Damit die Hände vollständig geschützt werden, darf die Unterweisung der Beschäftigten den Hautschutz nicht nur theoretisch behandeln, sondern muss auch praktisch geübt werden.

Dabei gibt es eine elegante Möglichkeit, sichtbar zu machen, wo ausreichend Hautschutzmit-tel aufgetragen wurde und auf welchen Hautpartien Hautschutzmittel fehlt: Verwendet man eine spezielle Creme, die zusätzlich floureszierenden Farbstoff enthält, und betrachtet die damit eingecremten Hände unter UV-Licht, erscheinen die eingecremten Flächen hell und heben sich deutlich von unbehandelten Hautpartien ab. Die Unfallkasse hat diese Ausrüstung  angeschafft, um sie auf Seminaren einzusetzen und sie an Interessierte, die beispielsweise Hautschutzschulungen oder Hygieneschulungen in unseren Mitgliedsbetrieben veranstalten wollen, kostenlos zu verleihen.

Arbeitsmedizinische Vorsorge bei Feuchtarbeit

Nicht nur bei der Gefährdungsbeurteilung, der Erstellung des Hautschutzplans und der allgemeinen arbeitsmedizinischen Beratung ist der Betriebsarzt gefragt. Die Gefahrstoffverordnung (aktueller Stand 12/2004, Download unter: www.baua.de/de/Themen-von-AZ/Gefahrstoffe/Rechtstexte/Gefahrstoffverordnung.html) sieht eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung bei Feuchtarbeit, bei verschiedenen hautbelastenden Tätigkeiten sowie bei Exposition gegenüber verschiedenen Gefahrstoffen und bei Hautkontakt mit bestimmten hautresorptiven Stoffen vor. Details hierzu finden sich in § 16 Gefahrstoffverordnung sowie in Anhang V dieser Vorschrift.

Bezogen auf „Feuchtarbeit“ bedeutet dies, dass die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung bei Tätigkeiten, die mehr als vier Stunden Feuchtarbeit mit sich bringen, durchzuführen ist. Liegt die arbeitstägliche Dauer der Feuchtarbeit zwischen zwei und vier Stunden, so ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Untersuchung anzubieten und es steht dem Mitarbeiter frei, ob er das Untersuchungsangebot annehmen möchte.

Die Untersuchung kann prinzipiell von jedem Facharzt für Arbeitsmedizin oder Arzt mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin durchgeführt werden. Prinzipiell ist sie aber am besten bei dem für den Betrieb bestellten Betriebsarzt aufgehoben, weil dieser – eine gute betriebsärztliche Betreuung vorausgesetzt – die Arbeitsplätze von seinen Begehungen her kennt. Untersuchungsinhalte und Kriterien für die arbeitsmedizinische Beurteilung sind im berufsgenossenschaftlichen Untersuchungsgrundsatz „G 24“ enthalten.

Selbstverständlich haben Mitarbeiter, die Hautveränderungen an sich feststellen und den Verdacht haben, dass diese mit den Belastungen am Arbeitsplatz in Zusammenhang stehen könnten, das Recht, sich beim Betriebsarzt vorzustellen. Sie können sich dabei auf § 16, Absatz 4 der Gefahrstoffverordnung berufen. Der Betriebsarzt wird die Betroffenen eingehend über die notwendigen Schutzmaßnahmen beraten und den Arbeitgeber dabei unterstützen, die Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz zu intensivieren. Zu einer guten betriebsärztlichen Betreuung gehört es, dass Mitarbeiter mit Hautproblemen engmaschig betriebsärztlich überwacht werden. Ein wichtiger Partner des Betriebsarztes ist dabei der Hautarzt, der auf Kosten des Unfallversicherungsträgers eingeschaltet werden soll, wenn sich arbeitsbedingte Hautprobleme zeigen.

Hautschutz richtig aufgetragen

Damit die Hände vollständig geschützt und die typischen Schwachstellen wie Fingerkuppen, „Schwimmhäute“ zwischen den Fingern und Daumenoberseite ausreichend eingecremt werden, hat sich der Profi einen einfachen Bewegungsablauf zum Händeeinreiben angewöhnt.

Nachdem Ringe und andere Schmuckstücke abgelegt worden sind, wird die Creme auf den Handrücken aufgetragen und durch das Aneinanderreiben der Handrücken verteilt. Würde man beim Eincremen mit den Handflächen beginnen, würde ein erheblicher Teil des Hautschutzmittels in den Falten und Vertiefungen der Haut auf den Handflächen verschwinden und stünde dann nicht mehr für die restliche Oberfläche der Hand zur Verfügung.

Aber – Bilder sagen mehr als viele Worte; sehen Sie hier, wie es richtig gemacht wird:

1. Schritt: Auftragen der Creme auf dem Handrücken
2. Schritt: Verteilen durch Aneinanderreiben der Handrücken
3. Schritt: Die Handfläche gleitet über den Handrücken und wird dabei eingecremt. Die Finger der einen Hand cremen die Fingerzwischenräume der anderen Hand ein.
4. Schritt: Zuletzt werden die Fingerkuppen behandelt und die Creme in den Nagelfalz einmassiert

 

 

Dr. Robert Lang
Der Autor ist Aufsichtsperson beim Bayer. GUVV.

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