Webcode dieser Seite: u532

Neu ab 2009: Einheitliche Gefahrstoffsymbole

i-Punkt Ausgabe 01/2009

Sicherheit

 

Piktogramme, Signalwörter, Einstufung
Das Global Harmonisierte System (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien bringt weltweit ein einheitliches System für die Einstufung der Gefahren, die von Chemikalien ausgehen können, sowie für die Gefahrenkommunikation durch die Verwendung gleicher Kennzeichnungselemente. Was bedeutet die GHS-Verordnung für den Umgang mit Arbeitsstoffen im Betrieb?

Das Global Harmonisierte System wird von der Europäischen Union als GHS-Verordnung umgesetzt und ist nach seinem Inkrafttreten als europäisches Recht in allen Mitgliedsstaaten ab Anfang 2009 direkt gültig.

Durch GHS werden Gefahrstoffe Gefahrklassen zugeordnet, die mit den Gefahrklassen für Gefahrgüter vergleichbar sind. Die Gefahrklassen werden zusätzlich in Gefahrenkategorien unterteilt, die im Allgemeinen eine Abstufung der Stärke der jeweiligen Gefahr darstellen. Diese Kategorien stimmen in der Regel mit der Verpackungsgruppe der entsprechenden Gefahrgüter überein. Mit GHS werden somit internationale Einstufungs- und Kennzeichnungssysteme harmonisiert und z.B. auch die bestehenden unterschiedlichen Regelungen für den Transport von Gefahrgütern und für die Kennzeichnung von Gefahrstoffen angeglichen.

Veränderungen bei den Kennzeichnungselementen

Die bekannten Gefahrenpiktogramme (Gefahrensymbole, orange Vierecke) werden abgelöst. Ebenso entfallen die vertrauten Kennbuchstaben (z. B. F+, F, Xn, Xi etc.), die Gefahrenbezeichnungen (z.B. Hochentzündlich, Leichtentzündlich, Gesundheitsschädlich etc.) sowie die R-Sätze (Hinweise auf besondere Gefahren) und die S-Sätze Sicherheitsratschläge).

An deren Stelle treten schrittweise die neuen Kennzeichnungselemente:

  • Gefahrenpiktogramme
  • Signalwörter
  • Gefahrenhinweise und
  • Sicherheitshinweise.

Gefahrenpiktogramm

Die zukünftige Darstellung der Gefahrenpiktogramme ist schwarz auf weißem Grund mit einem roten Rahmen in Rautenform. Die meisten GHS-Piktogramme sind an das bisherige Kennzeichnungssystem angelehnt. Neu sind die Piktogramme „Gasflasche“, „Ausrufezeichen“ und „Gesundheitsgefahr“.

Das Andreaskreuz (Symbol für Xn bzw. Xi) wird zukünftig nicht mehr verwendet und wird ersetzt durch die Piktogramme „Ätzwirkung“, „Gesundheitsgefahr“ oder „Ausrufezeichen“.

Gefahrensymbole bisher und nach GHS

Gefahrensymbole bisher und nach GHS

Signalwörter

Signalwörter sind neue, GHS-spezifische Kennzeichnungselemente. Sie geben Auskunft über den relativen Gefährdungsgrad, der einem Stoff oder Gemisch innewohnt. Es gibt zwei Signalwörter:

  • Gefahr für die schwerwiegenden Gefahrenkategorien
  • Warnung für die weniger schwerwiegenden Gefahrenkategorien

Kodierungssystem für Gefahrenhinweise
Kodierungssystem für Sicherheitshinweise

Einstufung in Gefahrenkategorien bei entzündbaren Flüssigkeiten nach GHS

(Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von maximal 60° C)
Einstufung in Gefahrenkategorien bei entzündbaren Flüssigkeiten nach GHS

Gefahrenhinweise und Sicherheitshinweise

Ein Gefahrenhinweis ist ein standardisierter Textbaustein mit einer Kodierungsnummer und beschreibt die Art und gegebenenfalls den Schweregrad der Gefährdung. Gefahrenhinweise sind mit den bisherigen R-Sätzen vergleichbar. Aus der Kodierungsnummer kann man z.B. ablesen, ob es sich um eine physikalische Gefährdung oder eine Umweltgefahr handelt. Sicherheitshinweise beschreiben in standardisierter Form die empfohlenen Maßnahmen zur Begrenzung oder Vermeidung schädlicher Wirkungen gegenüber einem Stoff oder Gemisch bei seiner Verwendung. Sie sind somit mit den bisherigen S-Sätzen vergleichbar.

Einstufung

Die bisher in der EU gültigen Kriterien für die Einstufung werden sich zum Teil gering verschieben, so z.B. die Dosisgrenze zur Einstufung von „gesundheitsschädlich“ zu „giftig“. Als Konsequenz könnte es dann zukünftig mehr giftige Stoffe und Zubereitungen geben. Auch bei den brennbaren Lösemitteln gibt es Veränderungen. Bisher wurden Produkte mit einem Flammpunkt bis 55° C als „entzündlich“ eingestuft, nach GHS gelten Produkte mit einem Flammpunkt bis 60° C als „entzündbar“.

Die Zuordnung der Piktogramme wird sich ebenfalls verändern. Krebserzeugende Stoffe werden beispielsweise nicht mehr mit dem „Totenkopf“, sondern mit dem gleichen Piktogramm wie die anderen gesundheitsschädlichen Stoffe gekennzeichnet. Für die differenzierte Einschätzung einer Gefahr wird es demgemäß wichtiger als bisher, auf die Gefahren- und Sicherheitshinweise (H- und P-Sätze) zu achten.

Wann wird das GHS umgesetzt?

Es wird Übergangsfristen von ca. 2 Jahren für Stoffe und ca. 6 Jahren für Gemische/Zubereitungen geben. In diesen Übergangszeiten können Stoffe oder Gemische bereits nach GHS gekennzeichnet werden, die bisherige Kennzeichnung entfällt dann.

Ab Dezember 2010 dürfen Stoffe, ab dem 1. Juni 2015 Gemische/Zubereitungen nur noch nach den neuen Vorschriften eingestuft und gekennzeichnet werden. Auch wenn der Händler bereits das neue Kennzeichnungssystem nutzt, die Sicherheitsdatenblätter müssen bis zum Ende der jeweiligen Übergangsfrist noch Angaben (R- und S-Sätze) zur Einstufung nach dem alten System enthalten.

Aufgaben für Unternehmen

Nach der Einführung des GHS müssen u.a. die Lagerbedingungen überprüft werden, weil sich z.B. die Einstufung von brennbaren Flüssigkeiten geändert hat. Dies bedeutet auch, dass die Gefährdungsbeurteilungen überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden müssen. Des Weiteren sind aufgrund der veränderten Kennzeichnung das Gefahrstoffverzeichnis, die Betriebsanweisungen und ggf. die Etiketten von Gebinden zum Umfüllen anzupassen. Die neue Kennzeichnung muss in den Unterweisungen vorgestellt werden.

Gegenüberstellung: bisherige Kennzeichnung und mögliche Kennzeichnung nach GHS für IPA

Gegenüberstellung: bisherige Kennzeichnung und mögliche Kennzeichnung nach GHS für IPA

Mehr Informationen

Alle neuen Symbole zum Herunterladen finden Sie hier:

 

http://www.unece.org/trans/danger/publi/ghs/pictograms.html

 

Wir danken der BG Druck und Papier für die freundliche Unterstützung.

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
Externer Link zur Überprüfung dieser Seite auf standardkonforme Programmierung nach XHTML 1.0  Externer Link zur Überprüfung von Style Sheets  Externer Link zur Erklärung der Stufe AAA der Web Content Accessibility Guidelines 1.0