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Erste Hilfe bei Zahnverlust

i-Punkt Ausgabe 03/2008

Information

 

Zahnrettungsboxen in Schulen helfen
Ob Sportunfall oder Schulhofraufere i , Verletzungen der Frontzähne sind nicht selten. Im Kindesalter ist das besonders fatal, da ein Zahnersatz wegen des Kieferwachstums keine dauerhafte Lösung ist. An den Schäden leiden deshalb viele noch als Erwachsene. Doch Zähne sind reimplantierbar, schnelles Handeln vorausgesetzt. Dabei hilft die Zahnrettungsbox.

Europäische Studien belegen, dass jedes zweite Kind vor dem 16. Lebensjahr ein sogenanntes Zahntrauma erleidet, zu über 70 % werden hierbei die mittleren Schneidezähne des Oberkiefers verletzt. Neben den Verletzungen der Zahnhartsubstanz, Zahnlockerungen und Stellungsveränderungen der Zähne ist der vollständig verloren gegangene Zahn die schwerste Zahnverletzung für Schüler.

Schnell Handeln

Gerade solche Verletzungen können eine langwierige Behandlung bis zur Ausbildung des bleibenden Gebisses nach sich ziehen. Um das dem Verletzten zu ersparen und mögliche Kosten zu reduzieren, sollten herausgeschlagene oder abgebrochene Zähne oder Zahnteile möglichst schnell nach dem Unfall mit zur Behandlung genommen werden. Grundsätzlich können vollständig verloren gegangene intakte Zähne wieder in den Kiefer zurückgepflanzt werden und dort auch einwachsen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine besondere Sorgfalt nach dem Auffinden des verloren gegangenen Zahnes.

Dabei hilft in den Schulen eine Zahnrettungsbox, zum Beispiel der „Dentosafe“. Diese Zahnrettungsbox enthält ein speziell entwickeltes zellverträgliches Medium (physiologische Kochsalzlösung), welches die Gewebe auf der Zahnwurzel am Leben erhält. In der Zahnrettungsbox können Zähne bis zu 24 – 48 Stunden bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden, ohne dass die Heilungsaussichten beeinträchtigt werden. Die Zahnrettungsbox kann bei Zimmertemperatur bis zu 3 Jahre vorrätig gehalten werden.

Zahn verletzt. Was nun?

Beruhigen Sie den Verletzten. Die Gewebe im Mund- und Gesichtsbereich sind ausgesprochen gut durchblutet und bluten deshalb bei Verletzungen sehr stark. Dazu kommt der Schreck. Schmerzen haben die Verletzten eher wenig. Mit Kompressen aus dem Verbandskasten ist das Blut abzutupfen. Untersuchen Sie die Vorderzähne im Ober- und Unterkiefer, indem Sie die Lippe vorsichtig mit den Fingern anheben.

Wenn Zähne fehlen, suchen Sie sofort nach ihnen und geben Sie diese in die Zahnrettungsbox. Herausgeschlagene Zähne nicht an der Zahnwurzel anfassen, einwickeln oder reinigen! Die Gewebe, die der Wurzel des ausgeschlagenen Zahnes anhaften, dürfen keinen Schaden nehmen. Holen Sie die Zahnrettungsbox möglichst bereits bevor Sie den Verletzten untersuchen. Das spart wertvolle Zeit.

Geben Sie den Zahn oder die Zahnkronenteile sofort in die Zahnrettungsbox. Achtung! Keinesfalls säubern oder desinfizieren. Danach soll der Verletzte sofort zum Zahnarzt. Am besten: Gleich Besuch am Telefon ankündigen.

Salzlösung oder Milch tut es zur Not auch

Die Zahnrettungsbox sollte in keinem Erste-Hilfe-Kasten fehlen
Die Zahnrettungsbox sollte in keinem Erste-Hilfe-Kasten fehlen

Falls Sie keine Zahnrettungsbox haben, können als Lösung mit begrenzter Aufbewahrungszeit isotone Kochsalzlösung (max. 30 Minuten), Plastikbeutel (verhindert Austrocknen, max. 30 – 60 Minuten), H-Milch (max. 1 – 2 Stunden) dienen. Jedoch ist bei diesen Behelfen mit schlechteren Heilungsergebnissen zu rechnen!
Nicht zu empfehlen sind Trockenlagern oder Aufbewahren in Wasser; innerhalb von Minuten sterben die Gewebe vollständig ab. Beim Lagern unter der Zunge oder in der Wangentasche besteht die Gefahr, dass der Zahn verschluckt oder gar eingeatmet wird. Dieses alte Hausmittel kann lebensbedrohlich sein, von ihm ist dringend abzuraten.

Die Zahnrettungsbox ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Sie kostet zwischen 15 und 20 €. Die Bereitstellung der Zahnrettungsbox durch die Schulsachkostenträger ist freiwillig. Sie sollte aber sinnvollerweise das Erste-Hilfe-Material der Schulen ergänzen. Über ihr Vorhandensein und die Nutzung sind die Lehrer, Schüler sowie die Schulsekretärin und der Hausmeister zu informieren.

Der Einsatz der Zahnrettungsbox in Kindertageseinrichtungen ist abzuwägen, da Unfälle in einem Alter bis zu sechs Jahren in der Regel Milchzähne betreffen, deren Zurückpflanzung in den Kiefer aus zahnmedizinischen Gründen selten notwendig ist.

Frank Schubert

Noch Fragen: schubert@unfallkassesachsen.de oder Tel. (0 35 21) 72 43 05

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