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Prag, Venedig, Amsterdam...

i-Punkt Ausgabe 03/2008

Information

 

Leistungen nach Unfällen bei Auslandsklassenfahrten
Fragt man Schüler, sind Klassenfahrten oft der Höhepunkt eines jeden Schuljahres. Ob die Bildungsreise nach Rom, das Skilager in die Alpen oder die Abschlussfahrt ins Riesengebirge: Unfälle passieren immer wieder. Da ist es gut zu wissen, wofür die Unfallkasse einsteht, und wofür nicht. Denn nicht alle Kosten werden übernommen.

Die Leistungsgewährung der gesetzlichen Unfallversicherung im Ausland hat einige Besonderheiten. Damit den Betroffenen kein finanzieller Schaden entsteht, sollten Sie diese Hinweise beachten. Vor der Fahrt

Vor der Fahrt

Selbstverständlich bei einer Auslandsfahrt sollte sein, dass die Schule als verantwortliche Einrichtung Schüler bzw. Eltern ausdrücklich auf die Besonderheiten hingewiesen hat. So empfiehlt die Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Durchführung von Schulfahrten (VwV – Schulfahrten):
... dass bei Schulwanderungen ein Krankenversicherungsnachweis und bei Schulfahrten zusätzlich der Impfausweis (auch Kopie) mitgeführt werden. Bei Fahrten ins Ausland sind die Erziehungsberechtigten und die volljährigen Schüler auf versicherungsrechtliche Besonderheiten, insbesondere bei sogenannten Nichtabkommensstaaten, hinzuweisen. Der aktuelle Stand ist bei den Krankenkassen zu erfragen. Die Erziehungsberechtigten und die volljährigen Schüler sind auf die Möglichkeit des Abschlusses von Haftpflicht-, Gepäck- und Reiserücktrittskostenversicherung und bei geplantem Auslandsaufenthalt auf die Notwendigkeit eines Auslandskrankenversicherungsschutzes hinzuweisen. Es obliegt den Erziehungsberechtigten und den volljährigen Schülern, Versicherungslücken selbst u schließen. Der Hinweis ist aktenkundig zu machen ...

Es ist also für gesetzlich Krankenversicherte wichtig, sich rechtzeitig vor Reisebeginn eine Anspruchsbescheinigung der Krankenkasse zu besorgen. Zusätzlich sollte man sich das Merkblatt über Leistungen in der Krankenversicherung/ Urlaub (Name des Reiselandes) von der Krankenkasse aushändigen lassen und sich sowie die mitfahrenden Verantwortlichen mit dem Inhalt vertraut machen. Zwar geben nicht alle Krankenkassen die genannten Merkblätter aus, sie können jedoch auf der Internetseite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung/Ausland eingesehen und ausgedruckt werden. Quelle: www.dvka.de - unter Urlaub im Ausland
Bei Reisen in einen EU-Staat, wie Polen, Tschechien, Österreich, handelt es sich bei der Anspruchsbescheinigung um die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC - European Health Insurance Card).

Die Unfallversicherungsträger können eine bindende Bescheinigung über den Sachleistungsanspruch im Ausland grundsätzlich nicht vor Eintritt eines Arbeitsunfalls ausstellen. Für Teilnehmer der Schulfahrt, die nicht gesetzlich krankenversichert sind, gilt, dass anfallende Kosten zunächst vor Ort selbst getragen werden müssen. Diese werden dann in angemessenem Rahmen erstattet.

Was tun nach einem Unfall im Ausland?

Grundsätzlich sind nur Vertragsärzte und Krankenhäuser des aushelfenden Trägers im jeweiligen EU- Staat aufzusuchen. Privateinrichtungen sind nicht am Aushilfeverfahren beteiligt, sie akzeptieren deshalb auch keine Anspruchsbescheinigung. Bei einem Arbeitsunfall werden Sachleistungen aufgrund der Anspruchsbescheinigung der gesetzlichen Krankenkasse vorläufig erbracht, das heißt, bis zur Ausstellung einer Anspruchsbescheinigung durch den zuständigen deutschen Unfallversicherungsträger. Auf diese Weise ist die medizinische Hilfe in jedem Fall sichergestellt.

Die behandelnden Ärzte sind darauf hinzuweisen, dass ein Arbeitsunfall vorliegen kann. Bei Unfällen von Personen, die keine Anspruchsbescheinigung einer gesetzlichen Krankenkasse haben, wie z.B. Privatkrankenversicherte, ist umgehend Kontakt mit dem zuständigen deutschen Unfallversicherungsträger aufzunehmen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Sind in Staaten, in denen Sachleistungsaushilfe erfolgt, Leistungen in Anspruch genommen, die über den dortigen gesetzlichen Leistungsumfang hinausgehen, müssen die Kosten von der versicherten Person selbst getragen werden. Weder der aushelfende ausländische Träger noch der zuständige deutsche Unfallversicherungsträger erstatten sie.
Die Erfahrung in den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass insbesondere bei Unfällen, welche sich in Skilagern ereignen, stets Leistungen erbracht wurden, welche über den gesetzlichen Leistungsumfang hinausgingen. Deshalb weisen wir an dieser Stelle nochmals ausdrücklich auf den Abschluss einer privaten Auslandskrankenversicherung vor entsprechenden Fahrten für jeden Teilnehmer hin. Damit wird im Schadensfall verhindert, dass zum unfallbedingten Ärger auch noch finanzielle Belastungen hinzukommen.

Weitere Informationen und Hinweise enthält eine von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung herausgegebenen Broschüre „Unfallversicherung bei Auslandsfahrten – Informationen für Versicherte, Eltern, Lehrer und Begleitpersonen“ – GUV-SI 8060. Diese Broschüre können Sie kostenfrei herunterladen.
Quelle: http://regelwerk.unfallkassen.de/regelwerk/index.jsp.

Selbstverständlich wünscht Ihnen die Unfallkasse Sachsen bei Ihrer Klassenfahrt Ski und Bein heil.

Kai Jurig

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
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