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Evakuierung im Brandfall

SiBe Ausgabe 01/2005

Informationen für Sicherheitsbeauftragte

 

Evakuierungsberechnungen liefern Entscheidungsgrundlagen
Im Brandfall muss die Rettung von Personen aus Büros oder Betrieben möglichst schnell und reibungslos ablaufen. Moderne wissenschaftliche Verfahren simulieren die optimale Rettungskette und liefern so wertvolle Erkenntnisse für die Praxis.

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Statistisch betrachtet erlebt ein Erwerbstätiger in Deutschland im Lauf seines Berufslebens 0,4 Brände – einen konkreten Notfall wird er deshalb ohne nennenswerte Erfahrung erleben. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, Notfallmaßnahmen für alle Beschäftigten zu planen und durchzuführen.
Im Brandfall steht zwischen der Entdeckung eines Feuers bis zur Rettung von Personen sehr wenig Zeit zur Verfügung. Die Personensicherung sollte möglichst vor dem Eintreffen der Lösch- und Rettungskräfte abgeschlossen sein. Eine erfolgreiche Evakuierung aus Gebäuden hängt vor allem von den entstehenden Personenströmen und ihrem Verlauf, von der Art,Anzahl, Kennzeichnung und Lage der Rettungswege in einem Gebäude und vom Feuer selbst, von etwaiger Hitze, Rauch- und Gasentwicklung sowie von einem möglichen Sauerstoffmangel bei den flüchtenden Personen ab.
Mit verschiedenen Berechnungsmodellen versuchen Experten, möglichst optimale Evakuierungsbedingungen zu simulieren.
Dabei gehen die einfachsten Modelle entweder von der Zahl, Breite und Länge der Fluchtwege aus oder sie vergleichen die für die Evakuierung benötigte Zeitspanne mit der tatsächlich zur Verfügung stehenden Zeit. Komplexere Modelle beruhen auf Kapazitätsanalysen, Strömungs- und Netzwerkmodellen oder auf computergestützten, individuellen Berechnungsmodellen. Das Verhalten gefährdeter Personen bei Bränden wird übrigens – neben Einflussgrößen wie körperlicher Konstitution, Alter und Bekleidung – besonders stark von psychischen Faktoren beeinflusst.
Entsteht bei einem Brand Panik, kann eine an sich beherrschbare Situation aus dem Ruder laufen – mit verheerenden Folgen für die betroffenen Menschen, aber auch für Gebäude und Sachwerte. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter: www.unfallkassen.de/webcom/show_article. php?wc_c=631&wc_id=10.
Tragfähige Evakuierungspläne für die Praxis müssen Faktoren wie Art, Größe und Bauweise des jeweiligen Gebäudes, betriebliche und organisatorische Maßnahmen wie Alarmsysteme, Beschilderung von Rettungswegen, vorausgegangene Evakuierungsübungen und -schulungen sowie die Zahl und den Gesundheitzustand der zu evakuierenden Mitarbeiter berücksichtigen – mit allen Wechselwirkungen. Die Berufsgenossenschaft und die Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) schlagen der Komplexität der Aufgabe wegen die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten für Industrie-, Handwerks- und Transportbetriebe bei geringem Brandrisiko bereits ab 250 Mitarbeitern vor; Fortbildungs- Seminare machen fit in Notfallmanagement und den erforderlichen Evakuierungsmaßnahmen.
Informationen unter: www.vfdb.de und www.brandschutzbeauftragter.de

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