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Drehtüren als Sicherheitsproblem

SiBe Ausgabe 02/2005

Informationen für Sicherheitsbeauftragte

 

Am Flughafen Köln/Bonn wurde im März 2004 ein zwanzig Monate alter Junge vom elektrisch angetriebenen Drehflügel einer Karusselltür erfasst und tödlich verletzt. Dieser Unfall zeigte auf, dass kraftbetätigte automatische Drehtüren eine Gefahrenquelle darstellen. Nach Schätzungen des Herstellerverbandes gibt es in Deutschland bis zu 8.000 automatische Drehtüren.
Unterschieden wird bei Drehtüren zwischen Karusselltüren und Rundbogenschiebetüren. Für den sicheren Betrieb dieser Türen ist der Betreiber verantwortlich, für die sichere Konstruktion und Ausführung der Hersteller. Im Schadensfall können sowohl Betreiber als auch Hersteller haftbar gemacht werden.

Gefährdungen

Im Zugangsbereich kann man zwischen dem Drehflügel und dem fest stehenden Teil der Tür eingequetscht bzw. eingezogen werden.Am Spalt zwischen der Unterkante des Drehflügels und dem Boden kann man eingequetscht, überfahren oder eingeklemmt werden.An der Seitenkante des Drehflügels und der fest stehenden Innenwand der Drehtür besteht die Gefahr, eingequetscht, überfahren oder eingeklemmt zu werden. Im Innenbereich der Tür kann man sich an den Drehflügeln stoßen. Mangelhaft funktionierende Not-Aus- und Not-Auf-Einrichtungen bergen weitere Gefahren.

Schutzmaßnahmen

Bei Schaltleisten und berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen (BWS) müssen die Erfassungsbereiche kontrolliert werden. Die Umfangsgeschwindigkeit des Drehflügels darf 1 m/sec nicht überschreiten. Die Nachlaufwege der Türen, die insbesondere durch die Masse und Ausführung bestimmt werden, müssen minimiert werden.

Rechtsgrundlage

Nach der EG-Arbeitsstätten-Richtlinie (89/654/EWG) sind „Schiebeund Drehtüren ... als Nottüren nicht zulässig“ (Anhang II Ziffer 4 – Fluchtwege und Notausgänge 4.4). Die Arbeitsstättenverordnung vom 12.August 2004 besagt ebenfalls: „... in Notausgängen sind Karussell- und Schiebetüren nicht zulässig“ (Anhang Ziffer 2.3).

Forschungsprojekt bei den Unfallversicherungsträgern

Das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA) untersuchte mit staatlichen Arbeitsschutzbehörden sowie Betreibern und Herstellern praktische Lösungen zum Personenschutz insbesondere von Kindern und älteren oder behinderten Menschen. Das Ergebnis finden Sie unter www.hvbg.de/ d/bia/pra/karussell/index.html. Raten Sie Ihrem Unternehmen als Betreiber, sich bei weiteren Fragen an den Hersteller bzw. Kundendienst zu wenden.

Forschungsprojekt bei den Unfallversicherungsträgern

Das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA) untersuchte mit staatlichen Arbeitsschutzbehörden sowie Betreibern und Herstellern praktische Lösungen zum Personenschutz insbesondere von Kindern und älteren oder behinderten Menschen. Das Ergebnis finden Sie unter www.hvbg.de/ d/bia/pra/karussell/index.html. Raten Sie Ihrem Unternehmen als Betreiber, sich bei weiteren Fragen an den Hersteller bzw. Kundendienst zu wenden.

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