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Optimaler Brandschutz gibt Sicherheit

SiBe Ausgabe 02/2007

Informationen für Sicherheitsbeauftragte

 

Wo eine Zündquelle, ein brennbarer Stoff und Sauerstoff vorhanden sind, kann ein Brand entstehen – also theoretisch fast überall und jederzeit. Rund 120.000 Mal brennt es in deutschen Unternehmen pro Jahr. Ein Werktätiger in Deutschland erlebt im Lauf seines Berufslebens statistisch 0,4 Brände. Unternehmer sind deshalb verpflichtet, umfangreiche Brandschutzmaßnahmen durchzuführen.
Experten unterscheiden den vorbeugenden und den abwehrenden Brandschutz.Vorbeugender Brandschutz umfasst u .a. bauliche, anlagentechnische und organisatorische Brandschutzmaßnahmen. Zum abwehrenden Brandschutz gehören neben der Brandlöschung auch die Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen, Feuerwehrplänen sowie die Planung von Hilfsmitteln und die Organisation des Brandschutzes.
Die erforderlichen Maßnahmen ergeben sich aus der jeweiligen betrieblichen Gefährdungsbeurteilung. Einige dafür zentrale Punkte sind:

  • Wie hoch ist die Brandgefährdung (niedrig, mittel, hoch)?
  • Wie viele Personen sind anwesend (Berücksichtigung der Spitzenwerte)?
  • Wie mobil sind die anwesenden Personen (Patienten in Krankenhäusern sowie Bewohner von Behinderteneinrichtungen oder Altersheimen z. B. sind in ihrer Mobilität eingeschränkt)?

Vorbeugender Brandschutz in der Praxis

Feuerwehr löscht brennendes Gebäude

An erster Stelle stehen Maßnahmen, die die Entstehung und Ausbreitung von Bränden verhindern und die Sicherheit von Flucht- und Rettungswegen auch im Gefahrenfall gewährleisten. Geeignete Baustoffe und die Unterteilung größerer Bauten in Brandabschnitte schützen vor Bränden. Brandund Rauchmelder helfen im Brandfall ebenso wie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und die Installierung ortsfester Feuerlöschanlagen.
Flucht- und Rettungswege sowie Feuerlöscheinrichtungen müssen

  • ausreichend vorhanden sein,
  • eindeutig gekennzeichnet und beleuchtet sein (ggf. Notbeleuchtung!),
  • uneingeschränkt zugänglich sein, damit ein schnelles und sicheres Verlassen möglich ist,
  • dürfen nicht verschlossen sein, müssen jederzeit ohne fremde Hilfsmittel leicht und in Fluchtrichtung zu öffnen sein, also nach außen.

Es müssen Meldeeinrichtungen in ausreichender Zahl und entsprechender Kennzeichnung vorhanden sein.
Die Belegschaft muss in regelmäßigen Abständen über das Verhalten im Brandfall unterwiesen werden. Denken Sie als SiBe daran: Rauchverbote werden häufig umgangen, Papier und brennbare Flüssigkeiten werden falsch gelagert, elektrische Geräte ohne Aufsicht genutzt. Hier droht Brandgefahr!

Brandfall - so ist es richtig:

Feuerwehr anrufen

Symbol Telefon

Was ist passiert?
Wo und wann?
Auf Rückfragen warten

In Sicherheit bringen

Schild: Notausgang

Gefährdete Personen warnen
Türen und Fenster schließen
Auf Anweisungen achten
Gekennzeichnete Fluchtwege nutzen

Feuerlöscher auslösen

Symbol: Feuerlöscher

Sicherungsstift oder -lasche ziehen
Schlagknopf betätigen
Feuer gezielt löschen

Richtig löschen

  • Genug Abstand zum Feuer halten
  • Mit kurzen, gezielten Stößen löschen
  • Löschmittel auf brennenden Gegenstand sprühen
  • Bei mehreren Feuerlöschern: gleichzeitig einsetzen
  • Elektrische Anlagen und Fettbrände nie mit Wasser löschen

Nach dem Brand

Feuerlöscher vom Kundendienst überprüfen und auffüllen lassen

Beim Verschwelen fast aller organischen Stoffe entsteht giftiges Kohlenstoffmonoxid, bei offenen Bränden entwickelt sich Kohlenstoffdioxid.Außerdem treten beim Verbrennen oder Verschwelen vieler Materialien Atemgifte wie Blausäure und Ammoniak auf. Experten schätzen, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Personen, die bei einem Brand ums Leben kommen, an einer Rauchvergiftung sterben.Ausführliche Informationen zu Schadstoffen im Brandrauch beim Bayerischen Landesamt für Umweltschutz:

www.bayern.de/Ifu
Themenfeld „Umweltwissen“

Abwehrender Brandschutz in der Praxis
Die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten ist gesetzlich nicht unbedingt erforderlich. Bei der Erarbeitung eines Brandschutz- und Notfallplanes sowie der Unterweisung der Beschäftigten berät die Fachkraft für Arbeitssicherheit. Im Rahmen des Brandschutzplanes muss auch der Bedarf an betriebseigenen Rauchmeldern und Löscheinrichtungen berechnet werden. Sinnvoll ist eine enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, die u. a. die Umsetzung des baulichen Brandschutzes beurteilen kann.

Brandschutzübung: häufig Mangelware

Alle Mitarbeiter müssen regelmäßig anhand des Alarmplanes über das richtige Verhalten im Brandfall unterwiesen werden. Zudem sollten die Brandhelfer mit der Handhabung von Feuerlöschern zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut gemacht werden. Soweit keine besondere Brandgefahr vorhanden ist, ist eine Schulung von etwa 5 % der Beschäftigten ausreichend.
Die Forderung, Feuerlöscher regelmäßig alle zwei Jahre zu prüfen, ist nicht mehr in der Arbeitsstättenverordnung und auch nicht mehr in einer Unfallverhütungsvorschrift enthalten, sondern in der Regel „Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern“ (GUV-R 133) sowie einer DIN-EN Norm. Es liegt in der Verantwortung des Unternehmers, die Geräte regelmäßig prüfen zu lassen. Da die Wirkung der Lösch- und Treibmittel im Laufe der Zeit nachlässt, empfehlen wir, die bewährten Prüffristen beizubehalten.

www.unfallkassesachsen.com
GUV-I 560 Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz

www.vbg.de
Suchfunktion „Sicherheitsreport 2/2006“, Seite 28 ff. Checkliste „Räumungsübung“

www.fvlr.de
Suchfunktion „Rauch Wärmeabzugsgeräte“

www.bgn.de
Menü „Prävention“ Feuerlöscher“
Wie viele Feuerlöscher werden gebraucht?

www.arbeit-und-gesundheit.de
Suchfunktion „Brandschutz“

Wir sind für Sie da.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen

+49 (0)3521 7240
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