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Die Gefährdungsbeurteilung – Kernstück des Arbeitsschutz-Konzeptes

SiBe Ausgabe 03/2008

Informationen für Sicherheitsbeauftragte

 

Wer Mitarbeiter beschäftigt, ist dafür verantwortlich, dass diese bei ihrer Tätigkeit vor Risiken und Gefahren für die Gesundheit geschützt sind. Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen liefert die grundlegenden Daten für das dazu erforderliche Arbeitsschutzkonzept. Juristisch ist der Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass die Gefährdungsbeurteilung korrekt, umfassend und regelmäßig durchgeführt wird. Praktisch unterstützt und berät ihn dabei meist die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Wann ist eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich?

Vor jeder Aufnahme einer neuen Tätigkeit muss die Gefährdung an einem Arbeitsplatz bewertet werden. Die Gefährdungsbeurteilung muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.
Wenn Arbeitsabläufe sich ändern, muss die Gefährdungsbeurteilung auch außer der Reihe wiederholt werden, damit das Schutzkonzept ggf. angepasst werden kann. Dies kann der Fall sein, wenn

  • Arbeitsplätze oder Arbeitsverfahren
    geändert werden,
  • neue Arbeitsplätze geplant oder
    eingerichtet werden.

Die Gefährdungsbeurteilung muss überprüft werden, wenn

  • Unfälle oder Beinaheunfälle sich ereignet haben,
  • arbeitsbedingte Erkrankungen auftreten,
  • Begehungen der Arbeitsstätte oder andere Hinweise dies erforderlich machen.

Frau mit Headset

Was kann der Sicherheitsbeauftragte tun?
Sicherheitsbeauftragte können viel dazu beitragen, dass die Gefährdungsbeurteilung die Risiken und Gefahren am Arbeitsplatz realistisch darstellt. Denn sie kennen die kleinen Nachlässigkeiten der Kollegen, wenn es z.B. um das Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) geht, und sie wissen auch ganz genau, wo bestimmte Arbeitsmittel wie Tritte oder Leitern fehlen oder nicht oder falsch benutzt werden. Sie wissen auch, wo Notausgänge verstellt sind oder wo Sicherheitskennzeichnungen nicht mehr klar erkennbar sind. Nutzen Sie die Chance, konstruktiv und ohne Schuldzuweisungen solche Missstände zu benennen, damit alle Beschäftigten sicher arbeiten.

Was wird untersucht?
Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung müssen diese Faktoren untersucht werden:

  • mechanische Gefährdungen
  • elektrische Gefährdungen
  • Gefahrstoffe
  • Brand-/Explosionsgefährdungen
  • thermische Gefährdungen
  • biologische Gefährdungen
  • Wahrnehmung und Handhabbarkeit
  • Arbeitsumgebung und ggf. psychologische Faktoren
  • Organisation

DIE ACHT SCHRITTE DER GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNG

Schritt 1: Beschreibung der Betriebsstruktur
Schritt 2: Ermittlung der Gefährdung
Schritt 3: Bewertung der Arbeitsbedingungen – Hier muss der
Arbeitgeber das gesamte Regelwerk berücksichtigen.
Schritt 4: Maßnahmenkonzept festlegen – Bei der Beseitigung von
Gefährdungen gilt das TOP-Prinzip:Technische, organisatorische
und personenbezogene Maßnahmen müssen in
dieser Reihenfolge festgelegt werden.
Schritt 5: Maßnahmenkonzept durchführen
Schritt 6: Kontrolle von Durchführung und Wirksamkeit der Maßnahmen
Schritt 7: Fortschreiben bzw.Wiederholen der Gefährdungsbeurteilung
Schritt 8: Dokumentieren

Gefährdungen am Büroarbeitsplatz
An Büroarbeitsplätzen sind Beschäftigte etwa im Vergleich zu Produktionsarbeitsplätzen natürlich eher gering gefährdet.Trotzdem müssen Risiken durch u. a. Bildschirmarbeit, ständiges Sitzen und Emissionen von Bürogeräten ermittelt werden. Die Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung hat dazu einen Leitfaden „Sicherheitsbeurteilung Büro und büroähnliche Bereiche“ herausgegeben. Download:

www.bgdp.de/pages/service/download/medien/230-1.pdf

Gefährdungsbeurteilung Mutterschutz
Eine Checkliste nach der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz finden Sie unter:

http:// bb.osha.de/docs/Gefaehrdungsbeurteilung_MuSchG_.pdf

Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Bürgerkontakt
Im öffentlichen Dienst bestehen neben den klassischen Gefährdungen zunehmend arbeitsbedingte psychosoziale Gesundheitsrisiken. Dazu zählen wachsende Arbeitsverdichtung, hohe Anfoderungen an Flexibilität, aggressives Verhalten Hilfebedürftiger. Die Unfallkasse Sachsen entwickelte einen Handlungsleitfaden, der eine Checkliste und einen Maßnahmenkatalog enthält.

www.unfallkassesachsen.com
Rubrik Psychosoziales

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