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Nach Medikamenteneinnahme am Steuer? Das kann gefährlich werden!

SiBe Ausgabe 04/2008

Informationen für Sicherheitsbeauftragte

 

Rund ein Fünftel aller in Deutschland erhältlichen Medikamente haben Einfluss auf das Reaktionsvermögen, so die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Jeder vierte Unfall, so schätzen Experten, ist direkt oder indirekt auf die Einnahme von Tabletten,Tropfen oder Zäpfchen zurückzuführen.
Viele Menschen müssen wegen chronischer oder saisonaler Erkrankungen regelmäßig Medikamente einnehmen. Und auch Gesunde greifen schnell einmal zur Tablette, wenn sie ein Wehwehchen verspüren. Im Straßenverkehr kann das bei vielen Präparaten gefährlich werden, weil sie das Leistungsvermögen reduzieren: Reaktionsschnelligkeit,Aufmerksamkeit und Konzentration werden genauso herabgesetzt wie visuelle Funktionen und die Motorik.

Besonders gefährlich wird es, wenn eine Wechselwirkung mit Suchtmitteln oder Alkohol hinzukommt. Experten weisen darauf hin, dass schon geringe Alkoholkonzentrationen die Wirkung von zentralaktiv wirksamen Substanzen wie z.B. Mittel gegen Bluthochdruck, sogenannte Muskelrelaxantien und sogar Schmerzmittel drastisch verändern können.
Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit können im Einzelfall Schmerzmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Antiphlogistika (entzündungshemmende Mittel), Antihypertensiva (blutdrucksenkende Mittel) und Diabetes-Medikamente, aber auch Hustenblocker, Allergiemittel, Rheumamittel sowie Augentropfen und -salben haben.

Versicherungsschutz in Gefahr?
Gefährdet ist bei einem Verkehrsunfall unter Medikamenteneinnahme möglicherweise auch der gesetzliche Unfallversicherungsschutz, der normalerweise bei Arbeitsunfällen, bei beruflich bedingten Fahrten und auf dem Arbeitsweg gilt. „Wenn die Wirkung eines Medikaments die wesentliche Ursache für den Unfall ist“, erläutert Sozialrechtsexperte Michael Woltjen von der BGW, „dann erlischt in aller Regel der Versicherungsschutz.“ Muss jemand Medikamente einnehmen, um arbeitsfähig zu sein, sind im Einzelfall Ausnahmen möglich.

Risiko Selbstmedikation
Experten warnen, dass die Unfallgefahr durch Arzneimittel in Deutschland drastisch unterschätzt wird. Bis zu 1,9 Millionen Menschen in Deutschland sind zudem medikamentenabhängig. Hinzu kommt die weit verbreitete Selbstmedikation, die immer die Gefahr von Überdosierungen und Wechselwirkungen birgt.

Wichtig: Obwohl es generell sinnvoll ist, sich selbst über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten zu informieren, ersetzt eine Suche in gängigen Arzneimitteldatenbanken im Internet nicht die Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker.

Weitere Informationen

www.dvr.de/site.aspx?url=html/sonst/127_60.htm
Medien zum Thema „Drogen und Medikamente im Straßenverkehr“

www.bgw-online.de
Suchfunktion „Medikamente“, Meldung: „Unfall nach Medikamenteneinnahme“

www.netdoktor.de/medikamente/
Informationen zu gängigen Medikamenten, Suche nach dem Produktnamen möglich

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